Selbstgemacht zum Fest der Liebe ist voll in. Ein Gabentisch aus Europalette!

Mit Beziehungen oder ein wenig Glück kann man schon mal defekte Paletten für einen kleinen Obolus erwerben. Möglicherweise auch direkt die Einzelteile, was von Vorteil wäre. Auf Grund der rutschfesten Spezialnägel ist die Demontage einer Palette eher mühsam. Sie besteht aus den drei Kufen-Brettern, die jeweils auf drei Holzklötzen sitzen. Mitunter sind die Klötze (Abstandhalter) auch schon mal aus Press-Span. Das ist zum Möbelbau eher ungünstig. Darauf sollte man/frau beim Erwerb achten. Quer werden sie mit drei Brettern von 80 Zentimetern Länge zusammengehalten. Diese geben die Stabilität beim Anheben mit den Kufen eines Staplers. Längs sitzen drei breitere und zwei schalere Bretter von 1,20 Metern Länge. Auf diese wird später die Ware gestapelt.

Selbstgemacht mit viel Liebe zum Weihnachtsfest. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Paletten erst in Einzelteile zerlegen. Rechtzeitig anfangen, Weihnachten naht!

Ich habe zwei Paletten erstanden (organisiert, schließlich nennt man mich den Spar-Fuchs). Die stelle ich quer aufrecht an eine Wand. Mit dem Fäustling oder dem Vorschlaghammer haue ich die Kufen schräg weg. Nicht mit roher Gewalt arbeiten, Holz splittert! Von oben wurden lange Nägel durch alle Bretter in die Klötze getrieben. Die mit der Zange raus zuziehen ist fast unmöglich. Nun kann man die mit zwei Hämmern wieder gerade klopfen und rückwärts durch Schlagen auf die Spitze durch die Bretter treiben. Sind die fast draußen, lassen sie sich mit der Zange entfernen. Hat man nun alles in Einzelteile zerlegt, sucht man sich aus den zwei Paletten die besten Teile raus.

Die feine Maserung sollte man nicht mit Farbe übertünschen! Nur offenporig und mit Klarlack verschönern!

Rustikal, aber sehr niedrig. Also nichts für mich!

Unter rauhem Holz kommt eine feine Maserung hervor. An den Klötzen sieht man die Baumringe.

Nun wird geschliffen! Winkelschleifer oder Bandschleifer sind angesagt. Die Scheibe oder das Schleifband sollte feinkörnig sein. Die Einzelteile werden auf einen Bock gelegt und mit Zwingen befestigt. Ich benutze schweres Gerät, meine Flex mit Schwabbelscheibe. Dazu muss ich einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Wegen dem Staub im Freien schleifen, keine weiten Klamotten tragen, Schutzbrille und Staubmaske sowie Ohrschützer anlegen. Hab das mal beruflich gemacht, das Ding ist hochgefährlich. Damit kann man sich die Gliedmaßen abtrennen. Grundsätzlich gilt bei allen schnell drehenden Maschinen ein Alkoholverbot. Sollte eigentlich selbstverständlich sein! Feierabendbier gibt es erst nach Feierabend! Sinnvoll wäre eine glatte Arbeitsschürze aus Leder. Um manche Gliedmaße wäre es echt schade, wenn die nicht mehr da wären. Keine Zuschauer und schon gar keine Kinder in der Nähe dulden. Holzsplitter können wie Wurfmesser fliegen und verletzen.

Beim Schleifen kommt die volle Schönheit der Holzmaserung zur Geltung. Gleichmäßig ohne zu Verkanten schleifen. Kleine Ecken und Kanten können mit Schmirgelpapier nachgearbeitet werden.

Die fertigen Teile abbürsten oder mit einem Lappen entstauben. Sortiert trocken einlagern. Die können nun ausdünsten und Restfeuchte abgeben. Damit wäre der erste Akt für die Erstellung unseres Möbelstücks gelaufen.

Im nächsten Artikel zeige ich, wie man daraus einen wunderschönen, sehr dekorativen Tisch schreinert.

Bilder teils eigen - teils Pixabay (Titelbild)

 

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