Datenschutz im Internet

Nein, an dieser Stelle folgt nicht der übliche Kram über Passwortschutz, Firewall und Virenscanner. Auch bei korrekter Anwendung dieser Selbstverständlichkeiten geben viele Verbraucher noch genügend von sich preis. So kommt es beispielsweise regelmäßig zu der paradoxen Situation, dass Schulen einerseits für jedes Klassenfoto die Erlaubnis aller Eltern benötigen. Andererseits posten die gleichen Schüler dann ganz ungeniert peinliche Bilder von sich in sozialen Netzwerken. Kleine Anregung zum Nachdenken: Was geht es Facebook und Co. eigentlich an, wo ich wohne, welche Filme ich mag oder wann mein Geburtstag ist? Warum also nicht das eigene Profil inklusive Namen so gestalten, dass mich nur wirkliche Freunde und Bekannte erkennen. Aus Heinrich Müller könnte im Profilnamen beispielsweise Hein Richmüller werden. Angaben zu Wohnort, Arbeitgeber, Interessen und Geburtsdatum müssen ja auch nicht unbedingt ausgefüllt werden. Dies soll natürlich ausdrücklich keine Aufforderung zur Profilfälschung sein...

Datenschutz bei anderen Medien

Unsere Großeltern wären vermutlich nie auf die Idee gekommen, vertrauliche Mitteilungen auf eine Postkarte zu schreiben. Die Generation Handy ist da anscheinend unbesorgter. Da wird per Smartphone gepostet, was das Zeug hält, und der Beziehungsstress muss natürlich via SMS ausgetragen werden, möglichst noch bei aktiviertem Bluetooth, damit die Umgebung auch etwas davon hat. Dabei gilt unverändert eine alte Weisheit unserer Vorfahren: Wichtige Dinge bespricht man nicht am Telefon. Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass für SMS und E-Mail das Gleiche gilt. Natürlich ist es eine Schweinerei, falls die NSA tatsächlich sämtliche Telefonate in Deutschland abgehört hat. Bei etwas Zurückhaltung seitens der Verbraucher könnte sie allerdings damit allenfalls statistische Erhebungen machen.

Etwas raffinierter gehen hingegen Printmedien, Radio und Fernsehen vor. Hat sich eigentlich einmal jemand gefragt, aus welchem Grund jene ständig Gewinnspiele veranstalten? Es gibt wahrhaft billigere Kundenbindungssysteme. Einerseits sparen sich Medienunternehmen auf diese Weise natürlich kostenintensive Marktforschung. Viel wichtiger ist jedoch, dass Verbraucher (in der Hoffnung auf einen Gewinn) hierbei ganz freiwillig ihre persönlichen Daten offenbaren. So mancher wundert sich ein paar Wochen später dann, weshalb er plötzlich Werbebriefe von verschiedenen Firmen oder auch Spendensammlern erhält. Ein einfacher Trick dazu: Nehmen Sie einmal an einem Gewinnspiel teil und verwenden Sie bei Ihrem Namen bewusst eine auffällig fehlerhafte Schreibweise. Sollten Sie dann von gänzlich anderer Seite Post mit eben dieser falschen Schreibweise erhalten, wissen Sie genau, wer Ihre Daten verkauft hat... 

Ihre Postleitzahl bitte? Das geht Euch gar nichts an!

Vermutlich hat es jeder Kunde von Discountern, Elektronik- oder Baumärkten schon einmal erlebt. Beim Bezahlen erfragt die Kassiererin ganz selbstverständlich die Postleitzahl. Kaum ein überraschter Kunde verweigert diese Auskunft. Dabei wäre genau das sein gutes Recht. Doch es lässt sich auch etwas kreativer darauf reagieren. Man prägt sich einfach die Postleitzahl eines weit entfernten Ortes ein und nennt diese dann im Bedarfsfall. Zweierlei sollte man dabei jedoch beachten: Vollkommen ernst bleiben, und diese Strategie nur anwenden, wenn nicht per Karte bezahlt und auch keine Lieferadresse angegeben wurde.

Nicht weniger selbstverständlich erfragen Bankmitarbeiter und Versicherungsagenten gelegentlich, wo der verehrte Kunde eventuell weitere Finanzprodukte erworben hat, wer sein Arbeitgeber ist und was denn eigentlich die anderen Familienmitglieder so machen. Auch hier gilt: Das geht euch im Prinzip gar nichts an.

Ebenso konsequent können Bankkunden und Versicherungsnehmer den berüchtigten Schufa-Absatz streichen. Er befindet sich oft im Kleingedruckten ziemlich weit hinten. Nicht jeder "Berater" weist darauf hin, dass mit einer Vertragsunterschrift gleichzeitig die ungehemmte Datenweitergabe gestattet wird. Die vermutlich nicht sonderlich beliebte Schufa und andere so genannte Auskunfteien haben keinen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ihnen jeder Verbraucher freiwillig seine Vermögensverhältnisse offenbart. Lediglich bei Kreditgeschäften wird der Kunde um diese Angaben wohl nicht herumkommen.

Autor seit 5 Jahren
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