Worauf richtet sich unsere Aufmerksamkeit?

Wir beschäftigten uns gestern mit

Jetzt ist der Augenblick der Macht

und dort u.a. mit dem freudschen Eisbergmodell, welches besagt, dass mindestens 80 % unseres Seins unbewusst abläuft und uns nur maximal 20 % bewusst sind. Wenn wir also z.B. EntScheidungen treffen, spielen immer 80 % von dem mit, was unbewusst in uns veranlagt und verankert ist.

Was sind das für Dinge, welche da unbewusst in uns "herrschen" und über unser Leben bestimmen?

Das sind vor allem

  • Prägungen, aus unserer Kindheit, Schulzeit, Teenagerdasein, aus unserem ganzen Leben.
  • Überzeugungen, die wir irgendwann als unsere eigenen anerkannt haben oder einfach nie hinterfragt hatten und als gegeben annehmen.
  • Eigene Erfahrungen und Erkenntnisse
  • Glaubenssätze
  • Ängste und Befürchtungen

Wie gesagt - unbewusst = nicht bewusst. All diese Dinge sind einfach in uns, machen 80 % unseres Seins aus, ohne dass wir bewussten Zugriff darauf haben. Und dann gibt es so Aussagen wie

Das UnBewusste negiert Verneinungen.

Sorry, aber das ist so, wie wenn ich sagen würde "Alle Männer sind Schweine." Stimmt, gibt einige, die es wirklich sind, aber doch nicht alle (hoffentlich). Und es ist auch nicht so, dass das UnBewusste Verneinungen einfach ignoriert und negiert, sondern der Titel meines heutigen Beitrages trifft es viel eher:

Energie folgt der Aufmerksamkeit.

The Secret

The Secret ist ein von Rhonda Byrne und Paul Harrington für Prime Time Productions produzierter Film, der im Stil eines Dokumentarfilms das sogenannte "Gesetz der Anziehung" verdeutlichen soll. Er gilt als Vorgänger des von Drew Heriot...

Das UnBewusste negiert Verneinungen - Dies ist zwar ein häufig kolportierter Satz, aber er stimmt so nicht.

Was macht den Unterschied, der einen riesengroßen Unterschied macht? Und warum brechen es so viele, auch anerkannte Experten, auf diesen einfachen Satz runter, der schlichtweg falsch ist?

Weil es manchmal "zu.fällig" übereinstimmt, wohlgemerkt manchmal und zufällig, aber nicht immer, sonst würde nämlich auch "The Secret" und ähnliche tolle Bücher bei allen Menschen funktionieren, was sie aber leider nicht tun.

O.k., was ist der Unterschied?

Angenommen Sie haben Schulden und wollen davon loskommen.

Jetzt "lernen" wir beim "positiven Denken", dass wir alles positiv formulieren sollen. Möglicherweise kommen wir jetzt zu der Affirmation "Ich bin schuldenfrei". Ist ja positiv, in der Ich-Form formuliert und so, als obs schon so wäre.

Aber was passiert?

Die Schulden werden nicht weniger.

Warum?

Weil meine Aufmerksamkeit weiter auf die Schulden gerichtet ist. Und wenn die Energie der Aufmerksamkeit folgt, dann richten Sie weiterhin ihre Energie auf - die Schulden.

Ich möchte Sie auf ein Gedankenexperiment einladen. Was würde passieren, wenn ich meinen Satz so formuliere: "Ich hab keine Unmengen von Geld über, mit dem ich machen kann, was ich will."

Dann klingt dieser Satz zwar möglicherweise negativ, aber nur scheinbar, weil worauf lenke ich meine Energie und Aufmerksamkeit? Auf die Unmengen von Geld, die ich übrig habe :-)

Hier passt das auch zusammen, dass das UnBewusste Verneinungen negiert und ignoriert, aber es passt auch, dass die Energie der Aufmerksamkeit folgt.

So tun, als ob etwas schon so wäre, wie Sie es gerne hätten.

Ich werde nie vergessen, als ich auf einem eintägigen Seminar war über positives Denken. Der Trainer war einer, den ich vor Jahrzehnten bei seinen Rhetorikseminaren bewundert hatte, weil er so exzellent verstanden hat, sich auszudrücken und andere Menschen in ihren Bann zu ziehen.

An die 15 Jahre später und einiges an persönlicher Erfahrung reicher, fuhr ich zu besagtem Seminar. Und dann kam das Thema auf Schulden und was man tun kann, wenn man nicht genug Geld hat.

Und er erklärte uns, dass wir uns eine große schwarze Zahl auf unserem Kontoauszug vorstellen sollten. Ja, und? Mir persönlich brachte das überhaupt nichts, schon gar keine guten Gefühle, ganz im Gegenteil, es war irgendwie unstimmig und kalt - für mich.

Andere TeilnehmerInnen waren total begeistert und hatten das irre und tollste Erfolgserlebnis dadurch. Wobei ich auch gestehen muss, dass ich damals schon viel mit meinem eigenen UnBewussten gearbeitet hatte und es schon recht gut kannte.

Also schwenkte ich auf "meine Art" um, mit dieser Thematik umzugehen. Ich stellte mir vor, wie ich im Wald hinterm Haus in einer Hängematte liege, die Sonne scheint durch die Föhren auf mich herunter und ein netter und zuvorkommender Mann bringt mir einen kühlen Drink, während ich mich des Lebens freue.

Ich hatte dann auch noch eine lange Diskussion mit unserem Trainer darüber geführt und wir kommen auch heute noch immer wieder auf diese Thematik zurück. Ich bin kein rein visueller Typ, d.h., ich kann mir zwar etwas vorstellen, aber das ist meist sehr mühsam.

Ich bin eher der kinästhetische Typ, der viel über Emotionen abarbeiten und auch erreichen kann. Ich muss es "spüren", ev. auch hören und riechen und schmecken. Visualisieren allein ist für mich und mein UnBewusstes viel zu wenig, als dass es nachhaltige VerÄnderungen herbeiführen würde.

Was wäre, wenn?

"Das Leben ist viel zu wichtig,
um es zu ernst zu nehmen."
Roman Braun

Ich lade Sie ein, sich einmal ein Wochenende zu gönnen, in dem Sie so tun, als ob das Leben ein Spiel wäre. Jetzt nichts tragisches wie "Mensch ärgere dich nicht" und auch nichts denkintensives wie "Monopoly", sondern etwas ganz lustiges, was ihnen als Kind viel Spaß gemacht hat.

Verbringen Sie ein spielerisches Wochenende mit viel Spaß und Freude und lassen Sie in dieser Zeit alle Gedanken, Gefühle und Emotionen zu, die ihnen dabei in den Sinn kommen, wenn Sie an das denken, wie Sie in Zukunft gerne leben möchten.

Machen Sie Urlaub vom Alltag. Richten Sie ihre Aufmerksamkeit darauf, wie es wäre, wenn es wirklich gut ist, vielleicht sogar noch viel besser als gut. Ein weiterer Spruch von Roman Braun in seinen NLP- und Trinergy®-Ausbildungen ist:

How much pleasure can you stand?

Wie viel Freude und Wohlfühlen kannst du aushalten? Ich dachte zu Beginn immer, dass das ganz einfach sei, immer mehr und mehr Glück und Freude auszuhalten, aber ich wurde immer öfter eines Besseren belehrt.

Manchmal ist es gar nicht so einfach, wirkliche Glücksgefühle zuzulassen, doch je öfter wir es uns gestatten, je öfter wir es zulassen, dass wir glücklich und zufrieden durchs Leben wandern, desto öfter werden sich derartige Gefühle auch dann einstellen, wenn es uns eigentlich nicht ganz so gut geht.

Je öfter wir echte und ehrliche Glücksmomente erleben, desto mehr sacken auch diese Erinnerungen in diese 80 % unseres Unbewussten und werden dort als Lernerfahrungen verankert. Mehr dazu gibt es dann in einigen Tagen noch bei einem eigenen Kapitel über meinen Umgang mit meinem Freund KU ;-)

Autor seit 4 Jahren
12 Seiten
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