Der gestiefelte Kater ganz ohne Shrek

An der Seite seines großen grünen Ogerfreundes haben Kinobesucher die niedliche Katze mit den großen Augen und dem schnellen Degen lieben gelernt. Nun widmet Dreamworks dem flauschigen Kerl einen eigenen Film. Darin wird die Geschichte eines kleinen Katzenwaisenkindes (deutsche Synchronstimme: Benno Führmann) erzählt, welches im Heim nicht nur eine menschliche Adoptivmama, sondern in Humpty Dumpty (gesprochen von Elton) auch einen Freund und Bruder findet. Obwohl das Ei aus einem amerikanischen Kinderreim hier zu Lande weniger bekannt ist, ist die ungewöhnliche Freundschaft der beiden so aberwitzig inszeniert, dass sie den Kinobesucher oft zum Lachen bringt. Leider gerät Humpty in seiner Jugend auf die schiefe Bahn und zieht den Kater in einen Einbruch bei der örtlichen Bank mit hinein. So zerplatzt nicht nur die Freundschaft, sondern auch der gemeinsame Traum davon, die Zauberbohnen von Jack, dem Riesen, zu klauen, um in Besitz der goldenen Gans zu kommen.

Humpty Dumpty, Jack und Jill, Hans im Glück und Kitty, die Seidenpfote

Viele Jahre später, der Kater hat längst aufgehört an die magischen Bohnen zu glauben, hört er in einer Bar von dem Gerücht, dass das Gaunerpaar Jack und Jill die Bohnen in seinen Besitz gebracht habe. Als er bei diesen herrlich hässlich gezeichneten Charakteren einbrechen will, trifft er auf zauberhafte Konkurrenz. Natürlich stellt sich heraus, dass sein Gegener mit der Maske eine umwerfende schwarze Katze mit gar außergewöhnlich sanften Pfoten ist (Kitty Samtpfote wird im Deutschen von Andrea Savatzki synchronisiert). Der tierische Casanova ist schnell davon überzeugt, dass sie ein prima Team bilden würden. Bis sich heraus stellt, dass Kitty Samtpfote schon einen Partner hat und der ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Eierkopf. So treffen die kongenialen Blutsbrüder wieder zusammen und setzen ihre Suche nach den Bohnen fort.

Wie schon die Shrek-Filme bietet auch der gestiefelte Kater wieder ein Potpuri lustvoll zusammen gewürfelter Märchen und Kindergeschichten. Neben Humpty, dem harmlosen Ei aus einem Reim, der hier zum Gauner wird, sind auch Jack und Jill, ebenfalls aus einem Reim, umgedeutet. Aus den lustig hüpfenden Kindern ist ein Schrecken verbreitendes Paar geworden, welches Wildschweine züchtet und an Kindes statt annimmt. Außerdem sind Hans im Glück und der Riese mit der Bohnenranke zu einer Person verschmolzen worden, die nun im Himmelsschloss mit ihrer goldenen Gans lebt, so erzählt man sich. Das muntere Spiel mit den Märchen wird ergänzt durch Anspielungen aus der modernen Filmkultur, ein weiterer Effekt, der schon aus den Shrek-Filmen bekannt ist.

lustiger Kinospaß für die ganze Familie

Obwohl "Der gestiefelte Kater" in seiner Erzähltechnik nicht mehr ganz so originell ist wie Shrek, ist der Film doch ein lohnenswertes Kinoereignis. Die Animation besticht durch ihre Realitätsnähe und selbst in 2D wirkt der Film sehr plastisch. Die Charaktere sind vielseitig und sorgsam gezeichnet. Sogar Tanzfreunde kommen auf ihre Kosten, wenn Kater und Samtpfote sich im Flamenco batteln, um einen Degenkampf zu umgehen. Die Mischung der Märchen scheint dem Erwachsenen Zuschauer manchmal etwas konstruiert und Zusammenhanglos aber auch darüber lässt sich hinweg sehen, da man sich schnell in der Detailfreude des Films verliert. Trotz einiger kleiner Mängel sei der Film also nicht nur Katzenliebhabern ans Herz gelegt.

Autor seit 5 Jahren
7 Seiten
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