Der Weltmarkt für Melonen

China beherrscht den weltweiten Melonenmarkt. Mit einem Anteil von 72 Prozent ist Asien und dort vor allen Dingen China führend im Melonenanbau. Weitere bedeutende Erzeugerländer sind die Türkei, der Iran, Ägypten, Indien, die USA, Spanien, Marokko, Kasachstan, Guatemala, Brasilien, Mexiko, Venezuela und Italien.

Besonders beliebt sind die Zuckermelonen (Cucumis melo), zu denen im Einzelnen die Cantaloupe-, Charentais-, Galia-, Honig- und Netzmelonen zählen. Die ebenfalls sehr bekannte Wassermelone (Citrullus lanatus) gehört zu einer anderen Gattung und bildet als eine aus Afrika stammende Nutzpflanze eine eigenständige Art, die ebenfalls weltweit in warmen Regionen angebaut wird. Da Wassermelonen ursprünglich Wüstengewächse sind, benötigen sie noch mehr Wärme als Zuckermelonen.

Neue Züchtungen besitzen viel Robustheit und können in Deutschland in der Pfalz, Baden Württemberg, Bayern und auch Brandenburg in besonders milden Gegenden oder Weinbaugebieten angebaut werden. Zu nennen sind hier Gebiete wie das südliche Rheintal und der Kraichgau.

Melonenbauern in Deutschland

Melonen gehören zu den Kürbisgewächsen und können generell in unserem Klima angebaut werden, obwohl die Mittelmeerländer einen klimatischen Vorteil besitzen.

Die Versuche mit dem Melonenanbau in Deutschland kosten Lehrgeld. Ein bayerischer Bauer setzte im ersten Jahr die Pflanzen zu spät aus, weil er Angst vor dem Spätfrost hatte. Sie wurden erst zu Beginn der Kürbissaison reif. "Dann will jeder Kürbissuppe essen – und niemand mag mehr Melone," meint er, denn die Melone sei nun mal eine Sommerfrucht. Im Folgejahr setzte er die Pflanzen früher aus; dafür erwischte sie der Frost. Im letzten Jahr konnte er rund 4000 Melonen ernten.

In Brandenburg baut bisher nur ein Bauer Melonen professionell an. Ihm steht in diesem Jahr ein 20 000 Quadratmeter großes Feld zur Verfügung. Seine geernteten Melonen sind rund oder länglich, das Fruchtfleisch knallrot bis leicht rosa. Einige Exemplare bringen bis zu 18 Kilogramm auf die Waage.

Offizielle Zahlen über die Zahl der Melonenbauern gibt es nicht, da der Anbau von Melonen in Deutschland in ländlichen Betrieben noch im Nebenerwerb geschieht und die. In Bayern und Baden-Württemberg soll die Zahl der Melonenbauern stetig ansteigen.

Das Wachsen und Gedeihen von Melonen

Melonen brauchen sehr viel Platz, sind nicht winterhart und werden bei uns einjährig kultiviert. Die ausladend wachsenden Pflanzen besitzen bis zu 5 Meter lange Ranken, an denen sich die 2–3 cm großen, kelchförmigen und zitronengelben Blüten bilden. Melonen sind in der Regel einhäusig, das heißt männliche und weibliche Blüten befinden sich an ein und derselben Pflanze. Die männlichen Blüten erscheinen vor den weiblichen und stehen meist zu mehreren in den Blattachseln.

Die weiblichen Blüten bilden sich erst an den nachwachsenden Seitentrieben. Man kann sie gut an kleinen Verdickungen unterhalb der Blütenblätter erkennen, den Fruchtknoten. Aus ihnen entwickeln sich die Früchte, die sich je nach Art und Sorte stark voneinander unterscheiden. Sie können länglich, oval oder rund geformt sein und eine hell- bis dunkel-gelbe, grüne oder braune Schale aufweisen, die entweder glatt, gerippt oder korkartig genetzt ist. Unreife Melonen sind schwach behaart, reife dagegen glattschalig. Das Fruchtfleisch kann dabei zwischen weiß, gelb, orange, rosa und grün variieren. Die Samen befinden sich in einer Höhlung im Inneren der Frucht, bei Wassermelonen sind sie im Fruchtfleisch eingelagert.

Vorziehen und Aussaat von Melonen

Vorgezogene Jungpflanzen sind im Fachhandel nur sehr selten erhältlich, deshalb bleibt nur dir eigene Anzucht. Eine Direktsaat ins Freiland ist zwar möglich, aber hat nur selten Aussichten auf einen Erfolg, weil die Pflanzen sehr viel Wärme benötigen. Üblich ist selbst in wärmeren Regionen eine Vorkultur ab Ende März im Gewächshaus, im Frühbeet oder auf der Fensterbank. Dazu steckt man jeweils 2 bis 3 Samen in einen kleinen Topf, den man möglichst hell und warm aufstellt. Die Saattiefe beträgt 1–2 cm. Bei einer Keimtemperatur von 20–25 Grad Celsius beträgt die Keimdauer 1 bis 2 Wochen. Während dieser Zeit muss die Kultur gleichmäßig feucht gehalten werden.

Nach dem Keimen lässt man nur den kräftigsten Sämling stehen und weiterwachsen. Den Wurzelballen bei der Pflanzung nur sehr dünn mit Erde bedecken. Der empfohlene Pflanzabstand beträgt etwa 1 Meter zwischen den einzelnen Pflanzen und Reihen.ihre ersten richtigen Blätter ausgebildet haben, werden sie frühestens Mitte Mai ausgepflanzt oder im April ins Gewächshaus verbracht. Der Boden sollte sich bereits auf mindestens 15 Grad Celsius erwärmt sein.

Standortfragen zu Melonen

Melonen benötigen immer einen sonnigen und warmen Standort. Ideal sind geschützte Lagen, zum Beispiel in einem Gewächshaus, einer Vliesabdeckung oder einem Folientunnel. Denn dort finden sie das ganze Jahr über beste Anbaubedingungen vor. Melonen gedeihen am besten bei Tagesdurchschnittstemperaturen von 25 Grad Celsius. Bereits bei Temperaturen unter 12 Grad Celsius treten erste Wachstumsstockungen auf.

Optimal sind humose und nährstoffreiche, lockere sowie gut durchlässige Böden, die aber trotzdem ausreichend feucht sind. Nicht geeignet sind extrem nasse und schwere Böden sowie extrem leichte Böden mit geringem Wasserhaltevermögen.

Melonen sind Starkzehrer und eine ideale Erstkultur auf frisch gedüngten Beeten. Eine Mischkultur mit anderen Pflanzen eignet sich aufgrund ihrer Starkwüchsigkeit selten.

Melonen sind unverträglich mit sich selbst und sollten frühestens erst nach fünf Jahren wieder auf demselben Beet angebaut werden.

Pflege der Melonenpflanzen

Melonen müssen während der gesamten Kulturdauer regelmäßig gegossen und gleichmäßig feucht gehalten werden. Denn Probleme in der Wasserversorgung führen zu glasigem Fruchtfleisch, schwammigem Gewebe und schlechten Lagereigenschaften. Besonders viel Pflege benötigen sie während der Blüte und des Fruchtansatzes. Bei der Fruchtbildung haben Melonen den höchsten Nährstoffbedarf. Sobald die Pflanzen Früchte angesetzt haben, düngt man sie alle 2 Wochen mit einem Volldünger, der im Gießwasser aufgelöst wird. Dabei eignet sich Tomatendünger sehr gut.

Immer ist Staunässe zu vermeiden. Sie führt fast immer zu Fäulnis am Wurzelhals. Auch sollte der Boden unkrautfrei gehalten werden. Da Melonen stark verzweigte, oberflächliche Wurzeln besitzen, darf nicht zu tief gehackt und gejätet werden. Der Einsatz einer schwarzen Mulchfolie ist von Vorteil. Sie unterdrückt nicht nur das Unkrautaufkommen, sondern erwärmt auch noch den Boden und schützt ihn vor einer übermäßigen Verdunstung. Es müssen sich aber ausreichend Löcher in der Folie befinden, damit Gieß- und Regenwasser gut ablaufen und im Boden versickern können.

Entspitzen nicht vergessen

Wichtig für einen guten Ertrag ist das sogenannte Entspitzen: Es hat sich bewährt, den Haupttrieb von Melonen nach dem 5. oder 6. Blatt zu entspitzen. Die Pflanze verzweigt sich dann und bildet vermehrt Seitentriebe, die wiederum nach dem 3. bis 5. Blatt gekappt werden. Erst an den dann entstehenden Seitentrieben zweiter Ordnung erfolgt der Fruchtansatz. Um die Pflanzen nicht zu überfordern und eine ausreichende Versorgung der Früchte zu gewährleisten, sollte man nicht mehr als 4–6 Melonen gleichzeitig pro Pflanze heranreifen lassen.

Die reifenden Melonen legt man auf ein Brett, eine Styroporplatte oder eine Unterlage aus Stroh, damit sie nicht auf der feuchten Erde aufliegen und zu faulen beginnen. Wenn man sie alle paar Tage vorsichtig dreht, erhalten sie von allen Seiten so viel Sonne wie möglich und werden süßer.

Ernte und Lagerung von Melonen

Die Ernte von Melonen beginnt etwa 3 bis 4 Monate nach der Aussaat, bei uns also nicht vor August. Sie erfolgt nur bei Vollreife, wenn die Früchte ihr volles Aroma entwickelt haben. Denn Melonen reifen nach der Ernte kaum nach. Die meisten Sorten verströmen im reifen Zustand einen süßlichen Duft, der typisch für sie ist. Gleichzeitig zeigen sich am Stielansatz feine Risse, die dadurch entstehen, dass sich die Früchte von den Trieben lösen. Zur Ernte den Stiel mit einem scharfen Messer oder eine Schere abschneiden, nicht abreißen.

Nach der Ernte sind Melonen an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort gelagert mehrere Wochen lang haltbar. Im Kühlschrank würden sie ihren aromatischen Duft und feinen Geschmack verlieren. Sollte es einmal vorkommen, dass zu viele Melonen gleichzeitig reif werden, kann man aus ihnen eine leckere Konfitüre zubereiten, die auch gut schmeckt, wenn man sie mit anderen Obstarten, wie etwa Himbeeren, mischt. Ansonsten werden Melonen klassischerweise wie Obst frisch gegessen, serviert mit einer hauchdünnen Scheibe Schinken als pikante Vorspeise oder in gemischten Obstsalaten mit ausgestochenen Melonenkugeln als fruchtiges Dessert.

Autor seit 7 Jahren
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