Wegen der Form werden sie Flaschenkürbisse genannt. Diese Kürbisart gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Außerhalb Europas ist sie seit Jahrtausenden bekannt: In Peru beispielsweise ist dieser Kürbis seit ungefähr 12.000 bis 14.000 Jahren bekannt und in Thailand seit 10.000 Jahren. Aber er ist auch der einzige aus der Kürbisfamilie, der in Europa bereits vor der Entdeckung Amerikas bekannt und – in Maßen - verbreitet war.

 Der Kürbis rankt sich in die Höhe

 Dieser Kürbis braucht wie alle seine Artgenossen, und das weiß auch Hobbygärtner Guido, einen sonnigen und warmen Platz. Und er braucht Unterstützung zum Ranken; zunächst den Gartenzaun – und schließlich möglicherweise die verästelten Wedel einer drei bis fünf Meter hohen Palme. Er greift sich ungeniert alles, an dem er sich hochwinden kann.

Importe nach Deutschland sind jung und unreif

Wird dieser sizilianische Kürbis in Mitteleuropa gezogen, dann kann er bis zu 1,50 Meter lang werden; in südlichen Gefilden schafft er auch zwei Meter. Er hat eine Keulenform, ist zwischen fünf und zehn Zentimeter dick und eine cremig bis hellgrüne Einfärbung. Die aus dem Süden importierten sizilianischen Flaschenkürbisse sind zumeist jung und in der Regel noch unreif; sie sind dann trotz langem Transport noch zart und somit besser zum Verzehr geeignet. Guidos Früchte sind ausgereift und trotzdem zart: Beispielsweise kurz in der Pfanne in heißem Olivenöl gedünstet, dann mit ein paar Tropfen Aceto Balsamico gewürzt und mit frischen Gartenkräuter bestreut – das ergibt eine köstliche Vorspeise. Oder: Etwa 20 Zentimeter lange Stücke werden halbiert, dann wie Schiffchen ausgehöhlt, mit gewürztem Hackfleisch gefüllt und in der Pfanne gebraten – das ist ein pikantes Hauptgericht.

 Vorratsgefäße und Grillenkäfige

 Die Schalen größerer Keulen werden indessen in anderen Kulturen ganz anders genutzt. Daraus werden Vorrats- und Schmuckgefäße geschnitzt, Geschirr, Musikinstrumente, Tabakdosen und Pfeifen, Vogelnisthöhlen oder chinesische Grillenkäfige; ja, in Ozeanien werden daraus auch Tanzmasken. Daraus folgert, dass die Kalebasse in technisch weniger gut ausgestatteten Kulturen höheres Ansehen genießt als bei uns.

 Keimtemperatur bei 20 Grad Celsius

 Gartenliebhaber können sie auch in Mitteleuropa selbst ziehen, in den Samenhandlungen gibt es Samen, der vorzugsweise aus Mittel- und Süditalien importiert ist. Die Aussaat geschieht im April im Topf (auf der sonnigen Fensterbank oder im Gewächshaus); ab Mai geht's dann ins Freie. Die Keimtemperatur liegt bei etwa 20 Grad Celsius. Aber gemach – hierzulande muß man zur Aufzucht einige Geduld mitbringen. Und die hat nicht jeder. Aber es lohnt sich!

 

 

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