Wasserburg Friedewald (Bild: haros)

Geschichte

Der Ort Friedewald entwickelte sich an einem Kreuzungspunkt von zwei wichtigen Handelswegen. Vermutlich war das Gelände der Wasserburg schon früh besiedelt. Ausgrabungen im Burghof brachten eine Scherbe aus der Zeit um 1200 zu Tage. Auch Grundmauern eines ersten Steinbaus aus der Zeit um um1300 wurden entdeckt.

Das Gebiet um Friedewald gehörte seit dem 10. Jahrhundert zur Abtei Hersfeld. Das schon erwähnte Steingebäude gehörte wohl zu einer wenig befestigten Burg der Hersfelder Äbte. 1302 wurde das Amt Friedewald das erste Mal erwähnt. Der Abt von Hersfeld gab den Ort als Lehen an die hessischen Landgrafen. Das Amt um die Burg wurde zu einer hessischen Enklave in hersfeldschem Gebiet.

Nach 1476 wurde die Wasserburg durch den landgräflichen Baumeister Hans Jakob von Ettlingen umgebaut. Es entstand eine Burg im Übergang zwischen Hochmittelalter mit einem zentralen Bergfried und der spätmittelalterlichen Bastion mit quadratischer Grundform und vier stark befestigten Ecktürmen. Der "Dicke Turm" hatte vier Geschosse. Die Dächer aller vier Türme trugen einen hohen Spitzhelm und Erkertürmchen. 1489 begannen die Umbauarbeiten in der Vorburg. Auch diese Umbaumaßnahmen leitete Hans Jakob von Ettlingen.

1551 fand in Friedewald eine Fürstenversammlung statt. Deren Ziel war die Befreiung von Landgraf Philipp I. aus dem Gewahrsam des deutschen Kaisers Karl V.

Im ausgehenden 16. Jahrhundert wurde die stark befestigte Wasserburg entbehrlich. Auch der Verkehr hatte sich neue Wege gesucht. So ließ Landgraf Wilhelm IV. ab 1580 die Wasserburg und die Vorburg schlossartig ausbauen. Die Vorburg war eine Dreiflügelanlage mit Wirtschaftsgebäuden, die sich zur Wasserburg hin öffnete. Außerhalb der Vorburg entstanden im Süden das Senghaus mit Wildküche und der Wohnung des Jägers.

Auf dem Schlosshof zwischen Vorburg und Wasserburg entstand 1605 der Dreischalenbrunnen. Der wird dem Kassler Hofbildhauer Wilhelm Vernukken zugeschrieben. Dieser Brunnen steht bis heute und seit 1968 sprudelt er wieder.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg mehrfach eingenommen. Im Siebenjährigen Krieg zerstörten französische Truppen des General Stainville 1762 die Wasserburg. Sie wurde nicht mehr aufgebaut. Die Vorburg diente als Amtssitz und Gericht.

Von der Vorburg stehen noch der nördliche und südliche Marstall. Den südlichen Flügel nutzt heute das Heimatmuseum. Der westliche Flügel ist ein moderner Neubau von 1997 für "Göbels Schlosshotel Prinz von Hessen".

Literatur

  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage, Wartberg-Verlag Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6
  • Rolf Müller: Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0
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