Sehenswürdigkeiten

Das Rathaus entstand 1557 in Formen der Renaissance. Es wurde nach den Stadtbränden mehrmals verändert. Die heutige Form mit Skulpturen und Fassadenmalereien entstand nach dem Ersten Weltkrieg. Überragt wird das Rathaus von dem 81,6 Meter hohen Schwarzen Turm. Der ist der höchste Turm der Stadt. Der Klattauer Baumeister Anton hat ihn 1547-1557 aus Bruchsteinen errichtet. 1872 wurde er im Stil der Gotik überformt. 226 Stufen führen auf eine Plattform, die eine Aussicht bis zum Böhmerwald bietet.

Östlich des Marktplatzes steht die Stadtpfarrkirche Mariä Geburt. Das ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert stammende Gebäude wurde mehrmals umgebaut und präsentiert sich heute in gotischen Formen. Sie beherbergt die Klattauer Madonna, das ist ein wundertätiges Marienbild, und ist deshalb seit 1684 Ziel zahlreicher Wallfahrten. Der Weiße Turm neben der Kirche wurde 1581 erbaut und 1758 erhöht.

 

 

Die "Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria und des heiligen Ignatius" wurde 1655 bis 1659 durch die Jesuiten erbaut. Sehenswert sind die reich geschmückten Barockportale aus der Werkstatt des Kilian Ignaz Dienzenhofer. Unter der Kirche gibt es eine große Gruft. Durch deren Belüftungsverhältnisse wurden die Leichname der dort bestatteten Jesuiten und Mitglieder böhmischer Adelsfamilien auf natürliche Weise mumifiziert. Die zugehörigen Kollegiatsgebäude wurden nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 durch die Josephinische Reformen profanen Nutzungen zugeführt. Heute nutzt u.a. die Stadtbibliothek diese Räume.

Die barocke Kirche St. Laurentius des ehemaligen Dominikanerklosters wurde 1694 bis 1709 erbaut. 1785 wurde sie wie die zugehörigen Klostergebäude profanen Verwendungen zugeführt. Heute wird die Kirche als Ausstellungsgebäude und Konzertsaal genutzt. In den einstigen Klosterbauten sind Bildungs- und Kultureinrichtungen untergebracht.

Museen

Das Dr. Karel Hostaš-Volkskundemuseum in einem Jugendstilbau von 1907 dokumentiert die Geschichte der Stadt Klatovy.

Die barocke ehemalige Apotheke "Zum weißen Einhorn" ("U Bílého jednorožce") wurde von 1776 bis 1966 betrieben und ist nun ein Museum. Der Verkaufsraum ist mit Mobiliar und Skulpturen aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet. Der Arbeitsraum verfügt über einen historischen Arbeitstisch und entsprechende Instrumente. Mit dieser historischen Einrichtung mit Salben- und Pulvergefäßen, Mörsern, Arzneien, Kräutern und chemischen Substanzen werden bei Führungen Heilbehandlungen der Vergangenheit erläutert.

Umgebung

Nur wenige Kilometer sind es in die Natur des Böhmerwaldes. Ebenfalls lohnend ist ein Ausflug zur Wasserburg Švihov. Die befindet sich rund 10 Kilometer nördlich. Und bis Pilsen sind es nur weitere 35 Kilometer.

Im Böhmerwald (Bild: haros)

Geschichte

Klatovy entstand im späten 13. Jahrhunderts an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen. Die Stadt wurde mit schachbrettartigem Grundriss angelegt und erhielt einen ovalen Befestigungsgürtel. Um 1260 wurde der Ort unter Ottokar II. Přemysl zur Königsstadt- Seit 1419 war Klatovy ein bedeutender Hussitenort. 1620 wurde die Stadt im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges von kaiserlichen Truppen besetzt. 1636, während der Rekatholisierung Böhmens, gründeten die Jesuiten in Klatovy ein Kloster. Die Stadt blühte wieder auf. Viele Bauten im Stil des Barock künden bis heute davon. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt eine Kreisstadt Habsburgermonarchie. 1813 entstand mit Nelkensamen aus Nancy die Nelkenzucht in Klatovy. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadtbefestigung teilweise abgetragen und die Gräben zugeschüttet. 1876 wurde die Eisenbahnstrecke nach Pilsen eröffnet.

Die Stadt gehörte ab 1938 Protektorat Böhmen und Mähren. Am 5. Mai 1945 wurde sie von der US-Army besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten deutschsprachige Bürger die Stadt verlassen und flohen über das Auffanglager in Furth im Wald in die Bundesrepublik. Nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft wurde die Altstadt von Klatovy 1992 unter Denkmalschutz gestellt und inzwischen sind etlichen Bauten restauriert.

Mehr über Klatovy

  1. Stadt Klatovy
  2. Czechtourism
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195 Seiten
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