Die Geschichte der Burg Švihov

Die einstigen Burgherren von Švihov stammten aus dem Geschlecht der Drslavic. Švihov wurde erstmalig im 12. Jahrhundert erwähnt. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde eine Festung am Fluss Úhlava erbaut. Durch dieses Tal führte damals eine wichtige Handelsroute über Železná Ruda (Markt Eisenstein) gen Bayern.

Die heutige Wasserburg wurde am Anfang des 16. Jahrhunderts fertig. Der damalige Burgherr Puta Švihovský begann 1480 mit dem Umbau der alten Burg. Bis 1489 entstand die Kernburg mit den beiden Wohnbauten, Burgmauer und Burgkapelle. Aber erst seine Söhne konnten das Werk vollenden. Sie beauftragen den Baumeister Benedikt Rieth mit dem Weiterbau.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts kaufte die Familie Kavka von Rícany die Burg Švihov. Die neuen Herren ließen das Innere der Burg im Stil der Renaissance neu gestalten.

Am Ende des 16. Jahrhunderts erwarben die Czernins von Chudenice die Burg Švihov. Nach dem Dreißigjährigen Krieg sollte die Burg Švihov, so wie es mit einigen anderen Burgen geschah, auf Befehl des Kaisers Ferdinand III. geschliffen werden. Doch die Burgherren konnten dies verhindern und nutzten die Burg über Jahrhunderte als Wirtschaftsgebäude und Speicher.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel die Burg dem Staat zu. 1947 wurde mit der Renovierung begonnen und die Burg wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Bauten der Burg Švihov

Zwei Wohnhäuser umschließen die Innenhöfe der Kernburg. Rund um diese gab es eine durch Bastionen befestigte Vorburg. Ein breiter Wassergraben umgab das ganze Burgareal. Durch die rund um die Burg angelegten Teiche wurde sie zu einer künstlichen Insel. Dank dieses Gewässersystems war die Burg Švihov eine der am besten gesicherten Festungen des 16. Jahrhunderts.

(Bild: haros)

Die Räume auf der Burg Švihov

In den Innenräumen der Burg wird das Leben auf einer Burganlage im 16. Jahrhundert dargestellt. In der roten Bastei ist ein Raum mit einzigartigen Wandgemälden erhalten geblieben. Ritterturniere werden hier dargestellt. Die Bilder entstanden um 1520. Hier ist außerdem das Modell der Burg zu sehen. Das zeigt den Zustand der Anlage im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts.

Die Maria-Himmelfahrtskapelle ist der am besten erhaltene spätgotische Raum auf der Burg. Ein Wandgemälde zeigt die Legende des heiligen Georgs und die Burg um das Jahr 1520. Die Kapelle wird zu besonderen Anlässen noch zu Gottesdiensten genutzt. Ansonsten wird sie wie der große Saal für Konzerte genutzt.

Der große Saal, der auch für Trauungen genutzt wird, ist mit einer Kassettendecke aus der Renaissance ausgestattet. Die gehört allerdings nicht zur Originalausstattung der Burg Švihov, sondern stammt aus dem Schloss in Dobrovice bei Mladá Boleslav.

In einem weiteren Saal ist der Tisch wie zur Zeit der Renaissance eingedeckt. Hier sind ebenfalls Wandgemälde zu sehen, die allerdings jünger als die Wandmalereien in der Kapelle sind und aus der Renaissancezeit stammen. Die hier gezeigten Möbel gehören auch nicht zur Originalausstattung. Denn die ging während der Nutzung der Burg als Wirtschaftsgebäude verloren.

Die Burgküche war früher von einem anderen Gebäude zugänglich, das aber nicht mehr steht. In ihrer Mitte wurde über einem offenen Feuer gekocht und gebraten. Entsprechend ist der Raum von Ruß geschwärzt.

Lage und Anfahrt

Die Wasserburg Švihov ist eine Station an der Burgenstraße durch Tschechien. Die Nationalstraße 27 von Plzen (Pilsen) nach Zelezna Ruda bzw. Bayerisch Eisenstein führt durch den Ort Švihov, der etwa in der Mitte zwischen Prestice und Klatovy zu finden ist. Die Burganlage ist bei Annäherung mit Auto oder Rad nicht zu übersehen.

Švihov ist auch mit der Eisenbahn zu erreichen. Von Regensburg dauert die Fahrt in Richtung Pilsen zwischen 3 und 4 Stunden.

Anschrift

Hrad Švihov, Zizková 1, 34012 Švihov, Fon: +420 376 393 378, Mail: Švihov@mybox.cz

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