Fasching

Die bekannteste Deutung des Wortes: Der Begriff Fasching leitet sich vom mittelhochdeutschen Begriff "vastchanc" ab, was "Fastenschank" bedeutet. (Das Wort wurde um ca. 1200 zum ersten Mal erwähnt.) Gemeint ist damit der letzte Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit, die mit Ende der Faschingsfeierlichkeiten am Aschermittwoch beginnt.

Andere Interpretationen versuchen Fasching zurückzuführen auf ein ursprünglich heidnisches Fruchtbarkeitsfest (fasal = Frucht). Sprachwissenschaftler meinen, Fasching bedeute eigentlich "Narrenfest" oder "Unsinnsfest" (vâse = Torheit, Unsinn).

Das Wort Fasching ist heute vor allem in Österreich, Bayern bzw. in Süddeutschland gebräuchlich.

Der Kampf zwischen Fasching und Fasten (1559)

Der Kampf Zwischen Fasching Und Fasten, 1559 (Bild: Pieter Bruegel the Elder / AllPosters)

Fastnacht

Auch hier ist man sich bis heute nicht ganz einig - die gänge Interpreation: Das Wort Fastnacht kommt vom mittelhochdeutschen Begriff "vastnacht" für den "Vorabend der Fastenzeit".

Während der Fastenzeit (vom Aschermittwoch bis zum Osterfest) wird auf üppige Speisen wie Fleisch, Eier oder Fett verzichtet. Deshalb feiert man die Fastnacht, um sich vor der Fastenzeit noch einmal mit nahrhaften Speisen zu sättigen.

Sprachwissenschaftler halten den Begriff "Fastnacht" für eine spätere Umdeutung. Das verwandte Wort "fasnacht" ist die ältere belegte Variante und soll sich - ähnlich wie Fasching - nicht auf den Fastenabend, sondern auf das "Narrenfest" beziehen. (Heinrich Tischner geht ausführlich auf die Etymologie der Begriffe Fasching und Fas(t)nacht ein.) 

Andere Begriffe für Fastnacht sind u.a. je nach Region oder Dialekt Fasteloovend, Fasteleer, Fasnacht, Fasnet, Faslam oder Fuesent. Im Hochdeutschen wird meist nur der Begriff Karneval verwendet.

Karneval

Auch das Wort Karneval bezieht sich auf die Fastenzeit. Es basiert auf dem lateinischen Begriff "carne levare" und heißt übersetzt etwa "Fleisch wegnehmen".

Damit soll nicht nur auf das Fasten, sondern auch darauf angespielt werden, dass man mit der Kostümierung an Karneval die eigene Identität zurücklässt und so quasi in eine neue Haut schlüpft.

Eine andere Interpretation - inzwischen jedoch widerlegt - bringt den Begriff mit dem lateinischen Ausdruck "carrus navalis" (= Schiffskarren) in Verbindung, der sich auf ein altes römisches Fest bezieht.

Der berühmteste Karneval ist der Karneval in Venedig - gefeiert wird er seit dem 12. Jahrhundert

Person Wearing Masked Carnival Costume, Venice Carnival, Venice, Veneto, Italy (Bild: Bruno Morandi / AllPosters)

Narrenmond

Narrenmond ist ein alter Begriff für den Wintermonat Februar, in den die meisten Faschingsfeierlichkeiten fallen.

Gleichheitsprinzip

Das Gleichheitsprinzip ist ein wichtiges Element alter und moderner Faschings- und Karnevalsfeierlichkeiten. Es bedeutet, dass für diesen einen ver-rückten Tag die Rollen einfach getauscht werden können: Der Herr wird Sklave und der Sklave wird Herr.

Im Prinzip: Alle sind an diesem Tag gleichgestellt und man feiert gemeinsam. Niemand weiß, wer sich da tatsächlich hinter einer Maske oder Verkleidung verbirgt.

Rosenmontag

Obwohl auf ihn der Veilchendienstag (auch: Faschingsdiensttag) folgt, hat der Rosenmontag mit Blumen nicht viel zu tun. Der Begriff stammt aus dem hessischen Dialekt und bezieht sich auf das Verb "rasen", das "tollen" oder "toben" bedeutet.

Daraus entstand der "rasende" bzw. "Rasen(d)montag".

Globuli

Globuli, zu Deutsch "Kügelchen" oder "Bällchen", gibt es nicht nur in der Homöopathie. Die Römer erfanden ein Gebäck gleichen Namens bereits vor über 2000 Jahren. Diese "Bällchen" waren ein altes römisches Festtagsgebäck, das sozusagen als Vorläufer unserer modernen Faschingskrapfen gilt. Wer es nachbacken möchte: Römische Globuli – Rezept.

Übrigens: Weil man sich vor der kargen Fastenzeit noch einmal besonders stärken wollte, ist Fastnachtsgebäck meist besonders fett und üppig.

Fasnacht in Basel (Schweiz): Konfetti nennt man dort "Räppli"

Fasnacht Carnival, Fasnacht Costume, Basel, Switzerland (Bild: Walter Bibikow / AllPosters)

Konfetti

Der Begriff Konfetti leitet sich ab vom italienischen Wort "confetto" bzw. der Mehrzahl "confetti" und bedeutet Konfekt (Zuckerzeug).

Früher bewarf man sich bei Karnevalsfeierlichkeiten – etwa beim berühmten Karneval von Venedig – nämlich nicht mit kleinen Papierschnipseln, sondern mit süßen Leckereien wie Zuckermandeln, Nüssen oder kandierten Früchten.

Zurückgehen soll der Brauch des Konfetti-Werfens möglicherweise bereits auf die römischen Saturnalien, ein großes Fest zu Ehren des Gottes Saturn. Zu diesen Feierlichkeiten bewarf man sich gegenseitig mit kleinen Rosen.

Andere Begriffe für Konfetti sind zum Beispiel in der Schweiz Räppli (von Schweizer Rappen) oder  Koriandoli (= mit Koriander gewürzte Süßigkeiten) in Österreich.

Faschingsprinz

Vor allem im Rheinland kennt man die Faschingsprinzen – und in diesem Gebiet ist die Tradition auch entstanden. Nur in den Faschingstagen (oft gut versteckt hinter Maske und Kostüm) durften die Menschen früherer Zeiten ausnahmsweise mal etwas freier reden und sich sogar über die unbeliebte Herrschaft lustig machen.

Als Kritik am Adel, der damals über das Rheinland herrschte, sind deshalb auch die Faschingsprinzen entstanden.

Karneval in Köln (1950)

Karneval In Koln: Germany c.1950 (Bild: Anton Wolf / AllPosters)

Narrenrufe: Helau, Ahoi, Alaaf

Der Narrenruf dient den aktiven Narren während der Faschingszeit als Begrüßungs- und Erkennungszeichen. Meist wird im ersten Teil des Rufes der Name der Karnevalshochburg genannt, dies dient als Vorlage. Die Antwort darauf ist dann der eigentliche Narrenruf.

Zum Beispiel: "Mainz - Helau!"

Von Narri über Hei-Jo, Kikiri oder Juch-Hei bis zu Alleh Hopp: In ganz Deutschland gibt es unzählige verschiedene Narrenrufe, je nach Gebiet und Dialekt.

Die deutschlandweit bekanntesten und gebräuchlichsten Narrenrufe sind Ahoi (aus der Schifffahrt bekannt), Helau oder Alaaf.

Alaaf stammt vermutlich aus dem Kölner Dialekt und bedeutet so viel wie "all af" (alles weg), also: "Alles weg außer Köln". Möglich ist auch die Abstammung vom keltischen Begriff für "Glück" (alaf): "Glückauf!"

Auch Helau lässt sich nicht ganz eindeutig zuordnen: Eventuell geht der Begriff auf "Hallelujah" zurück oder auch auf Hel, die germanische Göttin der Unterwelt. (Aus ihrem Namen hat sich der heutige Begriff "Hölle" entwickelt.)

Die närrische Zahl 11

Als närrische Zahl bezeichnet man die 11.

Als teuflische Zahl soll sie der Kirche angeblich sogar gelten, weil sie eines mehr ist als die 10 Gebote (und damit die kirchliche Ordnung außer Kraft setzt) und eines weniger als die Zahl der Jünger Jesu.

In einigen Gebieten beginnt auch die Faschingszeit nicht wie meist üblich am 6. Januar, sondern am 11.11., dem Martinstag.

Das hat vermutlich folgenden Grund: Weil früher auch im Advent Fastenzeit gehalten wurde, nutzte man dessen Beginn - den Martinstag - um noch schnell all jene Lebensmittel zu verzehren, die für die Fastenzeit nicht geeignet waren. Diese "Fastnacht" begann deshalb bereits im November.

Kölsche Lebensweisheiten - zum Abspeichern, Ausdrucken, an die Wand hängen - und zum Mutmachen!

Humorvoller Spruch aus dem "kölsche Jrundjesetz":

Es hätt noch imma jot jejannge

Es hätt noch imma jot jejannge (Bild: die-persoenliche-note.blogspot.de)

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