Der schottische Autor Robert Louis Stevenson sagte schon vor Jahrhunderten: "Eifersucht ist Bewunderung in Kriegsbemalung." Und wer kennt es nicht: Man sitzt gemütlich in einer Bar, schlürft einen Cocktail in fröhlichem Beisammensein mit seiner besseren Hälfte - doch plötzlich schaut der eigene Mann einer attraktiven Frau hinterher, und innerlich kommen negative Gefühle zum Vorschein. Oder auf der anderen Seite der Mann, der mit seiner Freundin durch die Stadt läuft - und die Frau auf einmal von einem fremden Mann angesprochen wird. Diese Situationen sind für viele Paare kein Problem, doch in manchen Beziehungen ein Dauergesprächsthema in Krisensituationen. 

Teddy

Das Phänomen "Eifersucht" gibt es nicht erst seit gestern, doch die Bedeutung des Wortes war nicht immer eindeutig. "Eifersucht" ist historisch gesehen ein zusammengesetztes Wort. Es besteht aus den althochdeutschen Wörtern "eiver", bedeutend "das Herbe, Bittere, Erbitterung" und "suht", was damals "Krankheit, Seuche" hieß. Erst seit dem 17. Jahrhundert wird das Wort "Eifersucht" beziehungsweise "eifersüchtig" im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet.

Eifersucht ist oft ein Problem mit dem eigenen Selbstbewusstsein

Im Grunde genommen ist es so, dass wir die Eifersucht in uns selbst auslösen und diese nicht von außerhalb entsteht. Vor allem Personen mit geringerem Selbstwertgefühl  sind davon betroffen, da sie oftmals ihre Energie und ihr Selbstbewusstsein aus der Aufmerksamkeit und Bestätigung des Partners gewinnen. Sie leben stets in der Angst, den Partner zu verlieren und sehen in nahezu jeder Person des eigenen Geschlechts Konkurrenz. Für diese Menschen ist es unerträglich zu sehen, dass auch andere Menschen am Partner interessiert sein könnten, beziehungsweise andere Menschen für diesen interessant sein könnten. Sobald dieses Symptom krankhaft wird, zum Beispiel wenn man dem Partner hinterher spioniert, persönliche Gegenstände durchsucht oder sogar von anderen zu isolieren versucht, ist eine Therapie manchmal sinnvoll.

Natürlich kann eine gesunde Portion Eifersucht auch zu einer funktionierenden Beziehung dazugehören. Es zeigt einem in manchen Situationen, wie sehr man doch am Partner hängt - und kann ein Ansporn dazu sein, sich um diesen wieder mehr zu bemühen. Viele Menschen fühlen sich außerdem durch ein bisschen Eifersucht des Partners in der Beziehung bestätigt, jedoch gibt es nach einer Studie von David M. Buss Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Männer reagieren eher auf sexuelle Untreue, wie zum Beispiel, wenn die Partnerin mit einem anderen Mann flirtet, sich aufreizend verhält oder im extremsten Fall fremd geht. Frauen finden emotionale Untreue problematischer, beispielsweise Vertrauensbrüche.

Was tun bei schwerer Eifersucht?

Wer einen eifersüchtigen Partner hat, kann versuchen mit ein paar mehr Aufmerksamkeiten seine Liebe zu beweisen und durch Komplimente und gutes Zureden das Selbstbewusstsein des Partners zu stärken. Wer selber merkt, dass er sehr eifersüchtig ist, sollte sich immer wieder eines in den Sinn rufen: Der Partner ist ein eigenständiger und freier Mensch, hat sich aber trotzdem dazu entschlossen, in einer Beziehung mit einem zu leben - und das auch wertschätzen. Wie in vielen anderen Aspekten einer Partnerschaft ist es auch in diesen Fällen wichtig, Kompromisse zu finden, mit denen beide Seiten glücklich sind. Weitere hilfreiche Ratschläge finden Sie im Artikel Die 5 besten Tipps, um Eifersucht auf Dauer zu mindern.



Grundsätzlich kann man sagen, dass die Liebe immer ein positives Gefühl ist und sein sollte. Sobald zu viele negative Facetten in einer Beziehung überwiegen und man sich unglücklich fühlt, sollte man in längeren Gesprächen versuchen, sich von diesen Problemen zu lösen. Auch eine Paartherapie oder ein Beziehungsratgeber  ist in schwerwiegenden Fällen oft sinnvoll und kann die Beziehung zu neuen Höhepunkten und wundervollen Momenten verhelfen. Eifersucht kann eine gewisse Würze in die Partnerschaft bringen - sollte jedoch nicht zu einer dauerhaften Krise führen.

Autor seit 5 Jahren
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