Merkmale der generalisierten Angststörung

Betroffene haben die Tendenz, sich zu viel Sorgen zu machen, und das jeden Tag ungefähr sechs Stunden lang - im Gegensatz zu einer Stunde pro Tag bei nicht Betroffenen. Eine Kleinigkeit kann bereits dazu führen, sich in dieses Sorgenkarussell zu begeben. Ein Autofahrer mit einer Angststörung begegnet beispielsweise anderen Autofahrern, einer davon betätigt die Lichthupe. Der betroffene Autofahrer beginnt sofort sich Gedanken über den Zustand seines Fahrzeugs zu machen, ob möglicherweise ein Rad lose ist oder ein anderer, sichtbarer technischer Defekt, der zu einem Unfall führen wird, aufgetreten ist. Im Extremfall fährt der Autofahrer rechts an, steigt aus und untersucht sein Auto, um dann halbwegs beruhigt weiterfahren zu können. Die andere, positive Idee, dass der entgegenkommende Autofahrer, der die Lichtsignale gegeben hat, ihn vielleicht kennt und lediglich grüssen wollte, kommt ihm gar nicht erst in den Sinn, zu groß ist seine Übung darin, sich schwerwiegende, problematische Gedanken zu machen mit einem antizipierten, negativen Ausgang, der nicht willentlich abgewendet werden kann. Eine Lösung des gedanklich vorgestellten Problems wird nicht gefunden. Eine generalisierte Angststörung baut sich zu Beginn langsam auf. Mögliche Verursachungen können eine chronische Belastung sein oder tatsächliche negative Nachrichten aus der realen Welt. Diese ziehen befürchtete Ereignisse in der Gedankenwelt nach sich, negative Ereignisse, die auf einen zukommen werden oder können. Oft entsteht sie zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Folgen der generalisierten Angststörung

So zu leben, versucht nicht nur psychischen, sondern auch physischen Stress. Angstgefühle, eine unterschwellige Nervosität, das Erleben von Hilflosigkeit und körperliche Verspannungen sind oft die Folge. Eine permanente Anspannung führt zu Konzentrationsproblemen und Unsicherheit. Psychosomatische Erkrankungen wie Allergien, Rückenbeschwerden und Atemwegserkrankungen können entstehen.

Um einer drohenden Gefahr zu entgehen, unternehmen Personen mit einer generalisierten Angststörung oft den Versuch, in ihren Augen bedrohliche Situationen und Handlungen zu vermeiden. Dadurch kann eine reale Überprüfung der Befürchtungen nicht stattfinden und die eigenen Sorgen werden noch verstärkt. Eine Kontrolle über die gemachten Sorgen wird zunehmend erschwert, ein eigenes Innehalten wird schwieriger.

Abgrenzung gegenüber Panikstörung und Depression

Die generalisierte Angststörung läuft weniger plötzlich und intensiv ab im Vergleich mit einer Panikstörung, die gefühlten Angstzustände dauern jedoch länger an, bis zu mehreren Stunden.

Personen mit Depressionen legen ihren Fokus vermehrt auf vergangene Erlebnisse und Geschehnisse und drücken eine allgemeine Zukunftsangst aus, verbunden mit Gefühlen von Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Betroffene mit einer generalisierten Angststörung dagegen können befürchtete zukünftige Ereignisse klar ausdrücken, haben aber gleichzeitig kein Vertrauen in die eigenen Problemlösungsmöglichkeiten  und erleben mehr und mehr Anspannung und Unruhe.

 

Möglichkeiten einer Therapie

Eine Möglichkeit ist eine Konfrontationstherapie mit dem Ziel den Betroffenen mit seinen Sorgen zu konfrontieren, ihn erleben zu lassen, dass diese nicht real sind. Eine solche Konfrontation kann in echten Situationen erfolgen, aber auch eine imaginative Desensibilisierung ist anwendbar, die Vorstellung der Angstsituationen, das Hochkommen lassen der begleitenden Angstgefühle zusammen mit einem Zustand der körperlichen Entspannung. Dadurch gewöhnt man sich an die angstauslösenden Gedanken. Das Vermeidungsverhalten wird minimiert. Gegen die innere Unruhe und körperliche Anspannung wird empfohlen, einen Sport auszuüben, der am besten jederzeit, wenn nötig, durchgeführt werden kann und Entspannungsübungen wie Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung zu erlernen. Im Mittelpunkt einer Therapie steht der Abbau der Sorgenbereitschaft. Die Methode des "Gedankenstopps" ist nicht anzuwenden, da die Angst als Folge umso intensiver auftritt, umso mehr versucht wird sie zu unterdrücken.

Unterstützend wirkt auch eine abwechslungsreiche, aktive Tagesgestaltung. In einer solchen Tagesgestaltung sind vor allem auch angenehme Tätigkeiten wichtig, die oft vergessen wurden und auf Dauer eine vermehrte Kreativität und Selbstbestätigung nach sich ziehen. Außerdem ist eine bewusste, gesunde Lebensweise in diesem Zusammenhang wichtig mit einer gesunden, geregelten Ernährung und regelmäßigem Schlaf.

Autor seit 5 Jahren
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