Dresden Neustadt - ein Paradies für Künstler und Kunstliebhaber

 

Wer glaubt, die Neustadt Dresden ist trist, der irrt. Auch ist die Dresdner Neustadt kein Ort, an dem sich nur "Abschaum" tummelt, wie sehr oft angenommen wird.

(Nun bin ich verwirrt, denn es reimt sich sogar. Aber weiter im Text.)

Die "bunte Republik" Neustadt hat wohl kaum wegen der vielen Bewohner - die aus allen Teilen der Erde kommen - ihren Beinamen erhalten.

 

Bunt sind ebenso die zahlreichen Hinterhöfe in der Dresdner Neustadt.

Niemand vermag zu glauben, dass sich hinter den - mitunter wirklich unansehlichen - Fassaden der typischen Neustädter Wohnhäuser ein kleines Paradies befindet. Die Gestaltung der Neustädter Hinterhöfe hat in den letzten Jahren nach der Wende mehr und mehr zugenommen. Zahlreiche Künstler der unterschiedlichsten Altersklassen haben kreative Arbeit geleistet, um die Neustadt Dresden im neuen Glanz erstrahlen zu lassen.

Wer die ganze Pracht der Hinterhöfe in der Dresdner Neustadt bewundern möchte, wird dies nicht an einem Tag schaffen. Denn nur wer "sucht, der findet". Laufen Sie daher mit offenen Augen durch die Gassen der Dresdner Neustadt. Denn hinter der einen oder anderen Eingangstür verbirgt sich eine kleine Oase im Hinterhof, die mehr als nur einen Blick wert ist.

 

Beinahe wäre ich an eben solcher vorbeigelaufen, da mein Focus auf den Alaunpark ausgerichtet war. Doch ein kleiner Seitenblick - auf der Alaunstraße, Richtung Alaunpark Dresden Neustadt - nach rechts, ließ mich abrupt innehalten. Weit stand die große Tür eines Mietshauses in der Dresdner Neustadt offen und zeigte mir einen kleinen Teil des Hinterhofes, der bereits aus dieser Perspektive sehr einladend wirkte. Ebenso wie das "Dahinter" war der Eingangsbereich. Wesentlich heller und freundlicher als viele andere Eingänge der uralten Wohnhäuser in der Dresdner Neustadt war dieser gestaltet.

Die Stuckornamente an der Decke im Eingangsbereich wurden durch eine nostalgische Lampe ins rechte Licht gerückt. Die Wände waren in hellen Farben gestrichen und mit Blumenmotiven verziert. Ein Blick an die "Tafel" verriet mir, dass ich - sofern ich meinen Fuß in den Hinterhof der Alaunstraße 70 setzen würde - die Kunsthofpassage Neustadt betreten würde, welche bis zur Görlitzer Straße 21 - 25 führen soll.         

Alaunstraße 70

Stuckdecke

 

Ich "speicherte" die Alaunstraße 70 samt Kunsthofpassage im Hinterkopf ab und setzte meinen Weg zum Alaunpark fort. Ein Park - viel Wiese, viele Bäume, Schatten auf den Bänken unter eben diesen, mit gepflegten Blumenrabatten und dem Gesang von Vöglen. So meine Assoziation. Eine Bank im Schatten unter den Bäumen fand ich. Ebenso Blumenrabatten und eine große Wiese, die besonders an einem so heißen Sommertag wie eben diesem von - vorwiegend weiblichen - Sonnenanbetern in Besitz genommen wurde. Auch einige Eltern mit ihren Kindern tummelten sich auf dem Spielplatz im Neustädter Alaunpark.

Etwas aber störte diese Idylle. Die große Rasenfläche war mit Papier, leeren Dosen und anderem Unrat übersät. Doch dies schien weder die Sonnenanbeter, noch die Besucher des Alaunparks zu stören.

Auf eine Bank im Schatten setzte ich mich kurz, nachdem ich ein paar Fotos vom Alaunpark geschossen hatte, um ein wenig zu entspannen. Doch lange hielt mich nichts auf meinem schattigen Platz. Die "Kunsthofpassage" spukte unaufhaltsam in meinem Kopf herum. Ich war schon gespannt, was mich dort erwartete. Daher trat ich den Rückweg an. Verließ meine Bank im Schatten und den Alaunpark. Lief über die Straße und befand mich augenblicklich wieder auf der Alaunstraße in Dresden Neustadt. Das Haus mit der Nummer 70 war schnell erreicht.      

Alaunpark Neustadt / Dresden

Alaunpark Neustadt

Die Kunsthofpassage in der Dresdner Neustadt

 

Was mich erwartete, verschlug mir fast die Sprache. Zunächst betrat ich den "Hof der Fabelwesen". Neben den kleinen Geschäften, der Weinkult - Vinothek und dem einzigartigen Blumenladen, gibt es im Hof der Fabelwesen auch noch kulinarische Spezialitäten in der "lila Soße".

Die Kunsthofpassage Neustadt - Der Hof der Fabelwesen

Hinterhofromantik

Im Hof der Fabelwesen - Kunsthofpassage Neustadt

 

Sehr beeindruckend jedoch sind vor allem die Fassaden im Hinterhof der Kunsthofpassage. Im Hof der Fabelwesen werden diese, wie der Name es schon sagt, von Fabelwesen verziert. Um welche Fabelwesen es sich dabei handelt, bleibt ganz dem jeweiligen Betrachter überlassen.

Die Tiere und Figuren, als auch die kosmischen Elemente, welche die Fassaden im Hof der Fabelwesen zieren, tragen die Handschrift der Künstlerin Viola Schöpe.

Fassadenkunst von Viola Schöpe

Fabelwesen an den Wänden

Hof der Fabelwesen

Fabelwesen an der Hausfassade

Leider saß mir die Zeit im Nacken. So eilte ich weiter und betrat eine ganz "neue Welt" der Kunsthofpassage Neustadt.

         

Hof der Elemente

 

Die Fassaden der Häuser im Hof der Elemente waren einzigartig und immer wieder anders. Auf der einen Seite schmückten Bleche die Fassade eines uralten Wohnhauses. Die Sonnenstrahlen brachen sich darin.Dadurch glänzten die Bleche an der Hausfassade wie Gold. Das Grün der Bepflanzung im Hof der Elemente bildete einen reizvollen Kontrast. Selbst die Balkons waren begrünt und überall blühten Blumen.

Auf der anderen Seite allerdings - noch bevor der Ausgang zur Görlitzer Straße in der Dresdner Neustadt erreicht war - waren zahlreiche Dachrinnen und Wasserohre an der Fassade des Hauses angebracht. Ein Bild, welches alleine schon für sich sprach. Doch mit dieser kunstvollen Hausfassade war es nicht getan. Schließlich waren die Dachrinnen und Rohre nicht grundlos und schon gar nicht wahllos angebracht wurden. Es steckte durchaus ein Sinn und ebenso eine gewisse Absicht dahinter.

Hinter diesem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk war gleichwohl eine sehr imposante Geschichte verborgen. Leider bekam ich diese nur mit halbem Ohr mit, da ich mich eher darauf konzentrierte, alles fotografisch festzuhalten. Ich hätte wahrscheinlich besser zuhören sollen als - just in dem Augenblick, als ich den Hof der Elemente betreten hatte - eine Reisegruppe im "Hof der Elemente" auftauchte. Jene wurde von einer klugen Dame "angeführt", welche die Geschichte der Entstehung dieses bemerkenswerten Fassadenkunstwerks erzählte.

Nachdem ich allerdings die Inschrift der Tafeln, die im Hof der Elemente angebracht waren, gelesen hatte, wurde mir auch so alsbald klar, welchen Zweck das Kunstwerk erfüllte.

 

Bevor ich Sie allerdings weiter mit belanglosen Worten langweile und am Ende eventuell um den heißen Brei herumrede, möchte ich viel lieber Bilder sprechen lassen.

Sie wissen doch:

Fotos sagen mehr als Worte! In diesem Fall liefern sie zudem noch die notwendigen Erklärungen.

Hof der Elemente - Impressionen - Feuer, Erde, Wasser, Sand

Musikalische Regenrinnen

Kunst und Künstler - Hof der Elemente

Regenwasserspiel

Die Zeitnot - so ist es, wenn der Termin "drückt" - ließ es jedoch nicht zu, länger im Hof der Elemente zu verweilen. Sobald mich allerdings erneut der Weg in die Dresdner Neustadt führt, werde ich der Kunsthofpassage abermals einen Besuch abstatten. Schließlich habe ich längst noch nicht alles gesehen.

Bleiben Sie mir also dicht auf den Fersen, damit Sie meine neue Berichterstattung nicht verpassen.  

Haben Sie jedoch Interesse daran, weitere Kunstwerke und Künstler der Dresdner Neustadt kennenzulernen, könnte Sie vielleicht nachfolgender Artikel brennend interessieren.     

KreativeSchreibfee, am 12.07.2011
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Bildquelle:
Heidelberger (Was macht die Speicherstadt Hamburg zum Weltkulturerbe?)
Eigenwerk (Wo ist es am Bodensee am schönsten? – Lieblingsplätze am "schwäbisc...)

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