Hängebirke (Betula pendula)

Die Birke – bei uns in Deutschland ist damit meist die Hängebirke gemeint - ist der typische Frühlingsbaum. Wer ihre Blätter kosten möchte, der sollte das auch möglichst zeitig im Frühjahr tun. Denn dann schmecken die zarten grünen Blätter nicht nur am besten, sondern können sogar wieder nachwachsen.

Birkenblätter enthalten ätherisches Öl, Harz, Flavonoide, Bitterstoffe, Saponine und Vitamin C. Die verdauungsfördernden Bitterstoffe geben den Blättern tatsächlich einen leicht bitteren Geschmack, der manchen an Radicchio erinnert.

Kräuterexperten empfehlen, Birkenblätter im Salat mit anderem Grün zu kombinieren.

Besonders gut schmecken feingeschnittene Birkenblätter im Quark, auf dem Butterbrot oder Käsebrot.

Bitte beachten: Birkenblätter können den Salzhaushalt des Körpers beeinflussen, sollten deshalb von Bluthochdruckpatienten vorsichtshalber nicht verzehrt werden.

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Die jungen Blätter der Rotbuche wirken fast zerbrechlich – und so frisch und zart schmecken sie auch am besten. Kräuterkenner bezeichnen sie als "erfrischend", im Geschmack sollen sie ein bisschen an Zitrone und Sauerampfer erinnern.

Früher galten frisch ausgetriebene Buchenblätter als Delikatesse auf dem Butterbrot.

Populär ist auch der Buchenlikör, der aus jungen Buchenblättern gemacht wird.

Winterlinde (Tilia cordata)

Das Auge isst ja bekanntlich immer mit: Wunderschön herzförmig sehen Lindenblätter aus – und unter den essbaren Baumblättern gelten sie tatsächlich als besonders wohlschmeckend.

Lindenblätter kann man zwar das ganze Jahr über direkt vom Baum essen, sie schmecken aber jung und frisch am besten. Als leicht süßlich bezeichnet man ihr Aroma, beißt man auf das Blatt, so soll das an die knackige Textur von Eisbergsalat erinnern.

Feingeschnittene Lindenblätter verfeinern Saucen, die zu Meeresfrüchten serviert werden.

Als das Mehl während des 2. Weltkrieges knapp wurde, verwendete man getrocknete und gemahlene Lindenblätter, um die Vorräte zu strecken.

Auch Porridge bzw. Haferbrei kann man mit Mehl aus Lindenblättern andicken. In Afrika werden gemahlene Lindenblätter mit Polenta oder Haferflocken zu einer Art Frühstücksbrei gekocht.

Schon gewusst? - Aus den Früchten bzw. Beeren der Linde kann man sogar "Wilde Lindenschokolade" machen.

Weißdorn (Crataegus monogyna)

Nicht nur viele Insekten und Vögel fliegen auf den Weißdorn: In England nennt man ihn seit Jahrhunderten den "Bread and Cheese Tree", den "Brot-und-Käse-Baum". Und das nicht wegen seiner schönen roten Beeren, die man zu Gelee, Likör oder Essig machen kann - nein, seine Blätter gelten als besonders nahrhaft. Jung und frisch gepflückt schmecken sie angenehm mild und nussartig.

Wen auf dem Spaziergang der kleine Hunger überkommt, der kann sich am Weißdorn bedienen und die Blätter direkt vom Baum naschen. (Sind sie nicht mehr ganz jung und frisch, sollte man Blätter pflücken, die im Schatten wachsen.)

Der Weißdorn ist in der Pflanzenheilkunde als Baum der Lebensfreude und Vitalität bekannt. Weißdornblätter spenden neue Energie und sind außerdem herzstärkend. 

Weißdornblätter schmecken auf dem Käsebrot, im Kartoffelsalat oder kombiniert mit gewürfelter Roter Bete besonders gut. Kleingeschnitten verfeinern sie pikante Gerichte und sind eine gute Alternative zur Petersilie.

Weißdorn kann die Wirkung von Herzmedikamenten möglicherweise ungünstig beeinflussen, deshalb während der Einnahme entsprechender Arzneimittel lieber vorsichtig sein.

Fichte (Picea abies)

"O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter …" Ja, auch die Nadeln unserer Nadelbäume sind eigentlich Blätter.

Aus Fichtennadeln lässt sich nicht nur Heiltee zubereiten, im Frühjahr kann man auch die frischen jungen Triebe ernten, die am Ende eines Zweiges wachsen. Man erkennt sie daran, dass sie deutlich heller und weicher sind als der übrige Teil der Pflanze. In Rezepten werden diese jungen Triebe gerne als "Fichtenwipfel" oder "Maiwipfel" bezeichnet. Sie haben ein ganz besonderes Aroma, das mancher als leicht zitrusartig empfindet.

Man kann die Fichtenspitzen direkt vom Baum essen, aber auch vielseitig in der Küche verwenden: Als Sirup zum Beispiel, der als Alternative zu Honig auf dem Brot sehr lecker schmeckt. Fichtenwipfel kann man kandieren, zu Pralinen oder Schokoladenkonfekt verarbeiten. Man kann Gelee aus ihnen kochen oder Gebäck damit aromatischer machen.

Legt man die Fichtennadeln in Apfelessig ein, so soll das dem italienischen Balsamico (Balsamessig) überraschend ähnlich schmecken.

Und was geht sonst noch?

  • Ebenso wie die Triebe der Fichte kann man auch die jungen Triebe der Tanne verwenden.

  • Die Blätter der Eiche sollte man lieber nicht roh probieren, denn sie enthalten bitter schmeckende Gerbstoffe (Tannine) - aus sehr jungen Eichenblättern lässt sich jedoch ein besonders aromatischer Wein machen.

  • Auch die jungen Blätter der Hasel sind essbar.

  • Die Blätter des Spitzahorns kann man in einen Salat mischen oder sie zu Sauerkraut verarbeiten.

Bitte beachten:

  • Alle Blätter sollten im Frühjahr möglichst jung, frisch und weich geerntet werden - und möglichst zügig verbraucht werden.

  • Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Man sollte jeden Baum, von dem man pflückt, gut identifizieren und nur das mitnehmen, was man auch sicher kennt. Fichte und Tanne darf man zum Beispiel auf keinen Fall mit der hochgiftigen Eibe verwechseln!

  • Der Umwelt und sich selbst zuliebe die Baumblätter immer mit Bedacht pflücken und nur kleine Mengen verwenden. Das schont nicht nur den Baum, sondern beugt auch Unverträglichkeiten vor.

  • Nur Blätter von Bäumen pflücken, die in möglichst naturnaher und schadstoffarmer Umgebung wachsen (z.B. nicht in der Nähe von Straßen).

  • Während der Schwangerschaft sollte man besser auf den Verzehr von Baumblättern verzichten.

  • Wer auf Pollen eines Baumes allergisch reagiert (z.B. Birkenpollenallergiker), sollte auch die Blätter dieses Baumes lieber nicht verzehren. 

(Ohne Gewähr - Die hier vorgestellten Informationen wurden sorgfältig recherchiert und erstellt, jedoch gilt: Wer Wildpflanzen in der Küche nutzen möchte, sollte sich in jedem Fall vorab umfassend informieren und eventuelle persönliche Risikofaktoren abwägen.)

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