Muskelhypotonie

Alkohol in der SchwangerschaftMuskelhypotonie, der Mangel an Muskelspannung und Stärke, macht sich deutlich bemerkbar durch die ungewöhnlich schwachen Bewegungen des Kindes. Nahrungsaufnahme, Greifen nach Gegenständen und das Heben und Halten des Kopfes sind nur unter hoher Kraftaufwendung möglich. Durch Muskelhypotonie wird die motorische Entwicklung wesentlich verzögert. Auffallend ist später für Pflegepersonen eine hohe Ungeschicklichkeit des Kindes, seine Fein- und Grobmotorik sind nachhaltig retardiert.

Dysmorphie im Gesicht

Fehlbildungen an Herz, Augen, Ohren, Nieren, Zähnen und Knochen sind häufig bei Kindern mit der Diagnose FASD. Äusserlich fallen zunächst Dysmorphien im Gesichtsbereich auf. Mikrozephalie, ein zu geringes Wachstum des Kopfes, geht meist mit einer geistigen Behinderung einher. Mikroenzephalie, ein Minderwachstum des Hirns ist eine Folge der Mikrozephalie. Eine Abflachung des Mittelgesichts, fehlendes oder schwach ausgebildetes Philtrum, dünne, wenig rot gefärbte Oberlippe, kurze Lidspalten, hängendes Oberlid und ein verkürzter Nasenrücken weisen ebenfalls auf Alkoholschädigungen während der Schwangerschaft hin.

Organmissbildungen

Augenfehlstellungen und Einschränkungen in der Sehfähigkeit, wie schielende Augenstellung, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus sind weitere Hinweise auf das Fetale Alkoholsyndrom.

Missbildungen an Herz und Nieren, sowie der Geschlechtsorgane sind häufig zu beobachten.

Bei manchen Kindern sind die Ohren klein und wenig ausgeformt, meist auch tiefer als üblich am Kopf angesetzt. Oft ist die Hörfähigkeit eingeschränkt.

Skoliose, Hüftluxation, Gaumenspalten, Verwachsung von Elle und Speiche, Verkrümmungen der Finger und Unterentwicklung der Finger-Endglieder sind Beispiele für typische Fehlbildungen des Knochenbaus.

Schäden am Zentralen Nervensystem

Die Vergiftung des Fötus im Mutterleib mit Alkohol und Alkoholabbauprodukten hat aber noch viel schwerere Folgen. Die Schädigung des kindlichen Zentralnervensystems führt zu irreparablen Anomalien in Verhalten und kognitiver Entwicklung. Stimmungsschwankungen, Epilepsie, Hyperaktivität und Aggressivität beeinflussen das tägliche Leben des Kindes. Für das Pflegeumfeld sind das destruktive Verhalten, Gefühlsausbrüche, Distanzlosigkeit gegenüber Fremden, die mangelnde Gefahrenerkennung, die niedrige Frustrationsgrenze eine hohe Belastung.

Störungen des Kälte-Wärme-Empfindens, fehlendes Schmerzempfinden oder Übersensibilität, fehlendes Sättigungsgefühl, Impulsivität und Starrsinn der betroffenen Kinder erfordern einen wesentlich erhöhten Pflegeaufwand und hohe Sensibilität der Pflegeumgebung.

Die Übererregbarkeit des Kindes hat auch Schlafstörungen zur Folge, Nachtwandeln und Einschlafstörungen erfordern eine Betreuung rund um die Uhr.

Zeitlich und örtlich orientierungslos

Zeitliche und örtliche Orientierungslosigkeit, das Unvermögen zeitlich klare Abläufe zu strukturieren und logische Zusammenhänge zu verstehen bringt weitere Abhängigkeit von Pflegepersonen. Häufig kann nicht einmal eine deutlich formulierte Aufgabe ausgeführt werden, wenn das Kind die Aufforderung versteht, da ihm die Kooperationsbereitschaft dazu fehlt. Die mangelnde Fähigkeit, den Tagesablauf selbst zu gestalten, begründet die Pflegebedürftigkeit meist auch über das Kindesalter hinaus.

Bitte beachten Sie, dass ein Pagewizz- Artikel generell fachlichen Rat, zum Beispiel den eines Arztes, nicht ersetzen kann.

Immortelle, am 11.05.2014
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