• Die Unterdrückung der deutschen Frau wird anhand konstruierter Lohnunterschiede herbeigeredet, lässt sich aber immer schwerer belegen.
  • Eine Frauenquote soll seit Jahren vergeblich die Vorstandsetagen der Republik verweiblichen. Für Kläranlagen, Atommeiler und den Minenräumdienst gibt es übrigens keine Frauenquote...
  • Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass Sexualstraftäter keineswegs immer männlich sind und dass häusliche Gewalt von Männern und Frauen gleichermaßen ausgeht.
  • Auch die vermutete Benachteiligung von Jungen bei der schulischen Leistungsbewertung bedroht das feministische Weltbild.

 

 

Die Bemühungen der Kämpfer(innen) haben sich daher auf das sprachliche (Schlacht)feld verlegt. So kam Anfang 2018 tatsächlich die fragwürdige Idee auf, das Wort "Vaterland" in der deutschen Nationalhymne genderneutral abzuändern. Ob die Urheber(innen) dieses Vorschlags auch die Muttersprache genderneutralisieren wollen, ist allerdings nicht bekannt…

Wo manche Frauen sich sprachlich benachteiligt fühlen

Während Menschen anderer Länder über Wirtschaftsnot, Kriege oder Naturkatastrophen klagen, verklagte hierzulande eine Rentnerin wegen der Plural-Anrede "Sparer" ihre Sparkasse. Allerdings besaßen die Richter genug Verstand, um dieses Ansinnen abzulehnen. Die Idee dahinter ist aber nicht neu. Bereits seit Generationen versuchen sich motivierte Weltverbesser(innen) an derlei "Korrekturen". Das gescheiterte Binnen-I ist die wahrscheinlich bekannteste Form der Sprachvergewaltigung. Doch auch diese Idee von StudentInnen, GermanistInnnen und KlassenkämpferInnen setzte sich letztendlich nicht durch. Mittlerweile lösen politisch korrekte Spießer(innen) das Problem des männlichen Plurals daher durch Substantivierung der zugehörigen Verben. Aus Studenten wurden so Studierende und aus Flüchtlingen eben Geflüchtete

Die oben genannte Rentnerin ist übrigens nicht der einzige Fall, in dem die Justiz wegen angeblicher Gender-Ungerechtigkeit bemüht wurde:

  • Das Landgericht Darmstadt musste am 2. Februar 1989 deutlich machen, dass durch den Begriff "Altweibersommer" im Wetterbericht keine Diskriminierung der Klägerin vorliegt.
  • Am Verwaltungsgericht Hannover wiederum klagte eine Tierärztin, weil in ihrer lateinischen Promotionsurkunde der Begriff "Doctor" enthalten war. Sie wollte daher als "Doctora" benannt werden. Das korrekte Femininum von "Doctor" lautet allerdings "Doctrix", was doch ziemlich stark an ein von Römern belagertes, gallisches Dorf erinnert…
  • Das gleiche Gericht musste sich wenige Jahre später mit dem Ansinnen einer Klägerin befassen, welche die Anrede "Frau…" als diskriminierend betrachtete und lieber als "Dame…" bezeichnet werden wollte. Männer würden ja auch mit "Herr" angesprochen. Die Richter befanden allerdings, dass auch für diese Frau der Begriff "Frau" keine Herabwürdigung darstellt.

Das Generische Maskulinum

Vielleicht sollte an deutschen Schulen doch wieder mehr über Grammatik, anstatt über Gendervielfalt gelehrt werden. In diesem Fall hätten die feministischen Weltverbesserinnen vermutlich gelernt, dass das grammatische Geschlecht mit dem biologischen Geschlecht nur sehr bedingt etwas zu tun hat. Für das weibliche Geschlecht nicht sehr schmeichelhafte Begriffe wie "die Ratte" oder "die Schlange" gelten schließlich auch gleichermaßen für weibliche und männliche Tiere. Wenn also ein grammatisch männliches Geschlecht (Generisches Maskulinum) vorliegt, zum Beispiel "der Mensch", hat dies mit dem biologischen Geschlecht dieses Menschen nichts zu tun. Wer das generische Maskulinum also abschaffen will, muss auch "den Menschen" abschaffen. In Deutschland haben das schon zwei Diktaturen versucht.

 Natürlich kann man bei vielen Begriffen dennoch eine weibliche Form bilden: Pilot – Pilotin, Arbeiter – Arbeiterin, Empfänger – Empfängerin… Oftmals wird dies auch praktiziert und sorgt dabei sogar für eindeutigere Aussagen. Nicht immer ist es aber sinnvoll, so vorzugehen. Einerseits gibt es Begriffe, denen ein grammatisch weibliches Pendant fehlt, beispielsweise das oben erwähnte Wort "Mensch". Andererseits würden so manche Gesetzestexte noch unverständlicher als bisher, wollte man stets die weibliche Form ergänzen. So spricht die Straßenverkehrsordnung ganz selbstverständlich von Fußgängern und Radfahrern. Feministisch korrekt wäre aber, bei jeder Erwähnung "Fußgängerinnen und Fußgänger" sowie "Radfahrerinnen und Radfahrer" zu benennen. Man stelle sich vor, wie sperrig so ein Gesetzestext dadurch wird, erst recht, falls irgendwann einmal auch Transgender und Co. eine sprachliche Berücksichtigung einfordern sollten…

Der ganze Schwachsinn der Verwechslung biologischer und grammatischer Geschlechter wird an folgendem Beispiel deutlich: Man stelle sich vor, ein amtliches Formular listet die Bewerber und Bewerberinnen einer Bürgermeisterwahl auf. Der griffigste Ausdruck dazu wäre: Bürgermeisterkandidaten. Im korrekten Gender-Deutsch hieße dieses Wortungetüm jedoch:

"Bürger- und Bürgerinnenmeister- und meisterinnenkandidaten- und kandidatinnen".

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen…

Was Feministinnen bisher vergaßen

Die ganze Verlogenheit der angeblich sprachlichen Unterdrückung der Frau zeigt sich an zwei weiteren Erscheinungen: Zum Einen wird die "gendergerechte Sprache" immer dann regelmäßig von ihren Anhänger(inne)n vergessen, wenn es um Faschistinnen, Kinderschänderinnen oder andere Verbrecherinnen geht. Dann wird ganz selbstverständlich von Faschisten, Kinderschändern oder Verbrechern gesprochen. Vermutlich fühlt sich dadurch trotzdem keine Frau benachteiligt.

Der zweite Fakt ist noch viel bedeutsamer. Es gibt nämlich nicht nur ein generisches Maskulinum, sondern (Achtung: Gleichberechtigung) auch ein weibliches Pendant: Das Generische Femininum. Das sind grammatisch weibliche Worte, deren Bedeutung aber auch auf Männer angewandt wird:

  • Einen männlichen Wissenschaftler bezeichnet man trotzdem als die Koryphäe seines Fachs.
  • Wenn bei einem Banküberfall die männliche Geisel einen Täter überwältigt, ist sie wahrscheinlich in der nächsten Nachrichtensendung die Sensation, zumindest aber die Berühmtheit des Tages.
  • Die wahrscheinlich bekannteste Persönlichkeit eines gewissen Hamburger Hotels ist trotz des grammatischen Femininums ein Mann namens Udo Lindenberg.
  • Kein vernunftbegabter Mensch wird bestreiten, dass die Fachkraft auch männlich sein kann.

Wie man (und auch frau) sehen kann, wird die deutsche Sprache ein ziemlicher Irrgarten, sobald man grammatikalische Gegebenheiten ins ideologische Korsett presst. Lassen wir also diesen Schwachsinn sein. Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern lässt sich sowieso nicht verordnen, erst recht nicht durch krude Sprachgebilde. Der Respekt und die Vernunft sind viel besser geeignet, eine echte Gleichbehandlung der Geschlechter anzustreben.

Autor seit 6 Jahren
169 Seiten
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