Hatten die Indianer Kontakt zu Außerirdischen? (Bild: geralt / Pixabay)

Die Himmelswesen kamen auf einem glänzenden Pfad zur Erde

In der Version der Quinalt-Indianer aus dem US-Bundesstaat Washington kamen die Angreifer aus dem "Land im Himmel, wo die Sterne sind". Die Entführung zweier unschuldiger junger Mädchen zu den Sternen brachte großes Verderben über die Stämme. Allerdings endeten nicht alle Begegnungen auf so tragische Weise. Die Maori in Neuseeland führen die Fortschritte ihrer Zivilisation auf die Verbindung zwischen einer Häuptlingstochter und einem Prinzen aus dem "Himmelsland" zurück. Erst wurde der Eindringling von dem Häuptling der Maori gefangengenommen, dann jedoch als Schwiegersohn anerkannt. Einige Maori durften das "Himmelsland" besuchen, wo sie von den Fremden bestimmte Kunstfertigkeiten erlernten.

Ähnliche Geschichten über enge Beziehungen zwischen Menschen und fremden Wesen existieren selbst in geografisch weit auseinanderliegenden Kulturen. Die Machinguenga-Indianer aus dem peruanischen Dschungel berichten von "Himmelswesen, die auf einem glänzenden Pfad vom Himmel auf die Erde herabkamen". Auch beim Stamm der Kayapò-Indianer in Brasilien gibt es eine ähnliche Geschichte. Sie erzählt von einem sonderbaren Wesen namens "Bep-Kororoti", das eines Tages in ihrem Dorf erschien. Es war von Kopf bis Fuß mit einem Anzug bekleidet und trug eine Donnerwaffe.

Das fremde Wesen unterrichtete die Indianer im Ackerbau

Die Indianer versuchten, den Eindringling zu vertreiben, doch ihre Waffen waren zu schwach. Sobald sie die Kleidung von "Bep-Kororoti" berührten, zerfielen sie zu Staub. Um ihnen seine Überlegenheit zu beweisen, deutete der Fremde auf einen Baum und einen Stein und zerstörte beides mit seiner Waffe. Er lebte viele Jahrzehnte bei den Kayapó, unterrichtete sie im Ackerbau, ihrer Lebensweise und verbesserte ihre Jagdkunst. Dann verließ er sie für immer. Noch heute tragen die Kayapó bei rituellen Tänzen ein Gewand aus Palmenblättern, das diesen "Bep-Kororoti" darstellen soll.

Vor allem die Anhänger der frühzeitlichen "Astronautengötter"-Theorie nutzen diese alten Mythen, um ihre Ansicht zu untermauern. Die Geschichten schildern, wie die Götter der Menschheit die Beherrschung des Feuers und die Kunst des Ackerbaus beibrachten. Diese These, die den Indianern jede eigenständige Fähigkeit abspricht, beruht in erster Linie auf der unausrottbaren Annahme, dass das 21. Jahrhundert den Höhepunkt der menschlichen Entwicklung darstellt. Natürlich hat diese Weltsicht dazu beigetragen, die Erde zu erforschen und Krankheiten in den Griff zu bekommen, doch könnte dieser Standpunkt auch bedeuten, dass die Menschheit im Laufe ihrer Entwicklung bestimmte Fähigkeiten verloren hat, die den Urvölkern vielleicht noch selbstverständlich erschienen. Entscheidend ist letztendlich sowieso nicht, ob irgendjemand etwas glaubt, sondern ob es möglich gewesen sein könnte.

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