Wiener Flair musikalisch umgesetzt

Wenn die ersten Takte erklingen, ist das Publikum meist schon hin und weg. Das Orchester "Wiener Café” spielt Melodien, die nicht nur die Generation jenseits der 70 in Erinnerungen schwelgen lässt. Es ist klassische Unterhaltungsmusik, die das Ohr verwöhnt und die Menschen erfreut. Wie der Titel schon erahnen lässt, spielt das Ensemble die Musik, die sich an Johann Strauss und Co. orientiert, sich von schwungvollen Operettenmelodien bis hin zu Gassenhauern des vergangenen Jahrhunderts erstreckt.

"Wir spielen nicht nur Kaffeehausmusik, sondern auch Klassik”, sagt Hans Schlowak aus Laudenbach, der zusammen mit seinen fünf Kollegen auf gleicher Wellenlänge liegt, die aus Liebe an der Musik spielen und dies unentgeltlich tun. Sie musizieren überwiegend in Senioreneinrichtungen, meist in Amorbach, Wörth und in Kleinwallstadt, wo die Bewohner einen gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen und vertrauten Liedern verbringen. Diese Veranstaltungen finden regelmäßig statt und stimmen nicht nur die betagten Herrschaften fröhlich, sondern auch die Musikanten. Schon seit vielen Jahren werden auch Weihnachtsfeiern mit festlicher weihnachtlicher und klassischer Musik umrahmt. "Wir wissen genau, bei welchen Melodien die älteren Leute das Taschentuch zücken”, erzählt Hans Schlowak und lächelt. Dass Musik berührt und wahre Wunder verbringen kann, hat der pensionierte Pädagoge bei einem Weihnachtskonzert in der Roheschen Stiftung hautnah erleben können. Einer Bewohnerin im Rollstuhl, die nach einer Erkrankung ein viertel Jahr kein einziges Wort gesprochen hatte, hatte die Musik die Zunge gelöst. "Wie schön, wie schön”, war der Satz, den sie beseelt von den den schönen Melodien mehrmals wiederholte.

Da ist Musik drin
cafe musical !!!

cafe musical !!! (Bild: jacilluch / Flickr)

Offen für interessierte Instrumantelisten

Zu Jahresbeginn 2015 spielte das Orchester auch bei einer Benefizveranstaltung für den Verein Lebenshilfe im Bürgerzentrum in Elsenfeld. "Da war es proppenvoll”, freut sich Hans Schlowak. Rund 150 Leute seien im Saal gewesen und die Helfer hätten zusätzliche Tische und Stühle holen müssen, damit alle Platz hatten.

Altes Liedgut zu erhalten und die Jugend für die Musik zu begeistern, ist ein weiteres Anliegen der Ensemblemitglieder. Deshalb spielen sie auch in Kindergärten und kommen damit gut an. "Leider mussten wir in diesem Jahr einen großen Verlust verkraften”, erzählt Schlowak. Karl Hahn, Musiklehrer aus Eschau und ein brillanter Cellist war einer schweren Krankheit erlegen. "Das hat uns alle tief getroffen. Das war ein bedrückendes Erlebnis”, weiß der Laudenbacher Freizeit-Musiker zu berichten. Aber es gebe auch schöne Erfahrungen, wenn sich beispielsweise Sängerinnen hinzugesellen oder zur Erheiterung und Auflockerung des Programms Interpreten lustige Texte Gedichte vortragen. "Wir sind immer offen für interessierte Instrumentalisten, die sich für derartige Musik und ehrenamtliche Aktivitäten begeistern können”, betont Schlowak.

Kontakt: Orchester Wiener Café, Hans Schlowak, Telefon: 09372/2420, E-Mail: schlowak@gmx.de

Wiener Kaffehaus-Flair

Sudetendeutsches Orchester und Wiener Lieder

Das "Wiener Café” ist identisch mit dem sudetendeutschen Orchester. Gründer war der mittlerweile verstorbene Willi Berger, Konrektor in Mönchberg. Als sudetendeutsches Ensemble spielt diese musikalische Formation auch heute noch bei jeder Veranstaltung der heimatvertriebenen Schlesier und sudetendeutschen Landsmannschaften, die alle öffentlich sind Diese Veranstaltungen sind alle öffentlich: Die Hedwigsmesse im Oktober in der Kirche Sankt Peter und Paul in Erlenbach, der Tag der Heimat, die Unterfränkische Kulturveranstaltungen im Austausch mit den vertriebenen Sudeten- und Schlesierdeutschen, Totengedenkveranstaltungen in der Kochsmühle und andere Anlässe. Darüber hinaus widmet sich das Ensemble bevorzugt der klassischen Unterhaltungsmusik, vor allem die Wiener Lieder sowie Salonmusik im weiteren Sinne, zu pflegen. Die Leitung des Ensembles haben Hans Schlowak (Laudenbach) und Günther Mann (Eisenbach). Weitere Musiker sind Manfred Mann (Eisenbach), Rudi Riedel (Elsenfeld), Walter Köhler (Großwallstadt) und Klaus Ottenbreit (Kleinwallstadt). Die Herrenriege hätte nichts dagegen, mit weiblichen Kräften verstärkt zu werden und hofft, dass sich nach dem Tod von Karl Hahn wieder ein Cellist findet, der sich dieser Musik widmen möchte.

Krimifreundin, am 10.04.2015
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