Planwagen brachten die Siedler in den Westen (Bild: Ralf Dietermann)

Das Land eignete sich hervorragend für Ackerbau und Viehzucht

Immer mehr Siedler folgten. Sie zogen weiter ins Landesinnere. Familien, die sich aus der alten Heimat kannten oder sich auf der Überfahrt kennengelernt hatten, schlossen sich zusammen und nahmen auch einzelne Einwanderer mit. So bildeten sich ganze Wagengruppen, die sich untereinander helfen konnten, wenn einmal ein Rad zerbrach oder ein Wagen steckenblieb. In den ersten Jahren zogen riesige Wagentrecks durch die Prärie. Händler, die aus dem Westen auf ihren Reisen wieder in den Osten des Landes kamen, priesen die Schönheit und den Reichtum der neuentdeckten Gebiete. Da sie maßlos übertrieben, zogen immer mehr Siedler in den Westen.

Die Gegenden, die sie durchquerten, waren fruchtbares Land und für Ackerbau und Viehzucht besonders gut geeignet. Den Indianern blieben die Eindringlinge nicht lange verborgen. Mit Überraschung und Unmut sahen sie die Ankunft der ersten Planwagen, doch sie unternahmen nichts. Allmählich wurde die Zahl der Wagentrecks jedoch immer größer. Zudem töteten die Eindringlinge die Büffel. Gerade diese Tiere bildeten die Hauptnahrungsquelle der Indianer. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis es zur Konfrontation kam. Wer schoss zuerst? Ein Weißer oder ein Roter? Niemand kann diese Frage beantworten. Die Indianer fühlten sich um ihr Land und um ihre Rechte betrogen.

Der Conestoga-Planwagen hatte die Form eines kleinen Segelschiffes

Es dauerte nicht lange, bis das Blut in der Prärie floss. Wagenkolonnen wurden zerstört, ganze Familien ausgelöscht. Die Häuptlinge verschiedener Stämme schlossen sich zusammen, um gegen die weißen Eindringlinge vorzugehen. Trotzdem wurde die Zahl der Wagentrecks nicht geringer. Die Eroberung des Wilden Westens ging weiter. Überall entstanden große Städte. Die Eisenbahnlinie, die den Atlantik mit dem Pazifischen Ozean verband, wurde eingerichtet.

Die ersten Siedler kamen mit den berühmten "Conestoga-Planwagen" in den Westen der USA. Diese schweren, schaukelnden Gefährte erinnerten auf ihrem Weg über die endlosen Weiten der Prärie mehr an Segelschoner als an Planwagen. Konstruiert wurden sie ursprünglich von holländischen Farmern, die am Conestoga-Fluss in Pennsylvania lebten. Daher stammt auch der Name "Conestoga"-Planwagen.

Segeltuch wurde über ein ringförmiges Gestell gespannt, und ein dem Bootsrumpf nachempfundenes Fahrgestell gab dem Wagen die Form eines kleinen Segelschiffes. Dies war besonders nützlich, wenn Flüsse überquert werden mussten. Die schrägen, sich nach vorn verengenden Seitenwände des Planwagens verhinderten außerdem, dass die Ladung bei den zahlreichen Berg- und Talfahrten von vorne nach hinten oder umgekehrt rutschte. Sogar im Falle einer Verteidigung gegen die Indianer bewies der "Conestoga"-Planwagen einen weiteren Vorzug: Seine stabile Holzkonstruktion schützte die Siedler vor den Pfeilen und Gewehrkugeln der Indianer.

BerndT, am 22.03.2013
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Bildquelle:
PublicDomainPictures (Amerika - Entstehung einer Weltmacht)
Helmut Wegmann (Rinderherden im Wilden Westen)

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