Emma Bell kann kein Mann widerstehen!

Für die Studenten Joe (Kevin Zegers), Dan (Shawn Ashmore) und Parker (Emma Bell) sollte es eigentlich nur ein harmloses Wochenende im Wintersportort Mount Hamilton werden. Nachdem die jungen Leute auf der Skipiste allerlei Unfug getrieben haben, wollen sie das gelungene Wochenende mit einer letzten Abfahrt krönen. Doch der Betreiber des Sessellifts hat diesen bereits geschlossen und möchte bereits nach Hause fahren. Dank eines großzügigen Geldscheins und Parkers unwiderstehlichem Charme wird der anfangs ruppige Mann weich, drückt ein Auge zu und setzt den Lift noch einmal in Gang.

Auf halber Höhe vollzieht sich das Verhängnis: Der Sessellift-Betreiber überlässt einem Kollegen die Aufsicht und trichtert diesem ein, den Lift erst dann abzuschalten, wenn er die drei soeben nach oben transportierten Touristen wohlbehalten auf der Piste sieht. Wie es der Zufall so will, rauschen wenig später drei Skifahrer an besagtem Kollegen vorbei, der diese mit den Studenten verwechselt und die Liftanlage ausschaltet. Kurze Zeit darauf schließt das gesamte Resort für eine Woche.

Die rund zehn Meter über dem Boden im Sessellift gefangenen Studenten sind anfangs noch guter Dinge, dass es rasch wieder weitergeht. Aber allmählich wird ihnen bewusst, dass sie völlig auf sich allein gestellt sind. In einem Akt der Verzweiflung springt Dan in die Tiefe, um Hilfe zu holen. Beim Aufprall wird er zwar verletzt, doch das erweist sich als das geringere Problem. Denn urplötzlich taucht aus dem Wald ein Rudel hungriger Wölfe auf …

Realismus ist Trumpf: "Frozen - Eiskalter Abgrund"

Der von "Hatchet"-Regisseur Adam Green inszenierte Thriller "Frozen - Eiskalter Abgrund" sticht in mehrfacher Hinsicht aus dem Gros plumper Splatterfilme oder abgeschmackter Remakes von Horrorklassikern heraus. Zum einen präsentiert er eine originäre Plotidee, die Carl Schenkels 1980er-Jahre-Thriller "Abwärts" auf die Spitze treibt. Während Carl Schenkels Protagonisten, unter ihnen Götz George und Hannes Jaenicke, in einem Hochhauslift gefangen werden, erweist sich die Situation der Figuren in "Frozen - Eiskalter Abgrund" als bedeutend dramatischer.

Mit Hilfe von außen ist nicht zu rechnen, wie bereits die Tagline "No one knows you're up there" (auf Deutsch: Niemand weiß, dass du dort oben ist") düster verheißt. Für die im Sessellift Festsitzenden gibt es nur zwei Alternativen: Quälend langsamer Erfrierungstod oder das Risiko eines tiefen Sprungs wagen, sich die Knochen brechen und womöglich Opfer der dreisten Wölfe zu werden.

Um das gruselige Szenario möglichst realistisch zu schildern, wurden die Dreharbeiten an den Originalschauplätzen statt im Studio durchgeführt. Dadurch zittert der Zuschauer buchstäblich mit den Darstellern mit, wenn sie bei eisigen Temperaturen in luftiger Höhe ausharren müssen und allmählich zu verzweifeln beginnen.

Überragende Emma Bell

Ein Film wie "Frozen - Eiskalter Abgrund" steht und fällt mit den darstellerischen Fähigkeiten. Hierbei muss man Regisseur Adam Green ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Schauspieler bescheinigen. Sowohl Kevin Zegers, als auch Shawn Ashmore erfüllen ihre nicht einfachen Rollen mit Leben und Glaubwürdigkeit.

Herausragend ist aber Emma Bell, die einmal mehr ihre vielseitigen Fähigkeiten der Darstellung beweist. Egal, ob süße Verführerin, nervige Zicke oder verzweifelte Notleidende: Emma Bell weiß in jeder geforderten Situation vollauf zu überzeugen! Kein Wunder, dass um die Blondine aus New Jersey heftiges Werben der Traumfabrik einsetzte. 2011 wird man sie unter anderem in Teil 5 der "Final Destination"-Serie bewundern dürfen.

"Frozen - Eiskalter Abgrund": Genialer Geheimtipp

Adam Green wäre es zu wünschen, dass sein "Frozen - Eiskalter Abgrund" vom Geheimtipp zum Kultklassiker avancieren wird. Denn angesichts des originellen Plots, der fabelhaften Schauspieler, der gewiss harten Produktionsbedingungen und des konsequenten Realismus zählt sein 2010 produzierter Thriller zum Besten, was das Horrorgenre der jüngeren Vergangenheit aufbietet. Allein jene Szene, in der Parkers Hand am Sicherheitsbügel festfriert und die Haut am Metall kleben bleibt, übertrifft in Punkto Horror ganze Horden an Zombies und irren Axtmördern.

Fazit: "Frozen - Eiskalter Abgrund" kann uneingeschränkt empfohlen werden, sollte aber möglichst nicht am Abend vor dem Aufbruch zum Wintersporturlaub angeschaut werden. Nach diesem Film betrachtet man nämlich Skilifte mit ganz anderen Augen …

Nikakoi, am 30.11.2013
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Bildquelle:
http://www.amazon.de (Horrorfilme: Nach wahrer Begebenheit oder frei erfunden?)

Autor seit 4 Jahren
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