Kriegszüge gehörten zum Leben der Männer (Bild: Wilson Urlaub)

Die Hundekrieger zeigten eine unglaubliche Todesverachtung

Vor dem eigentlichen Feldzug wurden Späher ausgesandt, die das Lager des Feindes erkundeten. Erst dann rückte die Hauptstreitmacht an. Die Indianer waren erstaunlich gut organisiert und entwickelten geschickte Strategien, um ihre Feinde in eine Falle zu locken. Damit unterschieden sie sich nicht von den Generälen der US-Armee. Im Kampf waren die Krieger erbarmungslos. Da sie in dem Bewusstsein lebten, dass ein besonders tapferer Krieger in den Ewigen Jagdgründen besonders geehrt werden würde, falls er im Kampf fiel, kannten sie auch keine Furcht.

Vor allem die legendären Hundekrieger der Cheyenne zeigten eine nahezu unglaubliche Todesverachtung. Sie stießen einen hölzernen Pfahl, der durch ein Lederband mit der Hüfte verbunden war, in den Boden und schworen, erst dann aufzuhören, wenn der Kampf erfolgreich überstanden war oder einer ihrer Brüder das "Hundeband" aus der Erde zog.

Häuptling Crazy Horse verzichtete auf prächtigen Federschmuck

Als besonders mutig galt ein Krieger, dem es gelang, den Feind mit seinem Coupstab zu berühren. Diese Tat zählte mehr als das Töten des Gegners. Verstümmelungen dienten dazu, die Toten an einer erfolgreichen Reise in die Ewigen Jagdgründe zu hindern. Nach einem erfolgreichen Kriegszug durften die besonders mutigen Krieger ganz vorne reiten und sich von den Frauen und Kindern feiern lassen. Am abendlichen Feuer erzählten sie von ihren Heldentaten. Die Tapferkeit eines Indianers zeigte sich sowohl in der Kriegsbemalung als auch in der Anzahl und Beschaffenheit der Federn.

Es gab jedoch Ausnahmen. Häuptling Crazy Horse beispielsweise, der überall wegen seiner Tapferkeit gefürchtet wurde, verzichtete auf prächtigen Federschmuck. Er begnügte sich mit einer Feder. Krieg und Jagd gehörten zum Leben der Männer. Deshalb kamen viele von ihnen nach ihrer Einweisung in die Reservate so schwer mit dem neuen Leben zurecht. Als unbewaffnete Bauern durften sie weder jagen noch Krieg führen. Sie fühlten sich nicht mehr als Männer und suchten Trost im Alkohol. Manch einer beging auch Selbstmord.

BerndT, am 07.05.2013
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Bildquelle:
WikiImages (Die Menschenopferzeremonie der Pawnee-Indianer)

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