Prevolution – Ein Blick zurück

Planet der Affen Prevolution geht zurück in die Vorgeschichte

Außergewöhnlich bei der jüngsten Verfilmung ist, dass es sich weder um einen neue Folge handelt, die lediglich auf den Fahrenden Zug alter Erfolge anknüpfen möchte noch eine logische Fortsetzung darstellt.

Vielmehr erzählt der Streifen die Vorgeschichte aus der die zurückliegenden Filme hypothetisch hervorgingen. Standen bisher doch in größerem Umfang die Action Szenen im Vordergrund, wird in Prevolution mehr Wert auf die eigentliche Story gelegt wobei auch dieser mit reichlich Action und Effekte aufwarten kann, doch immer als logische Konsequenz der Handlung. Nicht ganz kann jedoch die zweite Hälfte halten, was die erste Hälfte verspricht.

Die Geschichte

Am Anfang stand ein Mittel gegen Alzheimer

Auf der Suche nach einem Mittel gegen die unheilbare Krankheit Alzheimer engagiert sich Will Rodman, dargestellt von James Franco, mit großer Hingabe in der Forschung. Hierfür hat er ganz persönliche Gründe, die darin liegen, dass sein eigener Vater Charles, dargestellt von John Lithgow eben an dieser ihn und sein Umfeld belastenden Krankheit leidet. Wie üblich werden die ersten Ergebnisse an Versuchstieren erprobt, in diesem Fall an den Menschen nahe stehenden Schimpansen. Zunächst scheinen die Erfolge viel versprechend zu sein, dann kommt es aber zu einem Zwischenfall, der dazu führt, dass die Versuchstiere eingeschläfert werden müssen. Will entscheidet sich ein Neugeborenes namens Cäsar zu retten und nimmt es bei sich zuhause auf. Offensichtlich haben sich jedoch die Medikamente, die der Schimpansenmutter gegeben wurden in irgendeiner Form auf das Affenbaby übertragen zu haben und dieses ist dadurch mit einer außergewöhnlich hohen Intelligenz ausgestattet. Will Rodman adoptiert den kleinen Affen und zieht ihn wie seinen eigenen Sohn auf, was zu einer eigenartig neuen Familiensituation führt. Im Laufe seines Erwachsenwerdens entwickelt er eine eigene Persönlichkeit, was allmählich zu größeren Problemen führt. Er vereint in seinem Charakter einerseits die außergewöhnliche Intelligenz, die menschliche Familiennähe und, und da liegt mit das Hauptproblem, den natürlichen Instinkt – dann kommt es zum Zwischenfall.

Cäsar – Hauptrolle für einen Affen

Technische Möglichkeiten verhelfen der Story zur Glaubwürdigkeit

Waren in den vorangegangenen Teilen von "Planet der Affen" trotz allem noch die Hauptrollen den menschlichen Darstellern vorbehalten, übernimmt diese nun, nicht zuletzt aufgrund der überzeugenden Umsetzung der CGI-generierten Tiere, die Affen, insbesondere Cäsar. "Hinter den Drähten" von Cäsar stand bei Prvolution Andy Serkis der bereits in der Verfilmung von "Herr der Ringe" Gollum seine Bewegungen und Emotionen verlieh. Dies wiederum mag aber auch mit daran liegen, dass die darstellerische Konkurrenz nicht allzu hart war, zumindest diejenigen außer James Franco und John Lithgow.

Trailer Planet der Affen - deutsch
Trailer Planet der Affen - englisch

Stärken und Schwächen von Planet der Affen

Ein guter Film der nicht immer überzeugt

Sicherlich als erstes zu bemerken ist, dass die Schilderung der Handlung, wenngleich im Mittelpunkt stehend, doch ein wenig einseitig ausfällt. Auch ist der Übergang vom kleinen niedlichen Affenbaby mit seinen menschlichen Zügen hin zum großen Revolutionsführer ein wenig abrupt und daher nur schwer nachvollziehbar bzw. glaubwürdig. Die erste Hälfte erscheint dabei noch recht schlüssig und auch außerordentlich kurzweilig, wenngleich man sich an Filme erinnert fühlt, deren Hauptschauplatz das Gefängnis ist, in dem immer wieder Revolten ausbrechen. Die größte Stärke von Planet der Affen Prevolution ist aber eindeutig die hervorragende Umsetzung der Affen, die aber wiederum von den Tierpflegern, die doch sehr als Bösewichte dargestellt werden, gequält werden – eigentlich nicht wirklich die Aufgabe eines Tierpflegers… Doch dies scheint für die Handlung notwendig, entsteht doch eben hieraus erst die Revolution. Offensichtlich hat man sich hierbei auch einem bewährten Ekel bedient, indem man eine dieser Rollen mit Tom Felton besetzte, der schon in den Harry Potter Filmen den schmierigen Sadisten Draco Malfoy mimte. Ob er sich selbst mit dieser einseitigen Rolle einen Gefallen getan hat sei dahingestellt.

Schwer zu sagen weshalb, doch gerät etwa das letzte Viertel des Filmes in seiner Schlüssigkeit etwas aus den Fugen. In dieser Phase verliert "Planet der Affen" leider an Plausibilität und der rote Faden, der zuvor gesponnen wurde scheint sich allmählich zu verlieren.

Fazit

Mit Planet der Affen Prevolution ist ein kurzweiliger und ausgesprochen unterhaltsamer Film gelungen, bei dem Effekte sehr gezielt und logisch konsequent eingesetzt wurden und nicht nur ihrer selbst Willen wahllos gestreut werden. Trotz der Schwächen, die sich gegen Ende zeigen, wo manches an liebevollen Details fehlt und in Teilen eine überschnelle Entwicklung stattfindet, kann der Film alle in allem als unterhaltsames Kino überzeugen und auch denjenigen, der nicht unbedingt ein großer Freund von Science Fiction Streifen ist gefallen.

Filmdaten

Deutscher Filmstart: August 2011
Genre: Science Fiction, Drama, Action
Darsteller: James Franco, Tom Felton, Freida Pinto, Tyler Labine, Andy Serkis, Brian Cox, John Lithgow, David Hewlett, Jamie Harris, Sonja Bennett

Drehbuch: Pierre Boulle, Rick Jaffa, Jamie Moss, Amanda Silver
Regie: Rupert Wyatt

Autor seit 5 Jahren
358 Seiten
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