Hörminderung erkennen

Zu Beginn einer Hörminderung werden vor allem hohe Töne nicht mehr wahrgenommen. Sie überhören das Türklingeln oder Ihr Telefon. Sie müssen in Gesprächen oft nachfragen, weil Sie Silben von Wörtern oder Satzteile nicht verstanden haben. Sie glauben, Ihre Gesprächspartner nuscheln. Herannahende Autos hören Sie als Fußgänger erst spät. Oder Ihre Nachbarn beschweren sich über zu lautes Radiohören bzw. Fernsehen. Naturgeräusche wie Vogelzwitschern oder Blätterrauschen nehmen Sie nicht mehr wahr. So gibt es viele kleine Anzeichen, die Ihnen und auch Ihren Angehörigen auffallen können.

Ein Hör-Check gibt Sicherheit

Oft ist das eigenen Hörempfinden besser, als es die gemessenen Werte eines Hör-Tests ergeben. Dies ist normal, da sich die Hörminderung meist über lange Zeit schleichend einstellt. Ein Hör-Check gibt Ihnen Sicherheit. Er ist einfach und dauert nicht lange. Auf der Webseite der Fördergemeinschaft Gutes Hören können Sie sich informieren und sich einen Hörakustiker in Ihrer Nähe heraussuchen. Es gibt auch eine aus dem Festnetz kostenlose Servicenummer zum Anrufen unter 0800 360 9 360, werktags von 9,00 bis 18,00 Uhr. Sicherlich wird Ihnen auch ein HNO-Arzt helfen. Wenn der Hör-Test eine Hörminderung bestätigt, sollte man so schnell wie möglich handeln.

Bei Hörminderung schnell entgegenwirken

Oft vergehen mehrere Jahre, bis eine Hörminderung erkannt und dann auch behandelt wird. Leider gewöhnt sich das Gehirn an das schlechte Hören. Die Hörnerven leiten die nicht wahrgenommenen akustischen Signale nicht mehr weiter und das Gehirn verlernt es regelrecht, bestimmte Dinge zu hören. Wer es lange hinauszögert, ein Hörgerät zu nutzen, hat es entsprechend schwerer, sich wieder umzustellen. Nach mehreren Jahren plötzlich wieder Vogelgezwitscher, Windrauschen, das Ticken einer Uhr oder Hintergrundmusik zu hören, ist nicht immer einfach. Mit Hörsystemen muss das Hören dann erst wieder erlernt werden. Daher gilt, je früher man ein Hörgerät nutzt, desto besser bleibt das Gehör erhalten und desto leichter ist es, sich daran zu gewöhnen.

Was macht so ein Hörgerät eigentlich?

Ein Hörgerät verstärkt das noch vorhandene Restgehör und verhindert eine fortschreitende Verschlechterung. Mit der Anpassung der Hörsysteme nehmen die Gehörnerven ihre Funktion erneut auf und versorgen das Gehirn wieder mit den entsprechenden Lauten. Moderne Hörsysteme sind kleine Wunderwerke. Mehr als 70 Prozent aller Hörgeräte sind heute digital, also intelligent. Mit einem solchen Gerät tragen Sie einen kleinen Computer im Ohr, der sich optimal an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen lässt. Der Hörakustiker unterscheidet zwischen Im-Ohr- und Hinter-dem-Ohr-Systemen.

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Welches Gerät für wen?

Hörakustiker sind Experten und suchen mit ihren Kunden gemeinsam nach dem besten Gerät. Dabei kann man durchaus erst verschiedene Geräte testen. In individuellen Gesprächen wird herausgefunden, wie der neue Höreindruck ist, was gut ist, und womit der Kunde nicht zurecht kommt. Die Krankenkassen zahlen einen festen Betrag, für den es heute sehr gute Geräte gibt. Da die Technik sich gerade auf dem Gebiet der Hörakustik enorm weiter entwickelt hat, sind die Kassengeräte inzwischen wesentlich komfortabler, als noch vor ein paar Jahren. Wer zum Festbetrag der Krankenkasse dazu zahlen möchte, kann aus einer sehr breiten Vielzahl an Geräten wählen und sollte sich dafür auch genügend Zeit nehmen. Welches Gerät am Ende am besten ist, hängt vom individuellen Hören ab, von den Lebensgewohnheiten, dem individuellen Anspruch und nicht zuletzt vom persönlichen Geschmack. Es ist legitim und wird selbst vom Hörgeräteakustiker empfohlen, dass Sie verschiedene Geräte vor dem Kauf testen.

Auf der Webseite der Fördergemeinschaft "Gutes Hören" finden Sie umfassende Informationen rund um das Hören, über Hörminderung und Hörgeräte.

Autor seit 5 Jahren
128 Seiten
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