Das Weiße Haus in Washington (Bild: skeeze / Pixabay)

Staatsgäste werden vom Präsidenten im Blauen Raum empfangen

Dort im Keller befindet sich auch der Situation Room. Nach dem Scheitern der Invasion auf Kuba im Jahr 1961 verlangte Präsident John F. Kennedy, dass alle Geheimdienstlichen Informationen von nun an direkt ins Weiße Haus geleitet werden. Heute laufen hier pro Tag rund 2000 Geheimdienstmeldungen ein. Auf mehreren Bildschirmen können der Präsident und sein Stab live den Einsatz von Drohnen oder Spezialeinheiten in aller Welt überwachen.

Im Westflügel befindet sich auch der Kabinettssaal. Dort trifft sich der US-Präsident für Sitzungen mit seinen Ministern und Beratern. Der Präsident sitzt stets an der Mitte des Tisches, der Vizepräsident ihm direkt gegenüber. Neben dem Kabinettssaal befindet sich das Präsidentenzimmer. Früher war es der Arbeitsplatz für Sekretärinnen oder den Präsidenten selbst. Heute wird der Raum als weiteres Esszimmer genutzt.

In der Mitte des Gebäudekomplexes befindet sich die Residence Villa mit den Wohnräumen der Präsidentenfamilie. Außerdem erfolgt hierüber der Einlass der Gäste bei Staatsempfängen und anderen feierlichen Anlässen. Der Blue Room (Blaue Raum) verdankt seinen Namen den blauen Polstern, den blauen Vorhängen und den blauen Teppichen. Seit 1837 hat das ovale Zimmer seine Farbgebung behalten. Traditionell begrüßt der Präsident hier Staatsgäste und Vertreter des Kongresses. Der große Bankettsaal (East Room) ist für Großereignisse wie Galaabende, Staatsempfänge, Bälle und seit der Kennedy-Administration häufig auch für Konzerte reserviert.

Jeder Präsident darf das Weiße Haus seinen Bedürfnissen anpassen

Der Ostflügel beherbergt das Büro der First Lady und des Privatsekretärs des Weißen Hauses. Es bildet auch den öffentlichen Zugang zu den Prunkräumen der Residence Villa bei Führungen und gesellschaftlichen Veranstaltungen. Das Weiße Haus ist jedoch nicht nur Regierungssitz sondern auch Wohnort. Deshalb darf der jeweilige Präsident das Haus seinen Bedürfnissen anpassen. Franklin D. Roosevelt musste beispielsweise wegen seiner Kinderlähmung regelmäßig Wassergymnastik machen und ließ sich ein Hallenbad einrichten. Heute ist das Schwimmbecken im Souterrain leer und dient als Lagerstätte für die Technik des darüberliegenden Presseraums. Die Journalisten in der Pressekonferenz sitzen also über einem Swimmingpool.

Richard Nixon gönnte sich eine Bowlingbahn, Theodore Roosevelt ließ den Tennisplatz anlegen. Seit 1942 gibt es im Weißen Haus ein Kino mit über 40 Plätzen. Inzwischen laufen hier sogar Filme in 3-D. Das US-Wahrzeichen wurde schon unzählige Male kopiert. es steht in Kiev ebenso wie in China. Die Bäcker des Weißen Hauses errichten jedes Jahr zur Weihnachtszeit einen Neubau aus 200 kg Lebkuchen. Die Bauzeit beträgt sechs Wochen.

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