Wirtschaftlicher Erfolg:

Zitate zu diesem Thema:

  • "Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt - er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt."
    Henry Ford, 1863-1947 amerikanischer Automobil-Industrieller

  • "Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen."
    vermutlich von John Ruskin, 1819 - 1900, englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosoph.
     
  • "Wer billig kauft, kauft teuer"
    (Nicht nur) Deutsches Sprichwort; Quelle 

Man kann also klar erkennen, dass es keine neuzeitliche Erkenntnis ist, dass der (Einkaufs-) Preis eines Produktes nicht mehr zwingend auch den größten Gewinn verspricht. Dennoch suggeriert einem die Situation in der Wirtschaft und der Werbung genau dieses. Die Werbung verspricht "Geiz ist geil" und die Wirtschaft jammert über die bösen Chinesen, die alles kopieren - vor allem, nachdem man dort hat produzieren lassen.

Vielerorts ärgert sich der Verbraucher über völlig unzureichende Billigprodukte, die nicht die Hälfte von dem halten, was man erwartet.

Gilt das nur für zu Hause oder nur für den Handel?

Nein, diese Problematik ist erheblich breiter aufgestellt.

Neben den Kosten durch frühe Ausfälle eines Produktes, z.B. eines Elektrogerätes muss man im Prinzip auch die weiteren volkswirtschaftlichen, umweltorientierten und möglicherweise gesundheitlichen Folgen bedenken.

Ein Beispiel:

Nehmen wir einen Handwerker, der eine billige Kreissäge kauft. Diese ist vom Importeur nicht für den täglichen Einsatz gedacht, sondern mehr für gelegentliche Ausbesserungsarbeiten.

Auf der Baustelle setzt der Handwerker das Gerät jedoch pausenlos ein, es überhitzt und verursacht einen Kleinbrand. Neben dem Schaden am Gerät selbst kommen jetzt folgende Kosten zusammen:

  • Einsatz der Feuerwehr (zahlt die Allgemeinheit).
  • Behandlungskosten, da jemand eine Rauchvergiftung erlitten hat (zahlt über die Krankenkassenbeiträge bzw. Berufsgenossenschaftsbeiträge im Prinzip auch wieder die Allgemeinheit).
  • Sanierungskosten des betroffenen Raumes auf der Baustelle (zahlt über die Versicherungsbeiträge auch die Allgemeinheit).
  • Schaden durch Verzug beim Bauprojekt.
  • Rechts- und Gerichtskosten im möglichen Strafprozess wegen Körperverletzung o.ä.
  • Rechts- und Gerichtskosten im möglichen Schadensersatzprozess.
  • Rechts- und Gerichtskosten im möglichen Produkthaftungsprozess.
  • Entsorgung des defekten Gerätes - wird wieder über die Elektroaltgeräteverordnung / WEEE auf alle Gerätehersteller bzw. Importeure umgelegt auf die Allgemeinheit.

An der Stelle wird deutlich, dass der Handwerker vielleicht 20, 50 oder von mir aus auch 200 Euro beim Werkzeugkauf gespart hat, diese Einsparung aber massiv auf Kosten der Allgemeinheit gegangen sind.

Selbstverständlich verursachen nicht alle billigen Elektrogeräte einen Brand. Die meisten stellen einfach den Betrieb ein. Einige wenige aber verursachen dafür einen Großbrand mit erheblichem Personenschaden und Sachschaden. Da können schnell Millionenschäden entstehen.

Selbst in meinem Beispiel wird klar, dass der Handwerker selbst schon mehr als die eingesparten 200 Euro Schaden eingesteckt hat, denn sein Ruf ist beschädigt, sein Mitarbeiter ist krank, er hat den Stress und den Zeitaufwand mit den Rechtsverfahren zu stemmen etc.

(Bildnachweis: eigen / Peter Dreuw)

Alternativen zum "Baumarkt"?

Natürlich kann es so jedem gehen. Nicht nur dem Handwerker aus dem Beispiel. Für den privaten Hobbysäger ist das Risiko aber deutlich geringer, da er das Gerät erheblich seltener belastet.

Sobald man jedoch semiprofessionell oder gar beruflich mit Werkzeug umzugehen hat - egal welche Branche, sollte man sich entsprechend auch professionelle Ausrüstung zulegen. Diese wird sich im Laufe des Arbeitslebens immer wieder bezahlt machen. Denn wer billig kauft, kauft zweimal. Für jede Berufsgruppe gibt es heute Informationen von den Verbänden, den Innungen, den Kreishandwerkerschaften etc. daher sollte man diese auch nutzen. So steht in jeder größeren Stadt sicherlich ein spezialisierter Großhandel wie etwa:

  • Fleischereinkauf
  • Friseureinkauf
  • Malereinkauf
  • etc.

zur Verfügung, der auch die Bedürfnisse der Profis bedienen kann.

Über den Autor dieses Artikels: Peter Dreuw

profkm, am 12.07.2011
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Bildquelle:
Foto © ZDF und Franziska Boeing (REWE und EDEKA im Verbrauchertest)

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