Bio-Baumwolle wird meistens auf kleineren, familiär geführten Farmen angebaut. Sie ist von der Herstellung manchmal arbeitsaufwändiger als "normale" Baumwolle. Dabei sollte man wissen, dass "normale" Baumwolle zusehends vom Weltmarkt verschwindet. Große Konzerne vertreiben verstärkt Gentechnik-Baumwoll-Saatgut. Umweltverbände und diverse Entwicklungshilfsorganisationen kritisieren seit langem, dass damit die kleineren Landwirte in starke Abhängigkeiten geraten.

Die indische Umweltaktivistin Vandana Shiva (siehe: Video am Artikel-Ende) reist quer durch die Welt, um die "Machenschaften der Saatgut-Industrie anzuprangern". Große Konzerne hätten den indischen Landwirten hohe Ernteerträge versprochen und sie zum Kauf von sehr teurem Gentechnik-Saatgut überredet. Oft verschuldeten sich die Bauern dafür. In manchen Jahren funktionierte die Gentech-Saat aber gar nicht und viele Landwirte standen vor dem Ruin. Zahlreiche brachten sich sogar um. Biologische Produktion sei auch unter sozialen Gesichtspunkten deshalb die bessere Lösung, so Vandana Shiva. - Bei chinesischer Baumwoll-Ware ist übrigens Vorsicht geboten, wenn man auf Gentechnik-Baumwolle verzichten möchte. Baumwolle aus China stammt statistischen Angaben zufolge bereits weit über die Hälfte aus Gentechnik-Produktion. Wie es den Landwirten in dem kommunistischen Land tatsächlich damit geht, ist weitgehend unbekannt.

 

Gute Öko-Siegel und faire Preise?

Wer also mit gutem Gewissen Baumwolle kaufen möchte ist mit Bio-Baumwolle sicher gut bedient. Aber ist das nicht sehr teuer? Nein, inzwischen gibt es Labels die auch im Preis fair sind. Wenn es um Baby- beziehungsweise Kinderkleidung geht, sollten Eltern aber auch auf Gütesiegel zur Herstellung achten. Speziell bei der Einfärbung von Baumwolle kann es zu Berührung mit problematischen Chemikalien kommen. Ein Tipp für öko- und gesundheitsbewusste Menschen ist das GOTS-Siegel. GOTS ist die Abkürzung für "Global Organic Textile Standard". ES umfasst weltweit verbindliche Standards für die textile Herstellung. Die schädlichen Folgen der Massenproduktion von Baumwolle sollen damit begrenzt werden. Gefördert wird nachhaltige Landwirtschaft, die Rücksicht auf Umwelt und soziale Anliegen der Hersteller legt.

Bio-Baumwolle unter diesem Siegel kommt aus kontrolliert biologischem Anbau. Teilweise wird sie sogar unter den strengen Demeter-Regeln hergestellt. Meist wird die Baumwolle von Hand gepflückt und ohne chemische Hilfsmittel versponnen. Der Einsatz von Chemikalien wird streng überwacht, die Betriebe werden jährlich Kontrollen unterzogen.

 

Cotton People Organic ist zum Beispiel ein Hersteller, der bereits seit langem am Markt ist und GOTS-zertifizierte Kleidung herstellt. Auffallend ist auch der Schick der Modelle. Die Baby-T-Shirts sind eine Augenweide. In zarten, pastelligen Farben, geringelt oder auch mit einem hübschen Schmetterling verziert, wirklich sehr gelungene Stücke. So gekleidet wird auch der kleine Wurm (oder political correct: die kleine Wurmiline) begeistert sein. Nach eigenen Angaben arbeitet der Hersteller bereits seit vielen Jahren mit Bio-Bauern in Ägypten und Indien zusammen.

"Tante Tina" wirbt ebenfalls mit GOTS und die weißen Baby-Strampler wären zu "hundert Prozent" chemi-frei. Zugegeben, die weißen Strampler sind einfach im Design. Aber hundert Prozent chemiefrei, das hat schon was für gesundheitsbewusste Eltern.

Es gibt leider heute auch "Bio-Auswüchse" vor allem in der Nahrungsmittelindustrie, wie in diesem Artikel beschrieben. Doch bei Bio-Baumwolle kennt man derartige Vorwürfe derzeit nicht. Vor einigen Jahren flog ein größerer Fall auf, wo "normale" Baumwolle als Bio bei großen Handelsketten verkauft wurde. Beim GOTS-Siegel ist aber kein Skandal bekannt geworden, bisher. Der Griff zu Bio-Baumwolle ist tatsächlich noch ein Beitrag zu nachhaltiger Landwirtschaft und eine Chance für kleinere Landwirte in Entwicklungsländern. 

Tipp: Second-Hand

Übrigens: Wer auf wenig Chemie Wert legt kann bei Kinderkleidung durchaus einmal im Freundeskreis fragen. Abgelegte Kleidung hat zwar noch immer einen gewissen "Almosen-Touch", doch sie ist durch mehrere Waschgänge bereits von Chemie ziemlich gesäubert. Eine liebe Freundin von mir, schwört auf Second-Hand-Kleidung für ihre drei Kinder. Sie geht dafür in Second-Hand-Läden, hat sich in einen Tauschkreis eingeklingt und manchmal findet sie schöne Stücke auch auf dem Flohmarkt. Das ist speziell für Menschen mit schmaler Geldbörse ein guter Weg zu chemie-freier Kinder-Kleidung zu kommen. Ein wenig Fachkenntnis und Improvisationstalent lohnt sich.

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Autor seit 3 Jahren
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