Roger Moore vor dem Karrieresprung als James Bond

Zum Zeitpunkt der Produktion befanden sich beide Protagonisten nicht am Zenit ihrer Popularität. Während Tony Curtis ("Manche mögen's heiß") längst am absteigenden Ast war und nur noch vom Ruhm der Vergangenheit zehrte, sollte Roger Moore sich erst am Beginn seiner Karriere stehen. 1973 debütierte der adrette Brite als James Bond und spielte sich in die Herzen von Millionen Fans der Agentenreihe rund um 007.

Als Karrieresprungbrett erwies sich "Die Zwei" jedenfalls nicht: Im wichtigen US-Markt fiel die Serie gnadenlos durch. Zu britisch, zu harmlos, viel zu wenig Action – der damals vorherrschende raue Wind im US-Fernsehen verwehte "Die Zwei" rasch von der Mattscheibe.

„Die Zwei“: Klassisches Buddy-Movie

Die Krimiserie handelt von zwei völlig gegensätzlichen Charakteren, die einander anfangs nicht ausstehen können, im Laufe der Zeit jedoch zu Freunden werden. Damit entsprach die Konstellation der Hauptfiguren unzähligen anderen "Buddy-Movies". Tony Curtis gab den smarten New Yorker Danny Wilde, während Roger Moore – ebenso klischeehaft – Lord Brett Sinclair verkörperte, einen auf Etikette bedachten Adeligen.

Ihre Partnerschaft beginnt widerwillig und rein zufällig: Nach einer Schlägerei in einem Luxushotel Monte Carlos werden sie vor einer Haftstrafe bewahrt, wenn sie im Gegenzug dafür heikle Kriminalfälle lösten. Das Prinzip des Zufalls sollte überhaupt elementarer Bestandteil der Serie werden: Unbeabsichtigt stolperten sie in so manchen Fall hinein, den sie durch eine Kette glücklicher Fügungen zu lösen im Stande waren.

Geniale Synchronisation durch Rainer Brandt

Was "Die Zwei" zum TV-Kult avancieren ließ, waren die herrlich überdrehten Dialoge, die Synchronsprecher und Autor Rainer Brandt den Figuren in den Mund legte. Aus der ernsthaften Krimiserie wurde somit in Deutschland eine komödiantische Serie mit Krimielementen.

Dabei erwies sich der Einfluss der Synchronisation, die im Fall von Tony Curtis Rainer Brandt selber übernahm, auf die Alltagssprache als stilprägend. Sprüche wie: "Sleep well in your Bettgestell", "Euer Merkwürden" oder "Schmeckt gar nicht mal so gut" zählen längst zu den geflügelten Worten im deutschsprachigen Raum.

Titelmusik von „James Bond“-Komponist John Barry

Die Titelmusik zu "Die Zwei" stammte von John Barry und erinnerte nicht zufällig an das Thema zu den "James Bond"-Filmen: Bei Stücke stammten von John Barry, Zuletzt komponierte Barry die Filmmusik zum Thriller "Enigma – Das Geheimnis" mit Kate Winslet.

„Die Zwei“-Remake mit Ben Stiller?

Hartnäckig halten sich die Gerüchte über ein Remake, wobei Ben Stiller als heißer Kandidat für die Rolle des Danny Wilde gilt. Die Idee, eine TV-Serie aus den 1970er Jahren fürs Kino der Gegenwart zu adaptieren ist weder neu, noch abwegig: Ben Stiller hatte bereits in der Verfilmung von "Starsky & Hutch" die Hauptrolle gespielt, und Filme wie "Die Brady Family" oder "Ein Duke kommt selten allein" füllten Jahrzehnte nach dem Auslaufen der Originalserien die Kinos.

Bis es so weit ist – falls das Projekt denn überhaupt jemals umgesetzt werden sollte – kann sich der geneigte Fan an der DVD-Box zu "Die Zwei" delektieren, die inzwischen auch als Blu-ray erhältlich ist.

Originaltitel: The Persuaders!

Episodenanzahl: 24

Produktionsland: Großbritannien

Produktionsjahr: 1970/1971

Autor seit 6 Jahren
835 Seiten
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