Ein Baum ist sie streng genommen gar nicht:

Meistens wächst die Hasel – offiziell als Gemeine Hasel oder Gewöhnliche Hasel bekannt – in Form eines Strauches, selten wird sie über 7 Meter hoch. Kommt sie doch gelegentlich als Baum vor, erreicht sie etwa eine Höhe von 10 Metern.

In Deutschland kennt man die Hasel gut, auch im Rest Europas und im westlichen Asien ist sie weit verbreitet. Im Sommer sehen wir sie als vielstämmigen grünen Strauch, im Herbst vergilben ihre Blätter und fallen ab. Die Haselnussblätter erkennen wir an ihrer rundlichen Herzform und der kurzen Spitze.

Die Hasel mag es gerne warm und hell. Sie wächst bevorzugt in lichten Wäldern, an Waldrändern oder Hecken. Auch mäßigen Schatten kann sie noch vertragen. An den Boden hat die Hasel nur geringe Ansprüche.

Selten wird ein Haselstrauch älter als 80 oder 100 Jahre.

Der lateinische Name der Hasel ist Corylus avellana.

Das Wort corylus bedeutet "Maske" und weist auf die Früchte des Strauches hin, die wie von einer Maske aus Blättern umgeben sind (siehe Bild unten).

Avellana erinnert an die antike italienische Stadt Abella, heute Avella. Dort wurde schon seit dem Altertum Haselnussanbau betrieben. Auch heute noch ist Italien nach der Türkei ein wichtiger Haselnusslieferant.

Die Haselnüsse aus den Plantagen im Süden Europas sind auch die Haselnüsse, die man im deutschen Handel zu kaufen bekommt. Sie sind die Früchte der Lambertshasel (Corylus maxima), die man den robusten Nüssen der bei uns einheimischen Hasel - den sogenannten Zellernüssen – vorzieht. Die Lambertsnüsse sollen etwas süßer und aromatischer sein.

Ja, was wären wir Menschen ohne die Nüsse ...

... die uns die "Frau Haselin", wie man sie früher genannt hat, schon seit Jahrtausenden schenkt?!

Ein Leben ohne Nugat, Nussschokolade oder die berühmte Nutella? Wäre ja schade, wenn man darauf verzichten müsste!

Schweren Herzens verzichten müssen allerdings all diejenigen, die an einer Nussallergie leiden. Die Haselnuss gehört zu den 5 Lebensmitteln, die am häufigsten Nahrungsmittelallergien auslösen. Schon die Pollen des Haselstrauches können Allergikern gefährlich werden und da ein Haselkätzchen an die 2 Millionen Pollenkörner verteilen kann, macht die Hasel vielen Menschen jedes Frühjahr das Leben ziemlich schwer …

Aber zugegeben: Sonst ist sie wirklich eine ganz Großzügige, die Frau Hasel.

Erste Früchte trägt sie mit 10 Jahren und die Haselnüsse haben es in sich: Mit 61 Gramm Fett auf 100 Gramm Haselnüsse sind sie zwar echte Kalorienbomben, aber auch sehr nährstoffreich. Sie enthalten nicht nur ungesättigte Fettsäuren (die sogenannten "gesunden Fette"), sondern u.a. auch Protein, Vitamin E, Magnesium, Eisen und Ballaststoffe.

Aus Haselnüssen kann man Salatöl machen, Pesto oder Likör. Die jungen Blätter und Knospen schmecken im Salat oder in der Suppe gut.

Haselnussöl kann außerdem zur Hautpflege verwendet werden. In früheren Zeiten hat man auch die Haselnussblätter als Arzneimittel genutzt. Nach Hildegard von Bingen wurde aus den Knospen des Haselstrauches ein Pulver gegen Hautprobleme gemischt.

Aus den Zweigen der Hasel kann man Zäune oder Körbe flechten. Ihr Laub dient als Tierfutter und ihr Holz kann als Brennholz genutzt werden.

Nicht nur wir Menschen wissen die Haselnuss zu schätzen.

Von der Pflanze und ihren Früchten ernähren sich 33 Säugetierarten, 10 Vogelarten und 112 Insektenarten.

Das selten gewordene Haselhuhn und die scheue Haselmaus tragen die Pflanze sogar in ihrem Namen.

Besonders die Haselmaus, die sich für ihren Winterschlaf ein üppiges Fettpolster anfressen muss, kann auf die kalorienreichen Haselnüsse kaum verzichten. 20 Minuten dauert es, bis das kleine Nagetier eine Haselnuss geknackt hat – und diese verräterischen Fraßspuren sorgen dafür, dass wir überhaupt herausfinden können, wo sich die ganz heimlich lebende Haselmaus verbirgt.

Gut, dass der Haselstrauch vor allem für seine Fruchtbarkeit bekannt ist!

Schon im Altertum hat man ihn der Göttin der Fruchtbarkeit gewidmet. Eine alte Bauernregel besagt: Viele Haselnüsse im Herbst bedeuten viele Kinder im nächsten Jahr.

Tatsächlich gelten die Früchte der Hasel seit Jahrhunderten als potenzsteigernd, Hildegard von Bingen nutzte sie, um damit die Unfruchtbarkeit von Männern zu kurieren.

Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, der kann Haselnussöl oder die zu Pulver gebrannte Rinde ins Essen mischen - beides soll ein wirkungsvolles Aphrodisiakum sein!

Doch die Hasel kann noch viel mehr!

Sie ist nicht nur Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit, sondern auch für Frühling, Glück und Wunscherfüllung.

Die Kelten glaubten, dass Haselnüsse Weisheit und Inspiration verleihen.

Im alten Rom galt der Haselstrauch als Symbol des Friedens.

Haselnusszweige lassen Kraftströme fließen und eignen sich deshalb gut als Wünschelruten, um Schätze aufzuspüren. Wer es noch leichter haben möchte, der schaut sich einfach den Haselnussstrauch ganz genau an: Angeblich sollen dort silberne Schlüssel hängen, mit denen sich Schatztruhen öffnen lassen.

Kein Wunder, dass fast alle Menschen und Tiere den Haselstrauch gerne mögen – mit einer Ausnahme: Den Schlangen. Mit einer Haselrute soll man sich nicht nur Schlangen, sondern auch Hexen wirksam vom Leib halten können.

Selbst gegen Blitzeinschlag weiß die Hasel angeblich zu helfen, außerdem soll sie uns von krankmachender Strahlung abschirmen. 

Noch Wünsche offen?

Der eine oder andere wünscht sich vielleicht schon seit langem, endlich einmal eine Fee zu sehen – mit der Hasel ist auch das kein Problem!

Ein altes Rezept aus dem 17. Jahrhundert erklärt uns, wie man zu diesem Zweck Haselnüsse mit Rosenwasser, Kräutern, Blüten und dem Gras aus einem Ameisenhaufen vermischt. Ist natürlich streng geheim!

Elmar Woelm verrät in "Mythologie, Bedeutung und Wesen unserer Bäume" dafür ein anderes Geheimrezept und das mag dem einen oder anderen vielleicht noch nützlicher sein als die Begegnung mit einer Fee: Wie man sich unsichtbar macht – mit einem Haselzweig geht das nämlich ganz leicht!

Möchten Sie wissen, wie man sich mit Hilfe einer Haselrute unsichtbar machen kann? Führen Sie einfach eine 150 cm lange Haselrute mit einem eingeklemmten grünen Zweig mit sich, so einfach ist das!

Und was gibt es sonst noch Interessantes über die Hasel zu berichten?

  • In Deutschland und benachbarten Ländern kennt man sie unter vielen Pseudonymen: Da nennt man sie nicht nur Frau Hasel, sondern auch Hagnuss, Augstnuss, Haselstude, Hasliholz, Haxelnuss, Heslinholz, Klaeterbusk, Kätzlein, Klöterbusch, Märzennudeln oder Lämmerschwanz.

  • Im Englischen werden auch Mädchen nach der Hasel benannt: Hazel war vor allem in früheren Jahrhunderten ein beliebter Frauenname.

  • Hazel ist übrigens auch eine seltene Augenfarbe, die viele Menschen besonders attraktiv finden: Ein nach der Farbe der Haselnuss benanntes helles oder goldenes Braun.

  • Und kann uns die Hasel sonst noch etwas Gutes tun? - Kann sie! Ihre Energie wirkt reinigend und klärend. Sie stärkt uns, verleiht uns gleichzeitig neuen Schwung, Jugendlichkeit und Fröhlichkeit.

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