Die Kreuzotter - Aussehen, Färbung und typische Merkmale

Eine typische Farbe, die sie deutlich erkennbar macht, hat die Kreuzotter nicht: Im Gegenteil, Kreuzottern sind sehr variabel gefärbt. Männchen sind oft grau, Weibchen häufig dunkelbraun. Es gibt aber auch sehr helle, kupferrote oder ganz schwarze Kreuzottern. Die schwarzen Kreuzottern werden manchmal auch als "Höllenottern" bezeichnet. 

Die meisten Kreuzottern haben eine deutliche Zeichnung, es gibt aber auch einfarbige Exemplare.

In vielen Fällen kann man die Kreuzotter durch die dunkle Zickzacklinie auf ihrem Rücken erkennen. Am Hinterkopf trägt sie außerdem eine X- oder V-Zeichnung.

Die Schlange, die zur Familie der Vipern gehört, ist eher klein (bis zu 90 cm lang), hat einen kurzen Schwanz und kräftigen Körperbau. 

Wer sich Auge in Auge mit der Kreuzotter befindet, dem fallen auch die kupferrote Iris und die senkrecht stehende Pupille auf.

Adder (Vipera Berus) Tasting the ...

Adder (Vipera Berus) Tasting the Air with Tongue, Staffordshire, England, UK, April (Bild: Danny Green / AllPosters)

Die Kreuzotter - Lebensraum

Wo trifft man sie überhaupt an, die Kreuzotter?

Vor allem mag sie trockenes, offenes und sonniges Gelände. Man findet sie in Wiesen, Gebüschen, Mooren, Geröllhalden, auf Waldlichtungen und an der Küste, ...

Ganz anspruchslos ist die Kreuzotter nicht, was ihren Lebensraum betrifft: Je nachdem, ob sie Schutz sucht, Beute jagt oder den kalten Winter überstehen muss, braucht sie ganz unterschiedliche landschaftliche Begebenheiten. 

In Europa ist die Kreuzotter weit verbreitet, in Deutschland aber inzwischen eher selten geworden und meist nur noch in unbewohnten Gegenden zu finden.

Die Kreuzotter gilt in Deutschland als geschützt, sie darf weder getötet noch gefangen werden.

Adder, Vipera Berus on Rock Showing ...

Adder, Vipera Berus on Rock Showing Habitat UK (Bild: Mark Hamblin / AllPosters)

Die Kreuzotter - Lebensweise

Wirklich fürchten müssen sich vor der Kreuzotter vor allem Mäuse: Denn die gehören zu ihrer bevorzugten Beute. Dabei ist sie aber recht genügsam, denn mit 12 Mäusen im Jahr kommt die kleine Schlange durchaus aus. 

Neben Mäusen macht die Kreuzotter Jagd auf andere kleine Säugetiere (z.B. Maulwürfe), aber auch auf Frösche, Eidechsen, Jungvögel oder Insekten. Sie lauert ihrer Beute auf oder dringt gezielt dort ein, wo sie Nahrung vermutet. In Vogelnestern zum Beispiel erbeutet die Schlange Nestlinge oder Eier.

Auch die Kreuzotter selbst hat viele Feinde: Gefressen werden die kleinen Reptilien von Greifvögeln wie Bussard oder Milan, von Störchen, Uhu, Krähen und Reihern, von Füchsen, Dachsen, Igeln und Mardern und - ganz besonders häufig - von Wildschweinen. 

Berühmt sind die Kreuzottern für ihre beeindruckenden Revierkämpfe - wenn zwei Männchen sich um ein Weibchen streiten, dann nennt man das auch den "adder dance", den Kreuzottertanz Ähnlich wie beim Kommentkampf der Hirsche geht es bei den Kreuzotter-Männchen zu. Obwohl die beiden Rivalen ihre tödlichste Waffe, den Giftzahn, im Kampf gegen den Herausforderer einsetzen könnten, wird bei solchen Rivalitäten nie ein Schlangenmännchen verletzt. 

Kreuzottern sind ovovivipar, das bedeutet: Die meist 5 - 20 Jungtiere werden lebend geboren. Die Eier bleiben bis zur vollständigen Reife der Jungtiere im Körper der Mutter. 

Um einen kalten Winter gut zu überstehen, tun sich Kreuzottern meist in kleineren oder größeren Gruppen zusammen: Gemeinsam überwintern sie in Baumhöhlen, Erdlöchern oder in Felsspalten. Meist ziehen sie sich von Oktober bis Mai zum Winterschlaf zurück. Ist ein Wintertag mild, kann es aber durchaus passieren, dass eine Kreuzotter aus dem Schlaf erwacht und einen Ausflug über die Schneedecke macht. 

"Dance of the adders": Kreuzottertanz - Revierkampf der Kreuzottern

Wie gefährlich ist die Kreuzotter wirklich? - Die wichtigsten Fakten rund um Deutschlands häufigste Giftschlange

Die tierchenwelt.de erklärt es sehr gut: Wie gefährlich eine Giftschlange tatsächlich ist, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab.

Wie stark ist das Gift?

Wie lang sind die Zähne?

Wie groß ist die abgegebene Giftmenge?

Wie angriffslustig ist die Schlange? 

Wie groß ist die Schlange?

Welche Gegengifte gibt es?

Für die Gefährlichkeit der Kreuzotter bedeutet das:

  • Kreuzottern sind sehr scheu und greifen nur dann an, wenn sie sich massiv bedroht fühlen und keine Fluchtmöglichkeit mehr sehen. 

  • Das Gift der Kreuzotter ist zwar relativ stark, aber die abgegebene Giftmenge eher gering.

  • Der Giftzahn der Kreuzotter ist nur 4 mm lang - festes Schuhwerk, zum Beispiel, kann er nicht durchdringen. 

  • Es stehen mindestens acht verschiedene Gegengifte zur Verfügung. 

  • Kreuzotterbisse sind nicht hochgefährlich und selten lebensbedrohlich. Gefährdet sind vor allem Kinder, kranke und alte Menschen. 

Trotzdem ist bei einem Kreuzotterbiss Vorsicht geboten und er sollte möglichst schnell medizinisch versorgt werden, denn:

  • es kann zu akuten Schmerzen und Lähmungen kommen, die - wenn unbehandelt - lange anhalten können.

  • bei einem Biss in die Schlagader wird die Situation besonders problematisch, weil das Gift sich auf diese Weise sehr rasch im Körper verteilen kann.

  • ein allergischer Schock auf einen Kreuzotterbiss kann durchaus gefährliche Symptome entwickeln. 

Erste Hilfe: Die Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums in Bonn erklärt, wie man nach einem Kreuzotterbiss am besten vorgeht. 

Adder (Vipera Berus) Coiled ...

Adder (Vipera Berus) Coiled, Basking on Moss in the Spring Sunshine, Staffordshire, England, UK (Bild: Danny Green / AllPosters)

Konfrontationen mit der Kreuzotter vermeiden: Vorsichtsmaßnahmen

Ein Naturkundliches Arbeitsbuch für Schüler aus dem Jahr 1971 erklärt es recht amüsant: Niemand muss befürchten, von einer Kreuzotter "verfolgt" zu werden, die "meterhohe Sprünge" macht.

Den Schülern wird außerdem eindringlich geraten, eine Kreuzotter nicht am Schwanzende hochzuhalten - so ungefährlich, wie mancher behauptet, sei das nämlich durchaus nicht: Zwar könnten sich die trägen Weibchen in dieser Situation nur schlecht zur Wehr setzen, die flinken Männchen jedoch würden versuchen, nach der Hand des Angreifers zu schnappen, um sich aus dem Griff zu befreien.

Tatsächlich greift die Kreuzotter nur an, wenn sie überrascht oder bedrängt wird und es für eine Flucht zu spät ist. Selbst bei den sogenannten Verteidigungsbissen gibt die Schlange nur in der Hälfte aller Fälle Gift ab. Die Kreuzotter kann zwar sehr flink nach oben schnellen, kommt aber nur ca. 30 cm hoch. Wer einen Abstand von etwa 1 Meter zur Schlange wahrt, ist auf jeden Fall sicher. Auch ist die Kreuzotter kaum schneller als ein Fußgänger. 

Wer in Kreuzottergebiet unterwegs ist, der sollte auf lange Hosen und festes Schuhwerk achten, nach Möglichkeit nicht barfuß gehen. Auch ein "blinder" Griff in Gebüsche, Felsspalten oder Baumhöhlen ist nicht unbedingt ratsam. Selbstverständlich sollte man niemals versuchen, eine Schlange zu reizen, zu bedrängen oder zu fangen - in Deutschland ist das ohnehin verboten, die Kreuzotter steht unter Naturschutz. 

Vorsicht: Kreuzotterbisse können für Haustiere gefährlich sein

Tierärzte raten zu schnellem Handeln, wenn Hund oder Katze von einer Kreuzotter gebissen wurden, denn für Haustiere können Schlangenbisse gefährlicher werden als für Menschen.

Wie gefährlich ein Schlangenbiss tatsächlich ist, hängt auch hier von der Größe des Tieres, der abgegebenen Giftmenge und der Stelle ab, an der das Tier gebissen wurde. Mit dem entsprechenden Schlangengiftserum können Bissunfälle aber vom Tierarzt mit gutem Erfolg behandelt werden.

Stark anschwellende Gliedmaße oder ein empfindlicher Maulbereich können zum Beispiel auf einen Kreuzotterbiss hinweisen. Manchmal sind auch die Zahnabdrücke der Kreuzotter - etwa stecknadelgroß - zu erkennen. 

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