Trocknen der fliegenden Fische
Ungewöhnlicher Anblick: der ...

Ungewöhnlicher Anblick: der Trockenvorgang (Bild: Gabriele Hefele)

Der ungewöhnlichste Fisch im Sommer

"Pez valaor", fliegender Fisch heißt er und ist mit seinen Flossen, die Flügeln eines Segelflugzeugs ähneln, sowohl zum Schwimmen im Wasser wie plötzlich zum Springen in die Luft und zum kurzzeitigen Fliegen geeignet. Angeblich kann er in de Luft bis zu 400 Meter überwinden und dies etwa eine halbe Minute lang. In Europa ist dieser Knochenfisch, der zu der Art der Hornhechte gehört, nur im Sommer von Cádiz bis Gibraltar und dann wieder zwischen Sabinillas und Estepona zu fischen.

So etwa Ende Juli treten diese Fische ihre Wanderung an und werden von Fischern in Spezialnetzen gefangen. Die versuchen, so viele Fische wie möglich an Land zu ziehen. Dann werden Kopf, Flossen, Schuppen und Innereien entfernt und typische Haken zum Trocknen angebracht und die Fangergebnisse aufgehängt. Dort bleibt der Fisch vier bis fünf Tage. Inzwischen ist er in den genannten Orten zur touristischen Attraktion aufgestiegen. Natürlich steht er auch auf der Speisekarte vieler Restaurants.

Spezielle Trockentechnik als Kulturgut

Die Fang- und Trockentechnik wurde jetzt sogar von der andalusischen Landesregierung zum immateriellen Kulturgut erklärt. Damit gehört sie zu den typischen Aspekten der andalusischen Kultur mit einer speziellen Produktionstechnik. An manchen Häusern widmet man ihm sogar ein Kachelbild oder eigene Wandmalereien. Obwohl, leider weiß man nichts Genaues über die Ursprünge dieser Verarbeitungstechnik, wann etwa damit begonnen wurde.

Die Konservierung mit Salz kannten schon die alten Römer entlang der Mittelmeerküste - aber Fisch aufhängen zum Trocknen? Sobald aber der Melva, dieser Fisch an den Küsten auftaucht, ist die Saison für den fliegenden Fisch vorbei.

Estepona - eines der Fischfangzentren
Wandmalerei in Estepona zu Ehren ...

Wandmalerei in Estepona zu Ehren der Fischereizunft (Bild: Pressestelle Gemeinde Estepona)

Zentren des Fischfangs

Costa de la Luz und Costa del Sol verfügen über reiche Fischgründe - ganz anders als die ziemlich leergefischten italienischen und Adriaküsten, weshalb dort Fisch auch sehr teuer ist. Anders eben im westlichen Mittelmeer, wo übrigens der Fisch auch noch ganz anders schmeckt, gehaltvoller, typischer, wenn man so will. Ja, es gibt sogar Einheimische, die können sagen, ob der Fisch aus der Gegend von Málaga oder mehr Marbella oder mehr aus Estepona kommt, ob er im Wasser mit Felsenuntergund oder mehr Sand gefischt wurde oder wie an der Algarve schon mehr nach Atlantik schmeckt!

Estepona mit seinen 60.000 Einwohnern verfügte früher sogar über eine riesige Fischfangflotte, die sich durch die marokkanische Konkurrenz der Riesenfangschiffe aber drastisch verringerte und sich immer mehr in Schwierigkeiten sieht. Auch gibt es keine Fischkonservenfabriken mehr in der Provinz Málaga, ja, entsprechende Fabriken werden heute nur noch zu Informationszentren umgewidmet. Doch was die Delikatesse des fliegenden Fisches angeht, ist die Gegend noch unerreicht!

Im Hafen von Estepona
Im Fischerihafen von Estepona

Im Fischerihafen von Estepona (Bild: Reinhard Hefele)

Arlequina, am 05.07.2014
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Bildquelle:
Reinhard Hefele (Ein gesundes Mikroklima schaffen)

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