Nun sind aber diese modischen Accessoires entweder sehr teuer oder nicht in der gewünschten Farbe zu finden. Und nicht jede/r ist Experte an den Stricknadeln.
Kein Problem - häkeln Sie sich doch einfach einen Loopschal selbst! Mit der richtigen Technik geht das ganz leicht und schnell und sieht überhaupt nicht "selbstgehäkelt" aus, wie wir im Folgenden sehen werden. Ein zusätzlicher Vorteil: So lassen sich auch Wollreste prima weiterverwenden. Und dadurch, dass fortlaufend in Runden gehäkelt wird, gibt es auch keinen unschönen "fledderigen" Rand, sondern am Anfang und am Ende entsteht eine gerade Kante.

Einen Loopschal in einfacher Technik schnell häkeln

Der Trick liegt in der dicken Nadel. Normalerweise wird eine Häkelnadel passend zum Garn verwendet, das ist in der Regel Stärke 3 bis 5. Bei diesem Schal nehmen wir jedoch eine Nadel in der Stärke 10 und verwenden "normaldickes" Garn. Auch beim Muster machen wir es uns ganz einfach. Häkelmuster gibt es wie Sand am Meer, aber wir wollen uns ja nicht mit komplizierten Zählereien aufhalten, sondern in kürzester Zeit ein schönes Accessoire fertigstellen. Also beschränken wir uns auf feste Maschen, die machen sich sozusagen von selbst. Nun kann selbstgehäkelte Bekleidung, und noch dazu in einfachen festen Maschen, manchmal etwas hausbacken aussehen. Nicht so bei diesem Modell, denn wir haben ja die extra dicke Häkelnadel. In Verbindung mit der dafür eigentlich zu dünnen Garnstärke entsteht ein feines Netz- oder Lochmuster, das noch dazu ein sehr gleichmäßiges Maschenbild zeigt - anders als etwa beim Stricken, wo kleine Unregelmäßigkeiten sofort auffallen. Am Ende ist der Schal von einem gekauften Stück nicht zu unterscheiden.

         oben: Häkelnadel Stärke 10

         zum Vergleich darunter:

         Häkelnadel Stärke 3,5

gearbeitet mit Regia 4-fädig Royal Color 

für Nadelstärke 2-3, Lauflänge 210 m / 50 g

gehäkelt mit Nadel Nr. 10

Bezugsquelle siehe weiter unten

 

Anleitung

Zunächst sollte mit einem Maßband oder an einem bereits vorhandenen Stück gemessen werden, wie lang der Schal werden soll. Um den Loop zweimal locker um den Hals zu schlingen, reichen etwa 150 cm. Bei dieser Länge ist es auch möglich, den Schal sogar dreimal um den Hals zu wickeln, dann etwas fester anliegend.

Als Material eignet sich ein Wollgemisch für Nadelstärke 2 bis 3 am besten. Wer es dicker mag, nimmt Garn für Stärke 3-4. Ganz besonders gut lässt sich Sockenwolle verarbeiten; schöne Effekte können mit den mehrfarbigen Garnen erzielt werden, die beim Verarbeiten ein Muster ergeben, siehe Foto oben. Auch für unseren Schal eignet sich solches Garn sehr gut, dann entstehen kleine Farbtupfer ganz von selbst. Für den Sommer kann man auf leichtere Garne umsteigen, dann soll der Schlauchschal ja nicht mehr wärmen, sondern nur noch gut aussehen.

   Aller Anfang ist leicht:

   die Luftmaschenkette,

   hier mit etwas dickerem Garn

Wir nehmen also unsere Nadel in der Stärke 10 und schlagen eine Luftmaschenkette in der gewünschten Länge an, vorsichtshalber etwa 5 Maschen mehr nehmen und nicht zu fest häkeln. Die Luftmaschenkette wird dann zum Kreis geschlossen, dabei darauf achten, dass die Kette nicht in sich verdreht wird.

 

Weiter geht es jetzt mit festen Maschen. Diese erste Reihe ist die schwierigste, es geht möglicherweise etwas schwer, die dicke Nadel einzustechen. Das wird aber ab der zweiten Reihe besser, spätestens ab der dritten Reihe, also durchhalten und nicht verzweifeln! Am Ende der ersten Reihe mit festen Maschen unbedingt noch einmal überprüfen, ob sich die Reihe nicht verdreht hat, das passiert nämlich ganz schnell. Notfalls kann jetzt noch ausgeglichen werden, bevor die erste Reihe geschlossen wird. Wenn alles schön gerade ist, wird einfach in Runden weitergehäkelt, ohne Anfang und Ende. Jetzt "flutscht" es richtig schnell! Das schöne Muster lässt sich erst nach einigen Reihen erkennen.

Nun wird so lange in Runden weitergehäkelt, bis die gewünschte Breite erreicht ist. Gegebenenfalls kann andersfarbiges Garn eingearbeitet werden - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! 

Kleiner Tipp: Eventuell empfiehlt es sich, die letzte Reihe mit etwas kleinerer Nadelstärke zu arbeiten, etwa Stärke 7, damit der Abschluss nicht zu locker wird. Einfach ausprobieren, was am besten aussieht. Ebenso kann es vielleicht notwendig sein, auf die Anfangsreihe ( = die Luftmaschenreihe) noch eine Reihe feste Maschen zu arbeiten, weil die Luftmaschenreihe manchmal recht locker wird. Oder alternativ einfach mit einer dicken Nähnadel und dem verwendeten Garn umstechen.

Zum Schluss werden die Fäden vernäht, eventuell bei Bedarf das gute Stück noch leicht dämpfen, falls es sich etwas eingerollt hat. Fertig ist ein schöner Schlauchschal, der sich überall sehen lassen kann und vielleicht sogar ein willkommenes Geschenk für die beste Freundin ist.

Natürlich lässt sich auch eine noch dickere Häkelnadel verwenden oder noch dünneres Garn - umso filigraner wird das Muster dann. Oder aber superdickes Garn mit ganz dicker Nadel, das ergibt hochmodische Effekte und geht natürlich noch viel schneller.

Das hier verwendete Garn (siehe unten) hat den großen Vorteil, dass es auch nach mehrmaligem Aufribbeln immer noch gut aussieht und seine Form behält. Außerdem lässt es sich gut waschen. Und ein unschlagbarer Vorteil ist natürlich die enorm lange Lauflänge: 210 Meter, das reicht für einen Schal und macht die Sache damit sehr preiswert.

Durch die einfache Häkeltechnik nur mit festen Maschen geht das Ganze einfach und schnell und fast wie von selbst. Ideal bei gemütlichen Fernsehabenden, weil man gar nicht auf Nadel oder Maschenbild achten muss. So entsteht an ein bis zwei Abenden ein schönes Teil nach individuellem Geschmack. Vorsicht, Suchtgefahr!

Das Garn vom Foto oben gibt es hier:
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So könnte ein Sommerloopschal aussehen:

Oder auch so: noch ein Sommerloop

Autor seit 5 Jahren
40 Seiten
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