Die Fastnacht verrät, wer den Fasching eigentlich "erfunden" hat: Die Kirche (Ja, wirklich!)

Schaut man sich das mit dem Fasching eng verwandte Wort "Fastnacht" an, bekommt man einen ersten Hinweis auf die Entstehung der Faschingsbräuche: "Fastnacht" ist die Nacht vor dem Fasten. Gemeint ist damit aber nicht nur diese letzte Nacht, sondern die letzten Tage vor der langen Fastenzeit, die von Aschermittwoch bis Ostern geht. Also genau die Tage, die heute als die Faschingstage bekannt sind.

Die Fastenwochen vor Ostern sind eine christliche Tradition, die schon seit Jahrhunderten gepflegt wird. Weil aber Beten, Büßen und Fasten für so lange Zeit ziemlich anstrengend sein können, musste man sich vor dem Fastenbeginn noch einmal richtig stärken. Selbst die Kirchenvertreter gaben ihren Schützlingen die dringende Empfehlung, sich doch vorbeugend mit reichhaltigen Lebensmitteln wie Krapfen oder Schmalzgebäck auf das Fasten vorzubereiten. 

Und wenn die nächsten Wochen schon im Zeichen der Buße und der Entbehrung stehen sollten: Warum also nicht die Gelegenheit nutzen, um vor der strengen Fastenzeit noch einmal richtig zu feiern, ausgelassen und fröhlich zu sein?

Der Hinweis auf die christlichen Fastenbräuche soll möglicherweise auch im verwandten Begriff Karneval stecken. Der lateinische Ursprung von Karneval könnte der Ausdruck carne levare sein, ins Deutsche übersetzt: "Fleisch wegnehmen".

Auch wenn es für manchen überraschend klingen mag: Fasching ist tatsächlich ein kirchlich inspiriertes Fest.

Je mehr sich jedoch das Faschingsbrauchtum in die Städte verlagerte, desto mehr verlor es seine ursprüngliche Bedeutung und wurde zur reinen Vergnügungsveranstaltung.

Mit Lärm und Masken den Winter vergraulen

Doch vermutlich hat nicht nur die Kirche den Fasching, so wie man ihn heute kennt, inspiriert.

Wenn man schon in kalten Monaten wie dem Februar feiernd durch die Straßen zog, dann konnte man ja auch gleich den Winter "austreiben".

Seit vielen Jahrhunderten ist es üblich, in den kalten Wintermonaten mit Kostümen, Masken und viel Lärm durch das Land zu ziehen, um so dem "bösen" Winter den Kampf anzusagen und den Frühling ins Land zu locken. 

Römer und Narren?

Zugegeben: Ganz genau weiß man nicht, welche alten Bräuche tatsächlich in die modernen Faschingstraditionen eingeflossen sind.

Schon im Mittelalter kannte man ein Narrenfest mit Kostümierung und bei den Römern wurde mit Masken, Verkleidung und Umzügen gefeiert.

Eine andere mögliche Bedeutung des Wortes Karneval bezieht sich eben auf diese römischen Feste: Schiffe bzw. carrus navalis (Schiffskarren) wurden für feierliche Umzüge zu Wasser und zu Land geschmückt.

Der Karneval in Venedig gehört noch heute zu den bekanntesten Karnevalsveranstaltungen der Welt. 

Also, warum gibt es Fasching?

Drei mögliche Antworten stehen zur Verfügung, wenn ein Faschingsmuffel mal wieder fragen sollte: "Sag mal, was feierst du da eigentlich? Was soll das überhaupt mit dem Fasching?"

"Ich bereite mich auf die Zeit des Betens und des Fastens vor."

"Irgend jemand muss ja mal etwas gegen diesen Winter unternehmen!"

"Ich halte es mit den Römern (oder mit den Narren) - wäre ja schade, wenn keiner mehr die alten Bräuche pflegen würde, oder?" 

Noch mehr Fragen zum Thema "Fasching"?

Was bedeutet Rosenmontag?

Was sind eigentlich Globuli?

Warum wirft man beim Karneval Konfetti?

Was hat ausgerechnet die Zahl 11 mit der Faschingszeit zu tun? 

...

Die Antworten auf diese und weitere Fragen rund um beliebte Fastnachtsbräuche liefert dieser Beitrag: 

Fasching, Karneval und Co.: Bekannte Begriffe einfach erklärt

Und übrigens: Sich zu verkleiden, das ist sogar pädagogisch wertvoll. (Für Kinder zumindest.) Warum, das erklärt dieser Artikel:

100 Kostümideen für den Kinderfasching - und warum Verkleiden für Kinder so wichtig ist 

Laden ...
Fehler!