Statue von Kateri Tekawitha in San Francisco (Bild: wallyg / Flickr)

Kateri Tekawitha erkrankte an den Pocken

Die Mohwak waren Ackerbauern. Hauptsächlich pflanzten sie Mais, Bohnen und Kürbisse an. Ihre Dörfer bestanden aus etwa zwanzig bis dreißig Langhäusern, die von ungefähr zwanzig Familien bewohnt wurden. Jedes Haus unterstand einer Clanmutter. Meistens handelte es sich dabei um die älteste Frau oder die mit der größten Erfahrung. Heute leben die rund 45.000 Mohawk größtenteils in Gemeinden am Sankt-Lorenz-Strom und im südlichen Ontario in Kanada, sowie in zwei Gemeinden im US-Bundesstaat New York.

Eine der berühmtesten Frauen der Mohwak war Kateri Tekawitha. Sie wurde um 1656 in Ossernenon (heute: Auriesville) im US-Bundesstaat New York geboren. Kateri war die Tochter eines Irokesen vom Stamm der Mohwak und einer katholischen Algonkin. Kateris Mutter wuchs ursprünglich bei französischen Siedlern in Trois Riviéres, Neufrankreich, auf. Um 1653 wurde sie von Mohawk-Indianern entführt. Einer der Häuptlinge nahm sie zur Frau. Sie gebar Tekawitha und einen Jungen. Im Jahr 1660 wurde der Stamm von einer Pockenepidemie heimgesucht. Ein Großteil der Männer, Frauen und Kinder starben. Auch Kateris Eltern gehörten zu den Opfern, ebenso der Junge. Nach deren Tod wurde das Mädchen von Verwandten erzogen. Im Alter von vier Jahren erkrankte sie ebenfalls an den Pocken, die als Seuche von den Weißen nach Amerika gebracht worden war. Kateri überlebte, war als Folge der Infektion jedoch von Narben gezeichnet und halb blind.

Nach Kateris Tod ereigneten sich angeblich Wunder und Heilungen

Mehrfach lehnte sie ene Heirat ab, um ein Leben in Jungfräulichkeit zu führen. Als 20-jährige wurde sie von dem Jesuitenpater Jaques de Lambertville getauft und schloss sich einer Missionsstation der Jesuiten bei Montréal an. Dort suchte die junge Frau nach einer spirituellen Erfahrung, die sie näher zu einem höheren geistigen Wesen und zur eigenen Erleuchtung bringen sollte. Manche Mystiker gehen den Weg zu diesem Ziel über das vertiefte Gebet, andere bevorzugen die Meditation oder Askese (z. B. Fasten). Kateri praktizierte mit einer anderen Gläubigen gegenseitige Geißelung und betete selbst im kalten kanadischen Winter oft stundenlang auf den Knien. Durch ihre asketische Lebensweise und Selbstgeißelung war Kateri Tekawitha schließlich so geschwächt, das sie am 17. April 1680 in Caughnawaga (Kahnawake) in Kanada starb.

Nach ihrem Tod sollen ihre Pockennarben fast verschwunden sein. Außerdem ereigneten sich angeblich einige Wunder und Heilungen. Als erste Indianerin wurde Kateri Tekawitha 1980 von Papst Johannes Paul II. selig- und am 21. Oktober 2012 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. Ihre Leiche befindet sich im Reservat der Mohawk-Indianer in Caughnawaga. Sie wird auch als die "Lilie der Mohawks" verehrt. Ihr offizieller katholischer Gedenktag ist der 17. April.

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