Historie

Der Beinwell hat eine lange Vergangenheit. Die Pflanze erhielt den Namen aufgrund ihrer Heilwirkung. Der Begriff "Well" bzw. "wallen" ist ein altes germanisches Wort und bedeutet soviel wie "zusammenwachsen". Deshalb nannte man die Pflanze früher auch Wallwurz. 

Als Heilkraut wurde der Beinwell bereits im Altertum benutzt. Im römischen Reich kam das Kraut bei Prellungen, Knochenbrüchen und Quetschungen zum Einsatz. Im Mittelalter war es Hildegard von Bingen, die den Nutzen der Pflanze erkannt hatte. Sie behandelte mit Hilfe von Umschlägen verschiedene Hauterkrankungen. 

In der Volksheilkunde kam der Beinwell bei Erkrankungen wie Magenbeschwerden und Durchfall zum Einsatz. 

Botanik und Ökologie

Der Beinwell gehört zur Familie der Borretschgewächse. Andere wiederum ordnen die Pflanze den Raublattgewächsen zu. Hierbei handelt es sich allerdings um die gleiche Familie. Blätter und Stängel fühlen sich bedingt durch die borstigen Haare rauh an, daher der Name "Raublattgewächs". Das Kraut erreicht im Frühjahr eine Höhe von 30-80 Zentimetern. Die Blütezeit beginnt im April und erstreckt sich über mehrere Monate. Die Blüten haben einen glockenförmigen Charakter und erscheinen in den Farben weiß, blau, violett und gelblich. Man findet die Pflanze unter anderem an Bachläufen, Wiesen, Weg- und Waldrändern. Bevorzugt werden feuchte und schattige Stellen. Der Beinwell ist mehrjährig und in weiten Teilen Europas beheimatet. 

Unterschieden werden unter anderem der Arznei-Beinwell Symphytum officinale, der Futter-Beinwell Symphytum uplandicum und der Großblumige Beinwell Symphytum grandiflorum. Arznei-Baldrian dient überwiegend medizinischen Zwecken. Heilkundlich interessant sind hierbei vor allem die Blätter und die Wurzeln. Der Futter-Beinwell spielt in erster Linie im biologischen Gartenbau eine besondere Rolle. Symphytum uplandicum hat eine wichtige Funktion als Bienenweide und dient einigen Schmetterlingsarten als Nahrungsquelle. Die Blätter eignen sich hervorragend zum Mulchen. Hierbei wird der Boden vor Austrocknung geschützt, außerdem werden bestimmte Bodenlebewesen wie der Regenwurm gefördert. Beinwellmulch hat einen hohen Stickstoff- und Kaliumgehalt und somit einen düngenden Effekt. Er gibt den Pflanzen einen Wachstumsschub. 

 

Verwendung in der Naturheilkunde

Der Beinwell wurde bereits in der Volksheilkunde bei Erkrankungen und Verletzungen verwendet. So hatte die Pflanze bei Frakturen (Knochenbruch) Priorität. Beinwell kam bei Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen und rheumatischen Beschwerden zum Einsatz, außerdem bei Bronchitis, Magenerkrankungen und Rachenentzündungen. 

Heutzutage werden Beinwellpräparate überwiegend nur noch äußerlich angewendet, unter anderem bei Zerrungen, Muskelverspannungen und Wunden. Bestimmte Inhaltsstoffe in der Pflanze wie Cholin und Allantoin fördern das Zellwachstum, die Durchblutung und die Bildung von neuem Gewebe. Beinwellpräparate sind in Form von Salben, Gelen und Cremes erhältlich.

Es besteht auch die Möglichkeit, aus der Wurzel einen Umschlag herzustellen. Hierzu wird die Wurzel zerkleinert und mit heißem Wasser übergossen, das Produkt wird anschließend zu einem Brei gemixt und auf einem Tuch ausgestrichen. 

Beinwellzubereitungen sollten nur äußerlich angewendet werden, bei oraler Einnahme bestehen gesundheitliche Risiken, so können bestimmte Alkaloide zu Leberschäden führen. 

 

Mein Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Rat eines Arztes, Heilpraktikers und Apothekers.

Ashlie, am 01.05.2019
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