Was ist die Batate/Süßkartoffel - botanisches Wissen in Kürze

Süßkartoffel, Batate - botanisch Ipomoea batatas genannt, ist ein Windengewächs, also kein Verwandter unserer Kartoffel, die ein Nachtschattengewächs ist.

  • Süßkartoffel/Batate Ipomoea batatas
  • Familie Windengewächse Convolvulaceae

Sie wurde als Kulturpflanze bereits von allen lateinamerikanischen Hochkulturen verwendet und im pazifischen Raum weit verbreitet.

 

Prunkwinde (Bild: a.sansone)

Die Bezeichnung "batatas" leitet sich von der Windenart her und stammt aus dem Sprachkreis Haitis. Von dort wurde die "Batate" nicht nur namentlich exportiert. Aus dem span. batata wurde das engl. potatoe; 

Dem Geschmack nach wurde eben die Süß-Kartoffel daraus, obwohl sie mit der Kartoffel familiär nichts gemein hat.

Die Gattung Ipomoea umfasst an die 300 Arten, neben wunderhübschen tropischen Kletterpflanzen zählt auch die Süßkartoffel dazu. Typisch für die Windengewächse sind die oft leuchtenden trichterförmigen Blüten. Sie sind zwar kurzlebig, aber meist zahlreich. Viele der Winden, etwa Ipomoea purpurea, werden bei uns gerne als Bepflanzung in Trögen für Pergola oder Zäune verwendet.

Achtung - viele öffnen ihre hübschen Blüten nur vormittags.

 

Batate/Süßkartoffel - vom Pflänzchen zur Knolle

Ipomoea batatas (Bild: a.sansone)

Woher stammt die Süßkartoffel?

Der Ursprung der Pflanze liegt in Mittel- und Südamerika. Heute wird sie im großen Stil ebenfalls in den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens und Afrikas angebaut. Die Süßkartoffel ist nach der Kartoffel und Maniok die bedeutendste Knollenfrucht der Erde. Die Jahresernte weltweit beträgt an die 100 Mio Tonnen. Größter Produzent ist die Volksrepublik China.

Ipomoea batatas ist eine einjährige krautige Pflanze. Obwohl sie schnellwüchsig ist, benötigt sie jedoch zum Wachsen die erforderlichen "heimischen" Temperaturen.

Die blattreichen Stängel, kriechend oder an einem Gerüst hochrankend, können einige Meter lang werden. Die Windenblüten sind hellviolett und eher klein. Die unterirdischen Speicherwurzeln werden im Lauf eines Sommers zu dicken Knollen.

Was wir verzehren ist diese Knollenfrucht. (Verdickte Pfahlwurzeln, welche die Pflanze zum Speichern der Nährstoffe nutzt. Und wir nutzen mit, indem wir sie ernten und verspeisen.)

Vermehrt wird die Batate vorwiegend vegetativ, sprich über Wurzelstücke, die man austreiben lässt oder ganze Wurzeln.

Mit Süßkartoffeln kochen

Süßkartoffeln kann man

  • kochen und pürieren
  • braten (auch als Chips)
  • im Rohr backen

Ein hoher Gehalt an Carotin und den Vitaminen A, E und B2 empfiehlt die Süßkartoffel als wertvolles Gemüse. Auch zu Süßspeisen kann man sie verwerten. In der Karibikküche und in der Küche der Südstaaten wird die Batate hoch geschätzt.

Süßkartoffel (Bild: https://pagewizz.com/kann-m...)

Pflänzchen klein

Ipomoea batatas (Bild: a.sansone)

1, 2, 3 - Wie kann ich Süßkartoffeln selber anbauen?

Regel 1: Schön warm

Die gut ausgebildeten Stecklinge in ein Erde/Sand Gemisch setzen und mit Mulchfolie dafür sorgen, dass sie es schön warm - immer über 15° (siehe Selbstversuch weiter unten) haben. Am besten in Töpfe im Gewächshaus setzen und nicht vor Ende Mai ins Freie setzen.

Gut geeignet als Standort für diese Töpfe ist eine Nische nahe dem Haus, wo die Wände die Wärme gut abgeben. Sobald die Triebe anfangen in die Länge zu schießen, kann man ein Gerüst setzen, an die man die langen Stängel hochbinden kann. Eine Lage Holzwolle oder Stroh, um die Feuchtigkeit des Bodens zu bewahren, ist ebenso geeignet und hübscher als Mulchfolie. Auch Schafwoll-Pellets kann man ausprobieren.

Regel 2: Durst stillen

Immer für gute Bewässerung sorgen, ist die zweite Maxime.

Regel 3: Vor dem Frost ernten

Die Kulturdauer sind etwa 4-5 Monate. Bei guten Bedingungen kann man pro Pflanze 2-4 Knollen erwarten. Von leichtgewichtigen Knöllchen bis zu Knollen von einem Kilo ist die Rede. Unbedingt vor den ersten Frostnächten ausbuddeln, sonst können sie die geernteten Bataten nicht mehr lagern.

Süßkartoffel-Anbau im Kleinen

Batate, die erste: Topf vorbereitet (Bild: https://pagewizz.com/kann-m...)

Bericht über den Selbstanbau - Top und Flop

Ich gestehe, ich liebe Süßkartoffeln. Gebacken, gebraten, gekocht, zu Chips verarbeitet oder zu Purree, einfach lecker diese "Knolle".

Auch versuche ich so viel wie möglich regionales Gemüse oder Obst zu verwenden. Also was liegt näher, mein Öko-Gewissen in Bezug auf den Bataten-Verzehr zu besänftigen, indem ich sie selbst anbaue? Nichts - außer - wo bekomme ich die passenden Setzlinge her?

  • Wo es Tomatoffel zu kaufen gibt, wird es doch auch Bataten geben. Ein Gartenartikelversand bietet schön gekeimte Süßkartoffelstecklinge an - bestellt, gekauft und dann ging es los.
  • Im Dreierpack wird Ipomoea batatas vorgekeimt angeboten und geliefert. Vorsorglich, wegen der befürchteten kühlen Frühjahrsnächte, pflanze ich die drei Setzlinge in einen großen Pflanztopf, der wiederum in einem ausgedienten Jutesack Platz findet. In den Nächten sorgsam die Sackwände hochgezogen, morgens wieder heruntergelassen.
  • War Ende April 2015 wirklich die richtige Zeit?
  • Tja, was soll ich sagen. Es war ja ein Jahrhundertsommer, mit viel Wärme und Trockenheit. Nur das Frühjahr in meiner Region, Tirol, fast 900 m Höhe, eben kühl und einigermaßen feucht. Und Ende April um einiges (temperaturmäßig) zu früh.
  • Lange brauchten meine Winden bis sie sich endlich zum Wachsen entschließen konnten.
  • Im Sommer gedieh die Batate eigentlich sehr gut. Mehr als zwei Meter Windenlänge machten Hoffnung auf gute Ernte.

 

 

Selbstanbau 2016

Man ist ja lernfähig. Die Pflänzchen werden etwas später angesetzt. Mit mehr Wärmeschutz der Topf ausgestattet. Es ist ein total nasskaltes Frühjahr, auch der Sommer ist eher mau.
Aber - der Standort ist eindeutig besser.

Ab Ende September wird die Pflanze gut eingepackt.

Ende Oktober nach den ersten Frostnächten wird geerntet. Die Freude ist groß, denn es kommen echte Süßkartoffelknollen zum Vorschein und nicht nur Winzlinge.

Hier sehen Sie selbst Süßkartoffelernte 2016

Die Windenknolle/Batate-Pflanze schaut gut aus

Sie hören es bereits - Hoffnung - Das Ausgraben vor den ersten kalten Herbstnächten wurde zum reinsten Krimi. Nicht - wer ist der Täter - war angesagt, sondern: Wo bitte sind hier die Süßkartoffeln?

Die Lupe zücken - dann entdeckt man die Ernte!
Batate, die vierte: Such das Knöllchen

Batate, die vierte: Such das Knöllchen (Bild: https://pagewizz.com/kann-m...)

Ich habe von Natur aus ein eher rundliches Gesicht. Das wurde allerdings Angesicht meiner Ernte lang, sehr lang.

So eine .... au weia - Ernte....

Im Gespräch mit meinen Profi-Gartenkollegen, die allesamt schmunzelten oder verständnisvoll mitfühlend nickten - ergab sich das Bild: Im Frühjahr braucht manTemperaturen mindestens regelmäßig über 15°, also am besten in einem temperierten Gewächshaus vorziehen; sonst kannst du deine Batate vergessen. Da hilft anschließend der beste Sommer nichts mehr.

Kommt nochmals so ein Sommer? Ich werde es 2016 noch einmal versuchen, aber die ersten Wochen indoor bleiben. Möglicherweise mit dieser Sorte. Nebenbei bemerkt, die Kartoffelernte wenigstens war hervorragend.

Tipp: Ob Top oder Flop, wer sich nicht an das Abenteuer -neue Pflanzen- heranwagt, der hat nicht das Gärtner-Gen. Rückschläge oder Misserfolge steckt man, solange man nicht erwerbsmäßig davon abhängig ist, locker weg. Also - ausprobieren und es besser machen.

(Bild: nanadecoco70 / Pixabay)

Hmm, lecker - Batate/Süßkartoffel im Rohr gebacken

Mein Lieblingsrezept für Süßkartoffeln kann ich dennoch gerne weitergeben.

Die Süßkartoffeln mit dem Sparschäler schälen, in große Stücke schneiden. In eine Ofenform etwas Olivenöl träufeln und die Süßkartoffelschnitze einlegen. Mit mediterranen Kräutern, Pfeffer und grobem Meersalz bestreuen und noch etwas Öl darüber tropfen lassen. Ein klein wenig Brühe und dann schmoren lassen.

Ich lasse die Batate fast 40 min. bei 200° braten. Dabei die Stücke einige Male mit einem Pfannenwender lockern und umdrehen. Sie müssen außen kross und innen mehlig weich sein, dann sind sie optimal zum Essen.

Mit Salat für die Veggies, mit einem Stück gebratenem Fleisch für die Fleischtiger und Sie haben eine tolle Mahlzeit.

Variante dazu: Eine Mischung mit Kürbisstücken, Pastinaken und/oder Petersilwurzeln (diese vorher kurz blanchieren) und Sie haben ein gesundes und leckeres Ofengemüse. Als kleine feine Mahlzeit, etwa am Abend.

Quellen

Neben der eigenen gärtnerischen Erfahrung/samt Misserfolgen und Praxistipps von befreundeten Profigärtnern und Wissenswertem aus Gartenzeitschriften ...

  • Teufelsgeige und Witwenblume, Pichler/Geiser/Zuber; Christoph Merian Verlag, 2010 Bern
  • Botanica, Könemann; Verlagsgesellschaft mbH, 2000 Köln
  • Die Weltgeschichte der Pflanzen, Seidel; Eichborn, 2012 Köln
Adele_Sansone, am 17.01.2016
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/was-essen-wir-eigen (Was essen wir eigentlich? Wurzel, Frucht oder gar die Blüte?)

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