Die auf den Tag der Liebenden zugeschnittene Masche ist raffiniert und hinterhältig: Sie versenden Grußkarten zum Valentinstag, die auf Grund des harmlosen Betreffs unverdächtig wirken. Mit dem Öffnen des Anhangs kann es bereits geschehen sein: Statt eines romantischen Valentinsgrußes erhält man einen Computerwurm, der beispielsweise sämtliche Nutzerdaten ausliest und an den Cyberkriminellen sendet. In einem solchen Fall kann der Valentinstag rasch zum Tag des Schreckens werden, wenn sämtliche gespeicherte Passwörter und Kreditkartendaten gestohlen wurden. Experten schätzen, dass alleine der Handel mit gestohlenen Kreditkartendaten ein Milliardengeschäft darstellt.

Pflicht: Virenscanner!

Vorbeugend sollten Sie deshalb Dateien unbekannter Absender niemals öffnen. Leider bietet auch diese Schutzmaßnahme keine Garantie, nicht trotzdem Opfer von Cyberkriminalität zu werden. Denn selbst Mails von Freunden können Schadsoftware enthalten. Wird nämlich ein Computer von Hackern "gekapert", sind diese dem Willen des Kriminellen ausgeliefert. Perfider geht es kaum: Ohne dass der Benutzer etwas merkt, werden in seinem Namen Spam-Mails versendet! Gerade am Valentinstag rechnet wohl niemand damit, ausgerechnet von seiner Liebsten oder einem Freund gefährliche Valentinsgrüße zu erhalten.

Einen zwar nicht hundertprozentigen, aber grundlegenden Schutz bieten Virenscanner. Obwohl auch manche kostenlose Virenscanner guten Schutz bieten, ist der Griff zu kostenpflichtiger Software anzuraten. Aus eigener, jahrelanger Erfahrung kann ich die entsprechende Software von Kaspersky nur wärmstens empfehlen, wobei ich für einen umfassenden Schutz zur um nur wenige Euro teureren Kaspersky Internet Security rate, die mit zusätzlichen Features wie einer Firewall und Kindersicherung punktet, ohne die Leistung des Computers zu senken.

Wichtig ist, das Virenschutzprogramm aktuell zu halten und Vorsicht walten zu lassen, wenn vor potenzieller Gefahr gewarnt wird. Zwar kann auch die beste Software wie Kaspersky Internet Security mal einen Fehlalarm schlagen, doch im Großen und Ganzen sollte man den Warnungen vertrauen. Übrigens: Installieren Sie keinesfalls nach dem "doppelt hält besser"-Prinzip zwei oder mehr Virenschutzprogramme! Diese können sich gegenseitig "blockieren", da sie die Viren-Datenbank des jeweils anderen für einen Virus halten!

Wohin führt der Link? Verschleierte URL

Nicht minder hinterhältig ist die Methode, den Nutzer auf eine betrügerische Website zu locken. Findige Cyberkriminelle bauen mittlerweile Onlineshops oder Online-Banking-Seiten täuschend echt nach, um an die Daten argloser Benutzer zu gelangen. Aber selbst ein simpler Klick, der zu einer bestimmten Website führt, kann bereits genügen, Betrügern auf den Leim zu gehen. Während der User sich noch über die seltsame Website wundert, kann im Hintergrund bereits Schadsoftware installiert werden, ohne dass er es überhaupt bemerkt.

Gerade soziale Netzwerke stellen eine beliebte Möglichkeit dar, den Benutzer auf eine betrügerische Website umzuleiten. Oftmals werden die entsprechenden Links mit einer sogenannten Kurz-URL verschleiert, die lediglich aus wenigen kryptischen Buchstaben und Ziffern besteht. Ehe Sie einen solchen Link anklicken, prüfen Sie besser, wohin er führt. Auf der Website www.longurl.org können Sie die Kurz-URL eingeben und sehen sofort das eigentliche, unverschleierte Ziel.

Liebesgrüße aus Moskau ... angeblich!

Harmloser sind im Vergleich dazu die "normalen" Spam-Mails, die meist für Potenzmittel, Uhren oder, nennen wir es einfach so, "alternative Geldanlageformen" werben. In den Tagen vor dem Valentinstag erfolgen allerdings verstärkt Spam-Mails mit Links zu Singlebörsen, auf denen meist russische Frauen angeblich sehnsüchtig auf einen deutschen Partner warten. Auch wenn diese Dating-Websites auf den ersten Blick seriös erscheinen mögen und keine Schadsoftware im Hintergrund installiert wird, sollten Sie diese Angebote besser ausschlagen. Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Websites, auf denen lediglich persönliche Userdaten gesammelt und verkauft werden.

Es versteht sich wohl von selbst, dass "einmalig günstigen Angeboten" gleichfalls misstraut werden sollte. Kaufen Sie das Valentinstags-Geschenk für Ihre Liebste oder Ihren Liebsten besser im Geschäft oder in einem vertrauenswürdigen Internet-Shop. Als Faustregel gilt: Hinter einem Angebot, das viel zu gut scheint, steckt oftmals Betrug oder Abzocke. Übrigens: Für schnellere Lieferungen etwa kurz vor dem Valentinstag bietet Amazon sein "Prime"-Programm an. Was es damit auf sich hat und ob es sich lohnt, können Sie im Artikel "Amazon Prime: Lohnt sich das Abo?" nachlesen.

Noch ein Tipp, den Sie unbedingt beherzigen sollten: Viele Spam-Mails wollen einen vertrauenswürdigen Eindruck erwecken, indem Sie Ihnen angeblich die Möglichkeit bieten, sich vom weiterem Empfang dieser Mails abzumelden. Tatsächlich ist gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Verbraucher den Empfang von Mails jederzeit widerrufen kann. Naturgemäß halten sich Cyberkriminelle nicht an Gesetze und freuen sich sogar, wenn Sie den "Newsletter abbestellen"- oder "Unsubscribe"-Button betätigen. Denn damit bestätigen Sie gewissermaßen, dass Ihre Mailadresse aktiv ist, und werden künftig mit noch mehr Spam rechnen müssen.So ärgerlich es auch ist: Ignorieren Sie Spam-Mails völlig.

Kampf der Cyberkriminalität: Software aktuell halten

Aber was tun, wenn es trotzdem passiert ist und Sie sich einen Virus eingefangen haben? Falls Sie noch kein Schutzprogramm installiert haben, holen Sie dies sofort nach. Befindet sich ein solches Programm bereits auf Ihrem Rechner, trennen Sie die Verbindung zum Internet, da manche Viren online weitere Schädlinge nachladen. Lassen Sie sodann den Virenscanner durchlaufen und hoffen Sie darauf, dass dieser den Eindringling identifizieren und entfernen kann. Gerade deshalb ist es äußerst wichtig, Virenscanner immer auf dem aktuellen Stand zu halten, damit sie auch neueste Schadsoftware erkennen können.

Im schlimmsten Fall ist eine Neuinstallation des Betriebssystems notwendig. Handelt es sich um einen "eher harmlosen" Virus, kann auch die System-Wiederherstellung auf einen Zeitpunkt vor der Infektion genügen.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:

  • Installieren Sie einen Virenscanner und aktivieren Sie hierbei die Einstellungsmöglichkeit der automatischen Updates. Damit ist der Virenscanner stets up to date, was das Risiko von Schädlingsbefall verringert. Achten Sie auch darauf, dass der Virenscanner bei jedem Neustart aktiviert wird.

  • Stopfen Sie Sicherheitslücken in bereits installierten Programmen wie dem Browser oder Zusatzprogrammen wie Flash Player oder Java. Achten Sie auch hierbei auf den automatischen Bezug von Updates bzw. überprüfen Sie, ob die Software noch auf dem aktuellen Stand ist.

  • Laden Sie Programme immer von der offiziellen Website herunter, nie über Drittanbieter! Leider gibt es auch in diesem Bereich schwarze Schafe, die eine an sich nützliche Software mit unerwünschter Software "bereichern", deren Beseitigung mühsam sein kann. Der Artikelautor spricht aus eigener Erfahrung.

  • Installieren Sie zusätzlich zum Virenscanner das Programm Malwarebytes. Diese Software bietet zusätzlichen Schutz etwa vor Spyware, die Ihre Daten ausschnüffeln soll. In der Basisversion ist die Software kostenlos.

  • Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig auf einem externen Datenträger, um im Fall der Fälle den Computer völlig neu aufsetzen zu können, ohne persönlichen Datenverlust zu erleiden.
  • Verwenden Sie für jeden Online-Shop ein eigenes Passwort und nicht ein einziges, leicht zu knackendes Passwort für sämtliche Shops.

  • Am Allerwichtigsten natürlich: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Erscheint Ihnen eine Website oder eine Mail dubios, lassen Sie die Finger davon. Im Zweifelsfall googlen Sie, ob es sich um einen seriösen oder einen unseriösen Anbieter handelt. Geben Sie einfach den Namen des Anbieters, die URL der Website oder den Text der Mail ins Suchfeld ein. Meistens lassen schon die ersten Suchergebnisse erahnen, ob es sich um Cyberkriminalität handelt. Geraten Sie nicht in Panik, wenn in einer Mail von einer "letzten Mahnung" die Rede ist oder gar mit einer "Strafverfolgung" gedroht wird. Erkundigen Sie sich immer erst im Internet oder bei Freunden, ob es sich um eine reelle Mail handelt, ehe Sie einen falschen Klick tätigen.
Autor seit 7 Jahren
823 Seiten
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