Viele Tiere mögen Nüsse

Viele Tiere schätzen Nüsse. Die wohl bekanntesten Nussfresser sind die Eichhörnchen. Sie sammeln in mehreren Vorratslagern für den Winter Hasel- und Walnüsse und verstecken ihre Beute in der Erde. Ihre Nüsse aber haben keine kleinen Löcher.

Auch für die bei uns heimischen Feldmäuse sind Nüsse ein willkommener Schmaus. Sie nagen große Löcher in die harte Schale der Nuss und fressen den schmackhaften Kern. Gleiches gilt für die heimischen Waldmäuse. Ihr Name beschreibt nicht ihren Lebensraum, denn sie wohnt am Rande von Feldern und in Gärten und Parkanlagen und sogar in Gebäuden und deren bewachsenen Fassaden.

Alle Mausarten sind höchst geschickte Nußknacker, aber die kleinen Löcher stammen nicht von Mäusen.

Aber wer ist für die kleinen Löcher verantwortlich? Es ist der Haselnussbohrer.

Der Haselnussbohrer

Dass sich der Haselnssbohrer in einem Haselnussbusch oder –baum breitgemacht hat, erkennt man schnell, wenn viele unter dem Haselnussbaum liegende Nüsse ein kleines Loch haben. Hier treibt der Haselnussbohrer (lateinisch Curculio nucum) sein (Un-)Wesen. Der Haselnussbohrer ist ein Käfer und gehört zur Familie der Rüsselkäfer. Er ist zirka sieben bis acht Millimeter lang und meist gelbbraun gemustert. Die "Waffe" der Insekten ist ein sofort auffälliger – wenn man den Käfer überhaupt mal sieht - nach unten gebogener dunkelbrauner Rüssel. Der Rüssel ist beim Weibchen länger als ihr eigener Körper.

Die Eiablage wird geschickt getarnt

Die weiblichen Haselnussbohrer legen ihre Eier vorwiegend im Mai, spätestens im Juni in den unreifen Haselnüssen ab, die zu dieser Zeit nur einen Zentimeter lang und unreif sind. Sie durchstechen die noch weiche Schale und legen je Haselnuss nur ein Ei ab.

Die Larven schlüpfen nach zirka einer Woche und fressen den Haselnusskern langsam auf. Dass sich eine Larve in einer Haselnuss befindet, wäre nur für wenige Tage nach der Eiablage zu sehen, denn die Einstichstelle wächst mit der reifenden Haselnuss schnell wieder zu. Wenn die Larven nach vier Wochen ungefähr 15 Millimeter gross und ausgewachsen sind, verlassen sie die Haselnuss, indem sie die Stelle des Einstichs von innen mit ihren scharfen Mundwerkzeugen zu einem Loch von circa zwei Millimetern Durchmesser erweitern. Von daher stammt das Loch in der Nußschale.

Da der Nusskern aufgefressen ist, ist die nun leere Nuss schon längst zu Boden gefallen. Im Innern der befallenen Nuss bleibt nur noch ein kleiner Rest des Kerns übrig (falls das Futter nicht ausgereicht hätte) sowie die kleinen, schwarzen, trockenen Kotbröckchen der Larven.

Das Verpuppen und Schlüpfen

Sind die Larven aus ihrer Haselnuss herausgekrochen, graben sie sich sofort bis zu 25 Zentimeter tief in die Erde ein und überwintern als Puppen. Bei ungünstigen Witterungsbedingungen können sie auch bis zu drei Jahre als Puppen im Boden überdauern. Im Frühjahr verpuppt sich die Käferlarve und schlüpft im Mai als Käfer. Der ausgereifte Käfer ist als Haselnussbohrer nicht auf die Haselnuss spezialisiert, sondern benagt nach der sehr einseitigen nussigen Larvennahrung gern auch junges Obst wie Birnen, Pfirsiche, Äpfel, Pflaumen und Kirschen.

Maßnahmen gegen den Haselnussbohrer

Ein gestandener, kräftiger Gartenbesitzer würde versuchen, falls seine Haselnüsse vom Haselnussbohrer befallen ist, die Erde unter dem Haselnussbusch tief umzugraben. Das aber wäre kein ratsames Unterfangen, denn Haselnussbüsche und –bäume sind Flachwurzler. Mit rigorosem Umgraben würde die Pflanze stark geschädigt werden. Das hieße: Keine Ernte, egal, ob mit Haselnussbohrer oder mit Umgraben.

Andere würden gern die Chemiekeule schwingen. Das geht aber nicht, denn für einen Hausgarten gibt es keine zugelassenen Insektizide, wohl aber für den erwerbsmäßigen Anbau. Das erklärt auch, weshalb Haselnüsse im Handel kaum Löcher durch Haselnussbohrer aufweisen.

Die Nüsse, besonders herabgefallene, sollten im Mai und Juni sorgsam auf Löcher kontrolliert werden. Nüsse mit Löchern sollten sofort entsorgt werden, damit die Larven gar nicht erst in den Boden gehen können.Der Baum sollte in dieser Zeit regelmäßig geschüttelt werden. Legen Sie ein weißes Tuch unter den Baum und schütteln Sie kräftig. So können Sie auf dem Tuch gut erkennen, was beim Schütteln heruntergefallen ist. Beste Tageszeit für das Schütteln ist der Morgen, denn morgens sind die Haselnussbohrer noch sehr träge und leicht abzuschütteln.

Haben Sie frei laufende Hühner, gönnen Sie ihnen doch einmal zwischen Mitte März und Mitte Mai eine Mahlzeit unter Ihrem Haselnussbaum, wenn der Baum in einem Gartenbereich steht, in dem die Hühner keinen großen Schaden anrichten können. Ein temporäres Freilaufgehege wirkt fast immer Wunder und beschert Ihnen eine gute Nussernte.

Tipps für die Anpflanzung von Haselnussbüschen und-bäumen

Wer gerade einen Haselnussbaum pflanzen möchte, sollte eine möglichst frühreife Sorte auswählen, denn diese ist meist weniger anfällig, und die jungen Nüsse haben schon im Frühsommer eine schon so hart gereifte und verholzte Schale, dass die Weibchen der Haselnussbohrer kaum eine Chance haben, sie mit ihrem Rüssel zu durchbohren.

Auch ist es ratsam, einen Haselnussbaum mit einem einzelnen Trieb als Hochstamm wachsen zu lassen. Mit einem Leimring am Baum verhindern Sie dann, dass die Insekten nicht den Stamm hochklettern können. Zwar können die Weibchen fliegen, aber die flugfaulen Tiere klettern lieber. Aber auch bei einem Leimring sollte ein Haselnussbaum wegen eines möglichen Befalls von Haselnussbohrern stets unter Beobachtung stehen. Die Chancen für eine erfolgreiche Ernte stehen aber sehr gut.

Beim Neupflanzen von Haselnüssen achten Sie stets darauf, dass das nächste Haselnussgewächs höchstens 40 Meter entfernt steht, weil Haselnüsse Windbestäuber sind und zur Befruchtung den Pollen einer anderen Sorte benötigen. Wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie selbst ein oder zwei weitere Sorten pflanzen.

Die beliebtesten Haselnusssorten

Haselnusskerne bestehen zu etwa 60 Prozent aus pflanzlichen Fetten und Ölen, von denen wiederum mehr als 90 Prozent ein- oder mehrfach ungesättigt sind. Zudem enthalten Haselnüsse viele verschiedene B-Vitamine, Vitamin E sowie verschiedene Mineralien und Spurenelemente. Haselnuss-Sträucher stammen aus der Familie der Birkenhölzer und gelten als älteste heimische Obstart.

 

 

 

 

 

 

 

Man unterscheidet zwei Arten: Die Zellernuss (Corylus avellana) und die Lambertsnuss (Corylus maxima). Die Zellernuss hat offene Hüllblätter, die die Nuss nur bis zur Hälfte umhüllen, während die Hüllblätter der Lambertsnuss die Nuss voll eindecken.

Auf diese beiden Urformen gehen viele Haselnusssorten zurück. Besonders beliebt sind die beiden Zellernusssorten "Bergers Zellernuss" und "Daviana". Bei der Lambertsnuss genießen "Purpurea" und "Webbs Preisnuss" die meiste Wertschätzung

Autor seit 4 Jahren
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