Was sind die Ursachen von Blähungen

Bei den während der Verdauung entstehenden Darmgase handelt es sich überwiegend um Kohlendioxid (CO2). Beim Verdauungsvorgang im Darm werden Magensäure und Fettsäuren neutralisiert. Die dabei entstehenden Gase werden im Normalfall vom Organismus absorbiert und über die Lunge wieder ausgeschieden. Entstehen Blähungen, rühren sie von einer überschüssigen Gasbildung her, die nicht mehr auf dem üblichen Weg abgebaut werden kann. Es entstehen Darmwinde, die von Betroffenen und ihrem Umfeld häufig als geruchsintensive und deutlich hörbare Blähungen wahr genommen werden. Was sich zur Gesundheitsgefährdung auswirken kann, sind hochgiftige Fäulnisgase. Unter entsprechenden Voraussetzungen können sie das Verdauungssystem und die natürliche Darmflora schädigen. Sie können auch die Leber in ihrer Funktion schädigen. Im schlimmsten Fall ist eine Selbstvergiftung des Körpers die Folge. Die häufigste Ursache liegt in der Ernährung oder in der Form der Speisenaufnahme, wenn zu hastig gegessen und dabei viel Luft geschluckt wird. Aber auch entzündliche Darmerkrankungen können der Grund für Blähungen sein. Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sowie andere organische Störungen und chronische Darmerkrankungen wirken sich auf den Verdauungstrakt aus. Lebensmittelunverträglichkeiten, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Gallensteine, eine mangelnde Gallensaftproduktion oder Leberzirrhose beeinflussen die Darmtätigkeit und lösen ebenfalls Blähungen aus. Weiterhin spielt die Psyche bei Flatulenz eine Rolle. Stress in Beruf und Familie und seelische Belastungen können zu Verdauungsbeschwerden mit Durchfall oder Verstopfung, begleitet von Darmwinden führen.

 

Ein Spaziergang mit Hund kann schon ...

Ein Spaziergang mit Hund kann schon helfen, Blähungen zu vermeiden (Bild: Angela Schlafmütze / Flickr)

Rezeptfreie Medikamente gegen Flatulenz

Diagnoseverfahren zum Ausschluss einer organischen Erkrankung

Die Symptome einer Flatulenz sind abgehende Darmwinde, die sehr häufig mit einem Blähbauch (Meteorismus), Darmgeräuschen, Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden verbunden sind.
Wie bereits erwähnt, können anhaltende und über einen langen Zeitraum bestehende Blähungen die Ursache einer organischen Erkrankung sein und sollten ernst genommen werden. Die Diagnose stellt ein Gastroenterologe, der die medizinische Kompetenz hat und auch über die notwendigen Untersuchungsgeräte verfügt. Aufschluss über eine akute oder chronisch entzündliche Darmerkrankung oder gar eine Krebserkrankung gibt eine Darmspiegelung (Endoskopie). Weitere Mittel der Diagnostik sind das Abtasten von Bauch und Unterbauch sowie Laboruntersuchungen von Körperflüssigkeiten, Ultraschall oder andere apparatemedizinischen Untersuchungen. Aufschluss über eine Erkrankung als Ursache der Darmwinde geben beispielsweise auch eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). 

 

Was gegen Flatulenz hilft

Die Therapie gegen die Darmwinde richtet sich nach der Ursache der Flatulenz. Liegt eine organische Störung vor, muss die Grunderkrankung behandelt werden, um die Beschwerden zu mindern. Bei einer organischen Störung muss eine wirksame Therapie eingesetzt werden. Wird eine Lebensmittelunverträglichkeit festgestellt, beispielsweise eine Laktoseintoleranz oder Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), ist ein Verzicht auf entsprechende Lebensmittel, die Laktose oder Gluten enthalten, eine wirksame Methode, um ein Abklingen der Flatulenz zu bewirken. Sind schwer verdauliche Speisen wie fettreiche Nahrungsmittel, zu viel Zucker oder schwer verdauliche Obst- und Gemüsesorten die Verursache, sollte der Betroffene auf diese vom Speisezettel streichen. Zur Verdauungsförderung gibt es auch milde Medikamente, die gegen die (harmlose Sorte von) Blähungen helfen

Ein sorgfältiges Kauen der Nahrung ist bereits ein guter Ansatz, um Flatulenzen zu vermeiden. Hierdurch wird das Schlucken von Luft vermieden, was bei zu hastigem Essen vorkommt und die Blähungen auslöst. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit Verzicht auf allzu fettreiche Speisen, auf ballaststoffreiches Obst und Gemüse wie Kohl, Hülsenfrüchte, Zwiebeln oder Steinobst ist ebenfalls ein probates Mittel, um den Blähungen im Keim zu ersticken. Süßigkeiten sollten ebenfalls weitgehend tabu sein. Weiterhin sollten Stressfaktoren ausgeschaltet werden. Yoga oder autogenes Training helfen, wieder ins seelische Gleichwicht zu kommen. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung garantiert zwar keinen Schutz vor Blähungen, ist aber ein gutes Mittel zur Gesundheitsförderung. Der Gang zum Arzt ist auf jeden Fall wichtig, um bei anhaltender Flatulenz eine mögliche organische Ursache frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Chronischen entzündliche Darmerkrankungen mit Blähungen als Begleitsymptome sind Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa: Mehr darüber hier

Bitte bedenken Sie, dass dieser Beitrag den Gang zum Arzt nicht ersetzen kann!

 

Krimifreundin, am 10.02.2018
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