Welche Bedeutung haben Heilpflanzen in der traditionellen thailändischen Medizin (TTM) ?

Historische Aufzeichen belegen, dass die traditionelle thailändische Medizin (TTM = Thai Traditional Medicine) bereits vor 1238 n. Chr. Anwendung fand. Die TTM besteht neben der Anwendung von Pflanzen, auch aus kulturell medizinischen Praktiken, buddhistische Prinzipien und traditionelle Philosophien, wobei man kein Buddhist sein muss, um die Wirkungsweise von Pflanzen zu erfahren. Behandlungen im Rahmen der traditionelle thailändische Medizin werden bis heute auch oft von Mönchen durchgeführt. So ist es üblich, dass bei bestimmten Krankheiten bestimmte Klöster (Wat) aufgesucht werden, um sich dort von erfahrenen Mönchen behandeln zu lassen. Teilweise gibt es dort  wirkliche Spezialisten für bestimmte Krankheitssymptome. Für solche Behandlungen werden oft tagelange Fahrten und lange Wartezeiten in Kauf genommen. Die traditionelle thailändische Medizin war bis Anfang des vorigen Jahrhunderts, also genau dem Zeitpunkt des Aufschwungs der westlichen Pharmaindustrie, die einzige Behandlungsmethode. Mit dem EInfluss der westlichen Medizin, die Missionare und westliche Ärzte in Thailand einführten, erhielt die Anwendung der traditionellen thailändischen Medizin einen Einschnitt. Zunächst wurden beide Theorien und Praktiken der TTM und der modernen Medizin gelehrt. Ab 1916 stellte man die Lehre von der TTM und die Bereitstellung von jeglichen Dienstleistungen in den Krankenhäusern ein. Angeblich waren die Prinzipien nicht vereinbar und sogar verwirrend für die Medizinstudenten. Diese Entscheidung löste einen Rückgang der Akzeptanz der traditionellen thailändischen Medizin, hauptsächlich bei der Oberschicht der  thailändischen Bevölkerung. Die "Wiederbelebung” der traditionellen thailändischen Medizin dauerte viele Jahre. Die ersten Schritte erfolgten 1978. Erst im Jahr 1989 gab es nach langjährigen Versuchen und Beratungen erfolgreiche Massnahmen, um die TTM wieder in das Gesundheitssystem zu integrieren. Auch hierbei wurde die Forschung ueber thailändische Heilpflanzen insbesondere vom Königshaus unterstützt, um weitere Kenntnisse über die Wirkung von Heilpflanzen in Erfahrung zu bringen.Die jüngsteTochter von König Bhumipol und Königin Sirikit, Prinzessin Chulabhorn Mahidol, ist als Wissenschaftlerin auf diesem Gebiet sehr aktiv. Heute beinhaltet die traditionelle thailändische Medizin u. a. folgende Aspekte  und Praktiken 

  1. Die Anwendung von Heilpflanzen
  2. Die Behandlung im Rahmen der tradionellen Thai-Massage (Nuad Thai)
  3. Kompressen und Dampfbäder mit Heilpflanzen
  4. Die praktische Anwendung von Meditation, zur Erhaltung eines gesunden Geistes und vor allen Dingen einer positive Einstellung zum Leben.
  5. Gutes Essen, vor allen Dingen mit nahrhaften Früchten und Gemüse, welches das Ungleichgewicht im Köper korrigieren soll, um eine gute Gesundheit zu erhalten.

Wie man erkennen kann, spielt die Anwendung von Heilpflanzen eine grosse Rolle im Rahmen der traditionellen thailändischen Medizin. Heilpflanzen sind ein Teil des täglichen Lebens, da die lokalen thailändischen Nahrungsmittel in den verschiedenen Regionen Thailands haupsächlich aus wirkungsvollen Gewürzen besteht. Auch Gemüse und Früchte werden hierbei aufgrund der medizinischen Werte als Heilpflanzen bezeichnet.

Wo sind “exotische” Heilpflanzen erhältlich?

In Deutschland gibt es in fast jeder grösseren Stadt ein asiatisches Geschäft. Wichtig ist auf die Frische zu achten. In einem freundlichen Gespräch mit den Mitarbeitern oder dem Besitzer (meistens Asiaten) ist es leicht in Erfahrung zu bringen, wann frische Importware eintrifft. 

Eine weitere Möglichkeit  ist natürlich auch der Eigenanbau. Soweit ein kleiner Garten vorhanden ist, ist immer ein Platz für eine "Kräuterecke”. Selbst auf dem Balkon oder in Blumenkästen können Kräuter selbst angebaut werden. Den Samen und auch Pflanzen findet man heute ebenso in vielen Gartencentern oder auch im Internet bei Spezialisten für exotische Pflanzenzüchtungen.

 

Sind getrocknete Heilkräuter zu empfehlen ?

Eine Alternative zu den frischen Angeboten sind getrocknete, anschließend pulverisiert und in Kapseln abgefüllte Heilpflanzen. Die Wirkstoffe einer Kapsel sind laut wissenschaftlichen Berichten grösser, da die Heilpflanzen durch die Trocknung an Masse (Flüssigkeit) verlieren. Die Wirkstoffe bleiben aber bei sachgemässer Trocknung erhalten. So befindet sich in einer Kapsel ein wesentlich höherer Anteil von Wirkstoffen, die so auf einmal aufgenommen werden können. Ein Grund für getrocknete Heilpflanzen sind auch Kombinationen, die frisch oft in der Praxis nicht zu besorgen sind. Letztendlich sollte man abwägen, wofür man die pflanzenlichen Medikamente benötigt. Den speziellen Geschmack von Heilpflanzen kann man natürlich nicht durch Pulver in Kapseln ersetzen. Von billigen Mitbringsel aus asiatischen Ländern ist abzuraten. Die hygenischen Vorschriften sind nicht gleich der westlichen. Abgesehen davon sind die Kontrollen der Gesundheitsbehörden nicht besonders strikt. Kontrollierte Produkte sind auf jeden Fall vorzuziehen.

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