Vorweg kurz zum De Niro-Statement über Trump als US-Präsident: Am Rande einer Serie von Promi-Statements für eine Werbekampagne wurde auch Robert De Niro befragt. Offiziell wurde sein Beitrag zur Zukunft von USA und US-Bürgern nicht berücksichtigt, soweit ich das aus den amerikanischen Medien entnehme. Irgendwie kam die kurze Aufzeichnung aber doch in die Mainstream-Medien. Dass Donald Trump ein "Desaster für Amerika" sei, war noch die charmanteste Formulierung.

Auch wenn ich mich von einer gewaltorientierten Aussage in dem Video-Clip ausdrücklich distanziere, der direkten Art im Rest des Clips kann ich aber durchaus etwas abgewinnen.

Man soll nicht um den heißen Brei herumreden: Die Vorstellung, dass Donald Trump US-Präsident werden könnte und damit mächtigster Mann der Welt lässt mich erschaudern. Man stelle sich vor, dieser Mann sitzt nahe am Roten Knopf. (Das soll nicht heißen, dass ich auch alles an Clinton gut finde. Bernie Sanders wäre mir lieber gewesen.). Robert De Niro war aber überzeugend in dem Clip und ich finde es gut, dass ausgerechnet der medienscheue De Niro sich zu Wort meldet. - Ob er etwas bewirken konnte, sei dahingestellt. Selbst ein Profi unter den Polit-Beratern konnte diese Frage nicht eindeutig beantworten. - Anyway Robert De Niro ist eben Robert De Niro. Und gleichgültig ob er als Privatperson öffentlich auftritt (was er sehr, sehr selten tut) oder eine Rolle spielt, er hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Und damit endlich zum Film "The Score"...
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Die Handlung

Der in die Jahre gekommene Ganove Nicolai (Nick) Wells gespielt von Robert De Niro wird bei einem Coup beinahe erwischt. Darauf hin beschließt er sich zur Ruhe zu setzen und mit seiner Freundin Diana, einer attraktiven Flugbegleiterin ein normales Leben zu führen. Seine bürgerliche Fassade hat er bereits erfolgreich aufgebaut: Er betreibt eine kleine Jazzkneipe.

Doch so beschaulich geht es dann doch nicht. Sein Freund Max (Marlon Brando) ebenso ein betagter Oberganove überredet ihn zu einem allerletzten Coup.

Dabei soll ihm ein junger, ehrgeiziger Typ helfen. Jack mimt einen geistig eingeschränkten jungen Mann mit dem Decknamen Brian, wenn er seiner Arbeit als Putzmann am Ort des Geschehens nachgeht. Durch die vorgespielte Behinderung weckt er keinen Verdacht und spioniert die Gegebenheiten in Ruhe aus.

Nick bricht bei diesem Coup zwei seiner Regeln

  • Mach nie etwas Riskantes

  • Mach nie etwas in deiner Heimatstadt ... (Schauplatz Montreal)

Montreal (Bild: AlexVan / Pixabay)

Diese beiden Regeln, so meint er, hätten ihn seine gesamte Ganovenkarriere über vor dem Gefängnis bewahrt. Doch dieser Coup ist anderes. Regel Nummer zwei wird schon dadurch gebrochen, dass die Aktion in Montreal, der kanadischen Millionenstadt, abläuft, wo Nick sich ja eigentlich zur Ruhe setzen will. Und dann wird ihm im Laufe der Aktion klar, dass die Beute noch wertvoller ist als gedacht. Es handelt sich um ein uraltes goldenes Zepter im Wert von 30 Millionen. Das Risiko ist hoch, sehr hoch.

Der Coup gestaltet sich schwieriger als angenommen. Immer wieder tauchen unvorhergesehene Probleme auf. Mal kommen Computerspezialisten den Gaunern auf die Spur und verlangen eine hohe Summe für benötigte Zugangscodes. Schließlich werden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Nick macht einige halbherzige Ausstiegsversuche. Doch schließlich geht das Ding doch über die Bühne. Auch dabei kommt es zu unerwarteten Problemen.

Der Ausgang soll an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten werden.

Nur so viel: Es geht um Ganovenehre und Tricksereien.

 

Robert de Niro, Ganovenehre oder das Besondere an dem Film:

Das Thema Ganovenehre führt uns zu dem Besonderen des Films. Der Streifen ist für eine Kriminalgeschichte erstaunlich friedvoll. Es gibt keine langatmigen Verfolgungsjagden oder Gewaltszenen. Im Gegenteil: Der Film wirkt sehr getragen. Spannend sind eher die schauspielerischen Leistungen.

Der amtsmüde Meisterdieb ist noch immer ruhig, souverän und manchmal leidenschaftlich in seinem Job und lässt doch auch die ganz menschlichen,. weichen Züge durchschimmern (speziell in der Beziehung zu seiner Freundin). Ich kenne kaum einen Schauspieler der als Bösewicht so viel Sympathie beim Publikum wecken kann wie Robert de Niro.

Und es geht um Ganovenehre. Wem kann man in diesem Gewerbe vertrauen, wem nicht?

Edward Norten schließlich spielt den vermeintlich geistig behinderten Brian hervorragend. Auch der teilweise schnelle Wechsel zwischen den beiden Rollen - cleverer Krimineller und Behinderter - gelingt ihm.

Gut fand ich auch Marlon Brando in der Nebenrolle des Auftraggebers Max. Max ist alt und dick und schließlich alles andere als ein furchterregender Gangsterboss. Auch das zeichnet den Film meines Erachtens aus: Dass zarte, jämmerliche und furchtsame Seiten der Ganoven gezeigt werden und damit mit Klischees gebrochen werden.

 

Reaktion der Kritik:

Die etablierte Filmkritik nahm den Film unterschiedlich auf. Aber das ist Geschmackssache. Mit einigen Kritikern stimme ich allerdings dahingehend überein, dass das Filmende ein wenig banal ausfällt. Mir persönlich hat die getragene Art des Films, die Langsamkeit die teilweise bemängelt wurde aber wirklich gut gefallen.

 

Die Rollen und die Schauspieler:

 

  • Nicolai (Nick) Wells, der in die Jahre gekommene Profi-Einbrecher wird von Robert De Niro gespielt

  • Jack Teller (Deckname: Brian) der junge, kriminelle Kopf wird von Edward Norton verkörpert, der auch exzellent die Behinderung als Brian mimt.

  • In der Rolle von Max dem gealterten Gangster und Auftraggeber des Coups kann das Publikum noch einmal Marlon Brando bewundern. The Score war sein letzter Filmauftritt vor seinem Tode.

  • Angela Bassett tritt als Nicks Freundin Diane auf

  • Sehr gut spielt auch Paul Soles den obersten Putzmann in dem Zollgebäude und väterlichen Chef von Jack Teller.

Drehbuch und Regie:

Für das Drehbuch zeichnen laut Wikipedia Kario Salem, Lem Dobbs, Scott Marshall Smith und Daniel E. Taylor verantwortlich.

Regie führte Frank Oz, der auch als "Mann hinter Miss Piggy" (von der Muppets-Show) bekannt wurde. - The Score ist allerdings ein ganz anderes Genre an das er sich herangewagt hat.

Fazit:

Ich gebe unverhohlen zu, dass ich Action-Krimis wenig abgewinnen kann und eher die langsamen, tiefgründigeren Streifen bevorzugen. Zudem ist Robert De Niro einer meiner Lieblingsschauspieler. "The Score" fand ich deshalb ausgesprochen sehenswert.

Robert De Niro

Robert De Niro wurde 1943 in New York City geboren und spielte in zahlreichen Filmen mit. Dem breiten Publikum ist er vor allem durch seine Darstellungen als mächtiger Ganove, "Pate" oder in seinen Rollen als Polizist bekannt. Ebenso mochten viele seine komischen Rollen. - Große - von Cineasten und Kritkern gelobte - Filmerfolge waren: Taxi-Driver, Wie ein wilder Stier ebenso wie Der Pate Teil 2 

Robert De Niro erhielt zwei Oscars und gilt als einer der wichtigste Charakter-Darsteller des US-Films.

Autor seit 3 Jahren
53 Seiten
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