das Lactobacillus - eine kleine Einführung

Das Lactobacillus gehört zur großen Gruppe der Mikroben. Bekannt sind bis heute rund 170 Arten, von denen viele im Dünndarm und in der Vagina leben. Die Gattung Lactobacillus wächst größtenteils anaerob (ohne Sauerstoff), andere Arten tolerieren allerdings Sauerstoff. Als optimal gilt ein leicht saurer pH-Wert, den diese Gattung durch ihre eigene Säureausscheidung erhalten oder verstärken kann. Lactobazillen benötigen als Nahrung bestimmte Ballaststoffe und Milchsäure. Dabei steht hierzulande der naturbelassene Joghurt an erster Stelle. Er enthält die oben genannten Inhaltsstoffe und dient somit den Lactobazillen als Nahrungsgrundlage. Führt man bestimmten Lebensmitteln Lactobazillen oder andere Bakterienkulturen zu, spricht man von Probiotika. Das Lactobacillus kleidet das Darmrohr von innen aus. Somit können sich Krankheitskeime schlechter ansiedeln und vermehren. Da diese Arten wie bereits oben erwähnt, den pH-Wert senken können, entsteht ein saures Milieu, zudem scheiden Lactobazillen antimikrobiell wirkende Substanzen aus. Alles das schützt den Darm vor pathogenen Keimen. Lactobazillen im Vaginalbereich haben einen präventiven Einfluss auf typische Geschlechtskrankheiten. 

Was können Lactobazillen?

Lactobazillen schützen den menschlichen Organismus vor Krankheiten, zusätzlich werden die Entgiftungsorgane, insbesondere die Leber und Niere von toxischen (giftigen) Stoffen befreit. Die Art kann Gallensäuren aufspalten und Cholesterin binden. Somit sinkt ein zu hoher Cholesterinspiegel im Blut, ein guter Schutz vor Arteriosklerose. Das Bakterium Helicobacter pylori, das Magengeschwüre und Magenkrebs erzeugen kann, wird durch den Einsatz von Lactobazillen am Einnisten in der Magenschleimhaut gehindert. Ist es bereits zu einer Entzündung gekommen, kann ein Fortschreiten der Krankheit vermindert werden, außerdem wird die Gesamtanzahl an Helicobakter reduziert. Lactobazillen wirken im weiteren auf die Psyche des Menschen. Laut einer aktuellen Studie kann eine gesunde Darmflora vor Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen schützen. Lactobacillus-Präparate helfen beim Aufbau einer gesunden Vaginalflora. Das bietet einen Schutz vor Geschlechtskrankheiten, Pilzbefall, Blasenentzündungen und HIV. Gleichzeitig kann der Einsatz von Antibiotika reduziert werden. Eine gesunde Vaginalflora schützt das Neugeborene vor späteren Erkrankungen wie Infektionen und Allergien. Bei einer natürlichen Geburt kommt es im Geburtskanal zum direkten Kontakt zwischen Kind und physiologischer Bakterienflora. Beim Stillen werden ebenfalls Lactobazillen und andere präbiotische Stoffe auf das Kind übertragen.

Mikroben unter dem Mikroskop (Bild: geralt / Pixabay)

Wie erhält man eine gesunde Darmflora?

An erster Stelle sollte eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst stehen. Komplexe Kohlenhydrate (Vollkorn) und gesunde Fette (Omega-3-Fettsäuren) dürfen ebenfalls nicht fehlen. Eine gesunde Darmflora benötigt Ballaststoffe, die sind z. B. in Vollkornprodukten und Gemüse enthalten. Naturbelassener Joghurt und Sauerkraut enthalten Milchsäurebakterien, diese dienen als Nahrungsgrundlage. Probiotika, so der offizielle Name, lassen sich in der Apotheke und im Reformhaus, z. B. in Kapselform, erwerben. Diese beinhalten bestimmte Milchsäurebakterienkulturen und noch weitere Inhaltsstoffe und schützen den Darm vor pathogenen (krankhaften) Einflüssen. 

Mein Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Rat eines Arztes, Heilpraktikers und Apothekers.

Ashlie, am 25.05.2018
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