Kaffee trinken heute - Von der Besonderheit zur Normalität

Früher gab es Kaffee nur zu besonderen Anlässen oder vielleicht einmal am Sonntag. Heute begleitet uns der Kaffeegenuss überall, den ganzen Tag lang. Morgens zum Frühstück, mittags so zwischendurch und abends nach dem Essen, zur Verdauung. Auch bei der Art der Zubereitung von Kaffee hat sich viel geändert. Was früher mit kochendem Wasser direkt überbrüht wurde kann heute mit einer Vielzahl von verschiedenen Maschinen zubereitet werden. Beliebt sind heute Maschinen, die einzelne Tassen Kaffee kochen. Was soll auch der Single mit zehn Tassen auf einen Schlag. Da greift man heute eher zu den anderen Möglichkeiten und kocht sich seine Tasse jetzt und einzeln. Frisch und nicht lauwarm aus einer Thermoskanne.

Kaffee kochen ist eine kleine Kunst, und der Genuss hängt stark von der Art zu kochen ab. Wer heute Kaffee kauft, findet nicht nur eine Vielzahl von Kaffeesorten, sondern diese auch noch als ganze Bohnen, Kaffeepads oder Kapseln im Regal. Kaffee kaufen ist also gar nicht mehr so einfach. In erster Linie hängt es von der vorhandenen Kaffeemaschine ab, welchen Kaffee wir kaufen. Erst dann die eigentliche Kaffeesorte. Was nützt die beste Kaffeebohne aus dem kolumbianischen Hochland, wenn zum Kochen die passende Maschine fehlt?

Kaffee kochen, aber wie?

Vom klassischen Überbrühen mit Filter und Kanne geht die Spanne bis zum teuren Hightech Kaffeevollautomaten im vierstelligen Eurobereich. Man sollte sich also vor dem Kauf über seinen eigenen Kaffeekonsum und die Vorlieben im Klaren sein. Vieltrinker werden ihr Lieblingsgetränk anders kochen wollen als Genusstrinker. Verschaffen wir uns einen Überblick über die verschiedenen Arten, ihre jeweiligen Vor- und Nachteile und auf die Kosten.

Kaffee kochen - ganz klassisch - Kanne und Filter, wie zu Omas Zeiten

Man braucht nur eine Kanne, einen Filter, Filterpapier, Kaffee und kochendes Wasser. Am besten kocht man das Wasser mit einem Wasserkocher, geht am schnellsten und ist energiefreundlich. Nimmt man ganze Bohnen, muss man sie noch mahlen. Wer noch eine alte Kaffeemühle besitzt, darf sich glücklich schätzen. Vom Nostalgiefaktor abgesehen bringt das frische Mahlen der Bohnen ein besseres Aroma. Die Alternative wäre gemahlener Kaffee, geöffnet verliert er aber mit der Zeit an Aroma. Der kleine Mehraufwand mit dem Mahlen ist es sicher wert. Belohnt wird er mit einem besseren Geschmack.

Jetzt nur noch die passende Menge Kaffepulver in den Filter geben, mit kochendem Wasser übergießen, brühen lassen und immer wieder Wasser nachgießen.

So schöpft man das Kaffeearoma optimal aus. Relativ schnell kann man seine Tasse Kaffee dann in Ruhe genießen.Und schon das Ritual der Zubereitung bringt Entspannung.

Vorteile: Wenig Aufwand, gutes Aroma, schnell gemacht und preiswert. Hat man keine Kaffeemühle, kann man auf gemahlenen Kaffee zurückgreifen. Bohnen oder Kaffeepulver sind die günstigste Variante. Man braucht keine teure Maschine, hat man keinen Wasserkocher, dann geht es auch auf dem Herd.

Nachteile: Bei kleinen Mengen (ein bis zwei Tassen) ist die Dosierung recht schwierig. Etwas Aufwand für das Wasserkochen und Überbrühen. Für Einzeltassen-Trinker eher ungeeignet.

Klassisch - Die typische Maschine mit Filter

In den meisten Haushalten steht sie, die typische Kaffeemaschine. Wassertank, Heizspirale eingebaut, Filter und Kanne. Meist für zehn oder zwölf Tassen.

So geht es auch recht schnell mit dem Kaffeekochen. Wasser rein, die richtige Dosis in den Filter, einschalten. Ein paar Minuten später ist der Kaffee bereit. Es läuft von selbst, da muss man nicht dabeibleiben und kann etwas anderes tun. Will man auf ganze Bohnen zurückgreifen, braucht man natürlich noch eine Kaffeemühle. Meist wird aber Pulverkaffee genommen, trotz der aromatischen Nachteile. Ein Tipp: Frisch gemahlenen Kaffee verwenden.

Vorteile: Selbstläufer, geht schnell, perfekt für größere Mengen, Bohnen oder Pulver möglich. Eine eingebaute Heizplatte hält den Kaffee warm. Maschinen dieser Art sind sehr preisgünstig zu haben.

Nachteile: Kleinere Mengen problematisch, steht der Kaffee zu lange, brennt er am Boden ein. Man sollte über eine Thermoskanne nachdenken, die hält aber auch nicht ewig warm. Wo Wasser kocht, setzt sich Kalk ab. Daher regelmäßiges Entkalken nicht vergessen.

Kaffeepads - Kaffee kochen auf die Schnelle, aber gut

Padmaschinen sind im kommen, Kaffee kochen geht schnell und ohne großen Aufwand. Wasser in den Tank, ein oder zwei Pads einlegen. Tasse unterstellen, drücken - fertig. Ideal für die Enzeltassenzubereitung. Der Kaffee erhält durch den Druck beim Brühen eine feine Crema. Die Kaffeepads gibt es in allen Varianten, eigentlich ist es nur normales Kaffeepulver in ein rundes Filterpapier eingepresst. Ein Pad, eine Tasse. Die Geräte sind nicht so günstig wie normale Kaffeemaschinen, die Größe ist etwa gleich.

Vorteile: Geht schnell, Dosierung einfach, ideal für Wenigtrinker, kein Aufwand, gutes Aroma und eine schöne Crema. Perfekt für Morgens, wenn man noch schläfrig ist und einfach nur schnell eine Tasse Kaffee möchte.

Nachteile: Nur Kaffee in speziellen Pads möglich, diese sind sehr teuer gegenüber Bohnen oder Pulver. Für ein Pfund Kaffee zahlt man so locker das Doppelte. Kaffee für mehrere Personen kochen ist schwierig. Zumindest, wenn alle gleichzeitig versorgt werden sollen. Entkalken muss man natürlich ebenfalls in regelmäßigen Abständen.

Kaffee aus Kapseln?

Noch ein Trend. Eine ähnliche Maschine wie die Padmaschinen, nur dass hier keine Pads eingelegt werden, sondern Aluminiumkapseln mit Kaffeepulver. Das gibt es in allen möglichen Sorten.

Geht ebenso wie bei den Pads schnell und sauber zuzubereiten. Kapselmaschinen sind ebenfalls mehr für den Wenigtrinker geeignet. Für die Zubereitung von etwa zehn Tassen wird es schwierig. die Werbung verpackt das alles mit Design und Stil.

Vorteile: Schnell und einfach, Geschmack ok.

Nachteile: Teure Kapseln, viel Abfall, nur für kleinere Mengen. Und wo bleibt das Kaffeearoma von frisch gemahlenenem Kaffee oder beim Öffnen einer neuen Packung? Die Kaffeebereitung ist einfach nur noch steril geworden.

Kaffee vollautomatisch - Die Luxusklasse

Sie machen fast alles alleine, dafür kann man locker eine vierstellige Summe investieren, um in den Genuss eines fast automatisch gekochten Kaffees zu kommen. Wahre Alleskönner gehen hier an den Start. Wassertank, Milchtank und Behälter für die Bohnen. Der Apparat mahlt die Bohnen ganz frisch, überbrüht sie und, wenn gewünscht, schäumt er die Milch auf und verzaubert mit einer Tasse Kaffee wie im italienischen Kaffee in Roma. Die Dosierung lässt sich individuell einstellen, ebenso die Menge ja nach Tassengröße. Dazu die geschäumte Milch in perfektem Verhältnis.

Wie im Kaffeehaus kommt der Kaffee auf den Tisch, Genuss pur. Das alles hat natürlich seinen recht stolzen Preis.

Vorteile: Bester Geschmack, schöne Crema, ein oder zwei Tassen ideal, perfekte Dosierung, Milchschäumer. Kaffee günstig, da ganze Bohnen verwendet werden. Ganz frisch gemahlener Kaffee mit perfektem Aroma.

Nachteile: Hoher Platzbedarf, nicht so pflegeleicht wie es aussieht. Trester entleeren, Wasser füllen und Bohnen auffüllen gehören zu den Standardaufgaben. Dazu kommt noch der sehr hohe Anschaffungspreis.

Fazit - Welche Art für wen?

Die typische Kaffemaschine findet man fast überall, einfach und gut. Auch wenn es mal viele Tassen gleichzeitig sein sollen.Das klassische Familiengerät.

Für den Einzeltrinker lohnt es sich, über eine Padmaschine nachzudenken. Bei hohem Kaffeekonsum muss man aber über den hohen Preis für die Pads nachdenken. Die Single und Paar Maschine.

Kapselkaffee ist steril und Kaffee ohne Bohnen oder Pulver schon recht seltsam. Dann lieber zur Padmaschine greifen.

Ob es sich wirklich lohnt, einen Vollautomaten anzuschaffen, entscheidet letzlich auch der Geldbeutel. Ob der Kaffee den Preisunterschied rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden. Und Design kocht noch keinen guten Kaffee von alleine.

Vielleicht ist die Kombination von Padmaschine und einer normalen Maschine gut. Für den schnellen Kaffee am Morgen Pads, wenn Besuch kommt mit der klassischen Maschine. So ist man für alle Fälle gerüstet.

Und keine Sorge, die klassische Kaffeekanne ist nicht vom Aussterben bedroht, noch immer bevorzugen viele Kaffeetrinker die ganz klassische Art mit dem Überbrühen.

Noch mehr Möglichkeiten - Kaffee geht auch so

Die weniger verwendeten Zubereitungsarten:

Ital. Aluminiumkanne für Espresso: Unten wird Wasser direkt über dem Herd erhitzt, das Wasser drückt durch das in der Mitte angebrachte Sieb mit hohem Druck durch das Espressopulver. Die klassisch Art Espresso zu kochen. Ideal für eine oder zwei Tassen Espresso.

  

Karlsbader Kanne: Kaffeeprofis, die das volle und unverfälschte Aroma wollen, bevorzugen diesen Klassiker. Das ist eine Porzellankanne mit einem Filteraufsatz aus dem gleichen Material. Da kein Filterpapier verwendet wird, kann das Aroma nicht beeinflusst werden. Der Kaffee muss etwas gröber gemahlen werden, etwa wie Grieß. Sonst wird er durch die Löcher des Filters gespült. Dafür wird man von einem großartigen Kaffeearoma belohnt.

 

 

Kanne zum Durchdrücken: Meistens eine zylindrische Glaskanne, im Deckel ist ein Sieb angebracht. Kaffeepulver in die Kanne geben, kochendes Wasser darüber, ziehen lassen. Dann das Sieb nach unten drücken. Fertig ist der Kaffee. Es ist immer etwas Kaffeesatz in der Tassen. Vielleicht möchte ja jemand in die Zukunft sehen.

 


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Also warum nicht, einfach mal probieren bei Netzkaffee. Viel Spaß beim Testen! Und das ganz ohne dreckiges Geschirr. Genuß pur mit einem kleinen Augenzwinkern.

Autor seit 5 Jahren
21 Seiten
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