Zum Feste nur das Beste, Selbstgemacht mit viel Liebe, Palettenmöbel!

Nachdem ich meine Palette in Einzelteile zerlegt habe, werden diese nach dem Schleifen mit einem offenporigen Holzschutz gestrichen. Dazu verwenden wir eine Lammfell-Walze. Mit Holzschutz kann ich einfaches Holz, wie nordische Kiefer, optisch in ein Edelholz verwandeln. Ob Mahagoni, Kirsche, Lärche oder Ebenholz, im Endeffekt wird niemand auf den ersten Blick den Unterschied zu Edelhölzern bemerken. Von tropischem Edelholz sollten wir eh die Finger lassen. Allein um einen wertvollen Baum aus dem Urwald zu transportieren, müssen Hunderte seiner weniger begehrten Artgenossen für den Transportweg sterben. In der heutigen aufgeklärten Zeit sollten wir schnell wachsenden Holzarten den Vorzug geben. Die meisten Menschen, die sich aus Prestigegründen Tropenholz "gönnen", haben eh keine Ahnung von den Vorzügen und den ökologischen Nachteilen. Diese Urwaldriesen wachsen sehr langsam und auch nicht dicht neben einander. So findet man nur ein oder zwei Exemplare pro Km². Dafür dann ganze Schneisen der Verwüstung in die grüne Lunge der Erde zu walzen ist strafbarer Frevel. Fragt mich jemand, was ich für Holz verwende, so lautet die Antwort: "Echtes Baumholz!" Erhalte ich dann wohlwollendes Nicken, ist klar, dass der Fragende hohler als mein 150 Jahre alter Apfelbaum ist.

Für die Standhaftigkeit des Tisches ist der Schreiner verantwortlich! Für Schlamperei fragen sie ihren Bierbrauer!

Die Stempel zu Befestigen ist die Hauptarbeit

Vorher - nachher, nicht einfach draufloswurschteln, immer erst einen Plan mit Abläufen erstellen!

So, der Tisch ist stabil, praktisch und ergonomisch.

Lange Schrauben geben Halt, die Löscher müssen aber vorgebohrt werden, Schraubköpfe versenken!

Als Füße oder Stempel habe ich einen recht kräftigen Rauholzbalken erworben. Der ist drei Meter lang, und wird in genau vier Teile geschnitten. Doch vorher noch mal nachgemessen. Denn siehe da, mein Balken ist nur 2,95 Meter lang. Bedeutet, jeder Fuß wird 73,75 Zentimeter hoch. Da bitte genau messen und arbeiten, sonst kippelt ihr Tisch. Dazu muss ich für die Arbeitshöhe zu erhalten ja auch noch die Gesamthöhe der Palette berechnen. Mein Tisch wird höher als ein Esstisch, weil man (Frau) stehend daran werken soll (möchte). Die ideale, ergonomische Arbeitshöhe hat man meistens in den Küchen. Wenn jemand ohne Beugen, Strecken oder Verwinkeln der Arme arbeiten kann, ist die Höhe perfekt. Auf die Stempel (Füße) montiere ich nun die Außenkufen. Es macht Sinn, die Schraublöscher vorzubohren. Dazu benötigt man einen recht langen Holzbohrer. Die Bohrlöscher verhindern ein Reißen, Zerspringen oder Splittern der Klötze und Bretter. Außerdem folgt die Schraube so dem gewünschten Weg, bleibt gerade und sorgt damit für guten Halt. Ausreichend lange Holzschrauben sind ein Muss. Die sollten schon für Stabilität sorgen. Ich kann auch zusätzlich Holzleim oder einen für Holz geeigneten Baukleber auf die Kontaktflächen geben. Das gleicht geringe Unebenheiten aus und gibt zusätzliche Stabilität. Damit die Schraubköpfe nicht überstehen, muss ich sie "versenken". Dazu erweitere ich das Bohrloch mit einem sogenannten Schabbohrer, den benutze ich für Löscher in Plastiktonnen zu bekommen, für Überlaufhähne zu installieren. Es reicht, die Stärke des Schraubenkopfes wegzufräsen. So kann das nächste Bauteil eben aufliegen. Da unser Europalettentisch ja ein Weihnachtsgeschenk wird, müssen wir die gewohnte Sorgfalt an den Tag legen.

 

Sei schlau, pfusche nicht am Bau. Selbstgemacht ist Qualität!

Die Füße müssen "WAAGE" sein! Sonst wir das Weihnachtsfest ein Desaster!

Zwischen die Füße kommen noch sogenannte Abstandshalter. Die sorgen für mehr Stabilität und ich kann noch einige Längsbretter als Ablage für Material oder Werkzeug anbringen. Die Einzelteile waren ja bereits mit offenporigem Holzschutz, hier in Mahagoni, gestrichen. Nun werden diverse Stellen nachgebessert, da z. B., wo Teile zusammenstoßen. Streichen sollte man in einem geschlossenen, staubfreien Raum. Am besten zu einer Jahreszeit, wo keine Insekten unterwegs sind. Und Katzen, ich weiß wovon ich spreche, sollten keinen Zutritt haben. Die laufen grundsätzlich über alles Neue und können das Schild "frisch gestrichen" nicht lesen. Ist alles zu unserer Zufriedenheit und auch schön getrocknet, kommt die Lackschicht drauf. Klarlack wird mit einer Lackwalze aufgetragen. Nun nochmals gut trocknen lassen. Zum Schluss kommt die Sichtprüfung oder Endkontrolle. Haben wir sauber und akkurat gewerkelt, können wir ruhigen Gewissens unser Feierabend-Bier genießen und Weihnachten ausliefern. Einpacken geht nicht? Ich stell den einfach als Gabentisch hin, lege eine große Tischdecke drüber und packe die Geschenke für die Kinder und Enkel drauf. Kommt dann das lange Gesicht meiner Angetrauten, ziehe ich die Tischdecke weg und trara, Christmas ist da.

Aus Alt mach NEU! Wiederverwertung ist Umweltschutz. Möbel aus alten Paletten.

 

Für Euch alle noch einen alten Hobby-Handwerker-Macho-Witz:

 

Habt ihr etwas für eure Göttergattin gebastelt, gibt es zwei Möglichkeiten:

 

  1. Ihr gefällt es, dann war das Werk gut!

  2. Ihr gefällt es nicht und sie haut ab zu ihrer Mami, dann war es ein gutes Werk, dafür steht ja der Kasten Kölsch im Keller!

Frohes Fest und gutes Gelingen Euch allen da draußen!

Laden ...
Fehler!