105 Dezibel, also knapp unter dem Geräuschpegel eines Düsenfliegers, lag damals die Lautstärke in einer Sensenschmiede. Rund 500-600 Brettnägel konnte ein geschickter Nagelschmied an einem 12-stündigen Arbeitstag anfertigen. Dies ist nur ein interessanter Eindruck, der einen Besuch im Freilichtmuseum Hagen, so spannend macht.

Dorfplatz im Freilichtmuseum Hagen (Bild: Sarion / wikipedia.de)

Vereinzelt sprießende Blumenzwiebeln deuten schon auf den kommenden Frühling hin, auch wenn tristes Grau und die Temperaturen uns noch nicht so recht daran glauben lassen wollen, sie beginnt bald wieder, die Zeit für gemeinsame Unternehmungen mit der Familie. Die Frage nach dem wohin, ist nicht immer leicht zu beantworten. Vielleicht wäre dieser Tipp etwas für Sie.

Sensenhammer im Freilichtmuseum Hagen (Bild: WernerHerdecke / wikipedia.de)

Die Handwerksgeschichte beginnt im 18. Jahrhundert

Eine faszinierende Zeitreise erlebt man bei einem Besuch im Freilichtmuseum Hagen. Hier wird die Handwerksgeschichte zu einem echten Abenteuer für Jung und Alt. Vom ausgehenden 18. Jahrhundert, über die frühindustrielle Produktion, bis hin zur Hochindustrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, werden dem Besucher der Werdegang des Handwerks nahe gebracht. In 20 historischen Werkstätten wird gehämmert, geschnitzt, gefärbt, gebacken und geschöpft. In der Abteilung Eisen und Stahl werden in der Nagelschmiede, im Hammerwerk und im Sensenhammer Vorführungen angeboten. Auch in der Druckerei und Papier- und Sägemühle wird gezeigt, wie anstrengend die Arbeit im vergangen Jahrhundert war.

Wer Hunger vom vielen Schauen und Staunen bekommen hat, kann sich  mit einem frisch gebackenem Stuten aus der rustikalen Bäckerei des Museums stärken. Natürlich kann auch der Durst auf dem Freilichtsgelände gestillt werden. Das selbstgebraute "Mäckingerbräu" und natürlich auch antialkoholische Getränke  werden in der Braustube oder dem Biergarten ausgeschenkt. So ist man wieder fit für weitere interessante Vorführungen.

Auch die Löffelschnitzerei,  Holzschuhmacherei, Schreinerei, Goldschmiede und in der Achatschleiferei können besichtigt werden.  Wer dann noch wissen möchte, wie es früher in Treibriemenwerkstätten, Seilereien, Blaufärbereien, Ölmühlen und Kuhschellenschmieden aussah, kann auch hier einen Einblicke durch Vorführungen erhalten.

Die Vorführung im Sensenhammer...

Nicht nur Kinderaugen folgen in den Werkstätten gebannt den flinken und geschickten Händen, die für das bedienen der alten Maschinen und Vorrichtungen auch zwingend notwenig waren. Als Erinnerung an einen schönen und nicht nur für Kinder lehrreichen Tag, ist es sogar möglich, einige der in diesen Vorführungen gefertigten Gegenstände im Kolonialwarenladen zu erwerben. Wer sich vorab über Öffnungszeiten und Anfahrt informieren möchte oder sich bei dem virtuellen Besuch bereits in vergangene Zeit zurückversetzten lassen möchte, sollte die Internet-Seite www.freilichtmuseum-hagen.de besuchen.

Das Museum ist von April bis Oktober geöffnet

LWL-Freilichtmuseum Hagen
Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik
Mäckingerbach
58091 Hagen

Die Öffnungszeiten:

1.4. - 31.10.
täglich ab 9 Uhr, außer montags
zusätzlich an allen Feiertagen (während der Saison) geöffnet
Einlass bis 17 Uhr, Häuserbesichtigung bis 17.30 Uhr,
sonntags bis 18 Uhr

Eintrittspreise

Elli, am 23.02.2012
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Bildquelle:
Henri Gaudier-Brzeska, "Selbstbildnis", (Sterne fallen - Falling stars: Diese Ausstellung zeigt die Kunsthal...)
Gabriele Schreib M.A. (Wie Buddha an die Mosel kam)

Autor seit 3 Jahren
562 Seiten
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