Bei großen Gefühlen zählen auch Kleinigkeiten - Liebeserklärung zu Weihnachten

Die Poesie erweckt eine ganz besondere Emotionen. Dies können Verliebte nutzen, um an Weihnachten ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Wer seinen Partner mit einem Weihnachtsgedicht auf einer Weihnachtspostkarte überrascht, zaubert an Heiligabend eine harmonische Stimmung unter den Weihnachtsbaum. Denn Liebesworte zu Weihnachten das gelten als Liebeserklärung schlechthin und wiegen (fast) einen Diamanten auf.

 

Früher gab es den Brauch, dass sie Verliebte nach der Christmette erklärt ihren Eltern oder gar einer größeren Öffentlichkeit haben. Darin begründet sich auch die Tradition, sich an Weihnachten oder Silvester zu verloben. Auch heute ist es noch ein schönes Zeichen, an Weihnachten ein Bekenntnis zum Partner abzulegen: Verlobungen in der Weihnachtszeit feiern ihr Comeback. Statsitisch gesehen werden jetzt vier Mal so viele Heiratsanträge gemacht wie normalerweise.

Für die Weihnachtskarte mit Weihnachtsgedicht gilt für Verliebte: Sie muss handgeschrieben sein. Im Zeitalter elektronischer Kommunikation drückt man mit einer selbst geschriebene Karte mit Weihnachtsgedicht seine individuelle Zuneigung und Wertschätzung aus.

Klassischerweise wird ein Füller verwendet, um einen schönen Weihnachtsbrief zu schreiben. Aber auch ein stilvoller Kugelschreiber - etwa mit Rollerball - verhilft zur eleganten Handschrift.

Wer sein Brieflein zu Weihnachten verfasst hat, wird letztenendes selbst davon entzückt sein. Wahrscheinlich kann er dann mit dem Komponsiten Robert Schumann fühlen, der zu Weihnachten am 18. Dezember 1838 an seine Braut Clara Wieck geschrieben hatte. Darin malt er sich nicht nur die zukünftigen Weihnachtsabende aus, sondern freut sich auch darüber, dass ihm der Text gelungen ist:

"Dann werden wir immer stiller, der Christbaum brennt, immer schwächer, und Küsse sind unser Gebet, dass es immer so bleiben möge, dass uns der gute Gott zusammen erhalte bis an das Ende, - Was sagst Du, mein geliebtes Wesen? Wenn ich an Dich schreibe, besonders zur Weihnacht, bin ich nicht nur ein Komponist, sondern sogar - ein Dichter!"

Wintergarten - Erich Fried (1921 - 1988)

Mit diesem romantisches Gedicht animiert der ewige Spötter Erich Fried dazu, seine Gefühle häufiger schriftlich mitzuteilen. Dass sich hinter solchen persönlichen Zeilen eine Kostbarkeit verbirgt, spricht er deutlich an. Auf dass der Partner sich nicht aus einem Briefchen viele ziehen: Schreib mal wieder!

Deinen Briefumschlag
mit den zwei gelben und roten Marken
habe ich eingepflanzt
in den Blumentopf

Ich will ihn
täglich begießen
dann wachsen mir
deine Briefe

Schöne
und traurige Briefe
und Briefe
die nach dir riechen

Ich hätte das
früher tun sollen

nicht erst
so spät im Jahr

Weihnachten - Joachim Ringelnatz

Ringelnatz, der sich seinen Namen nicht umsonst gab, gefällt sich oft mit schrägen Wortspielereien. Doch "Weihnachten" klingt ernsthaft romantisch und seelenvoll. Man möchte seufzen, wie hier das Glück der Zweisamkeit beschrieben wird: Zwei ganz in ihrer Welt.

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.

Christgeschenk - Johann Wolfgang von Goethe

Ach, ein echter Goethe: Süße Worte für die Liebste, das ist das große Können des Herzensbrechers, auch zur Weihnachtszeit.

Zu einem Brief mit diesen Worten gehört deshalb eine Süßigkeit, die nicht in jedem Supermarktregal steht. Die Himbeerplätzchen punkten mit genau demselben nostalgischen Charme wie die luftigen Worte des großen deutschen Dichters.

Mein süßes Liebchen! Hier in Schachtelwänden
Gar mannigfalt geformte Süßigkeiten.
Die Früchte sind es heil'ger Weihnachtszeiten,
Gebackne nur, den Kindern auszuspenden!

Dir möcht ich dann mit süßem Redewenden
Poetisch Zuckerbrot zum Fest bereiten;
Allein was soll's mit solchen Eitelkeiten?
Weg den Versuch, mit Schmeichelei zu blenden!

Doch gibt es noch ein Süßes, das vom Innern
Zum Innern spricht, genießbar in der Ferne,
Das kann nur bis zu dir hinüberwehen.

Und fühlst du dann ein freundliches Erinnern
Als blinkten froh dir wohlbekannte Sterne,
Wirst du die kleinste Gabe nicht verschmähen.

Wenn wir uns ansehn - Else Lasker-Schüler (1869 - 1945)

Wenn wir uns ansehn,
Blühn unsere Augen.

Und wie wir staunen
Vor unseren Wundern - nicht?
Und alles wird so süß.

Von Sternen sind wir eingerahmt
Und flüchten aus der Welt.

Ich glaube wir sind Engel.

 

Entrückt klingen die Zeilen der Dichterin Else Lasker-Schüler. Und obwohl nicht eigens zu Weihnachten entstanden, spielen sie doch mit den wichtigsten Begriffen des Festes: Wunder, Sterne und Engel. Aber in diesem Fall stehen sie in einem ganz privaten Zusammenhang.

Es müssen nicht immer Verse sein - Romantische Prosa

Vielleicht fühlt man sich durch die Dichter inspiriert, selbst einige romantische Zeilen zu verfassen. Nettes, Liebesvolles, Zärtliches - all das ist jetzt gefragt. Wem die Fantasie fehlt, Weihnachten und eine Liebeserklärung dichterisch unter einen Hut zu bringen, der findet bei Liebeskosmos jahreszeitlich abgestimmte Anregungen.

Dass es durchaus erfolgversprechend sein kann, sich der zauberischen Liebesworte anderer zu bedienen, weiß man spätestens seit Cyrano de Bergerac. Die Komödie mit Frankreichs Filmstar Gerard Depardieu setzt die Romanze des hässlichen Cyrano trefflich um. Er verliebt sich in siene Cousine Roxanne - und schreibt ihr für den tölpeligen, aber gut aussehenden Soldaten Christian Liebesbriefe.

Myrtis, am 03.12.2012
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Bildquelle:
Heimo Cörlin (Frohes Fest: Texte für Weihnachtskarten)

Autor seit 4 Jahren
42 Seiten
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