Diese verschiedenen Kopfschmerzformen wurden nach der IHS (international Headache Society) in Genf 1996 nach Kriterien aufgeteilt. Deswegen wird eine genaue Kopfschmerzanalyse für notwendig gehalten, um die Art des Kopfschmerzes festzulegen, wonach sich dann eine adäquate bzw. individuelle Behandlung anschließt.

Bei Kopfschmerzpatienten ist es in erster Linie wichtig, die Migräne von Spannungskopfschmerzen zu trennen. Es ist bekannt, dass 54 % der Kopfschmerzpatienten unter Kopfschmerzen vom Spannungstyp leiden. Allein diese Kopfschmerzform teilt sich in drei große Gruppen und diese wiederum in Untergruppen. Bei Patienten mit Spannungskopfschmerzen wäre es falsch die gleiche Therapie wie bei einem Migränepatienten anzuwenden, z.B. benötigt ein Migräniker in der Schmerzphase ein gefäßverengendes Analgetika, ein Spannungskopfschmerzpatient dagegen ein gefäßerweiterndes Medikament. Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Migräne von Spannungskopfschmerzen zu trennen. Z.B. weiß man, dass ein Kopfschmerz vom Spannungstyp während Stresssituationen eintritt, eine Migräneattacke nach der Stressbelastung.

Die Patienten müssen vor einer Selbstmedikation gewarnt werden, da nicht jedes Schmerzmittel das richtige ist, um erfolgreich zu wirken. Vielfach hängt es davon ab, ob die Schädelmuskulatur eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit hat oder nicht. Nicht zu vergessen ist, dass Spannungskopfschmerzen nicht gleich Spannungskopfschmerzen sind, weil es auch Formen gibt, die nicht die klassischen Kriterien erfüllen.

1. Welche Schmerzmittel sind effektiv gegen Spannungskopfschmerz?

Generell gibt es viele am Markt befindliche Schmerzmittel, die alle mehr oder weniger gut und schnell helfen. Da an der Entstehung von Kopfschmerzen viele Faktoren beteiligt sind, und jeder Mensch auch noch unterschiedlich reagiert, bieten sich Kombinationspräparate an. Diese enthalten mehrere Substanzen in jeweils geringer Dosis, die die Gesamtwirkung verstärken und an verschiedenen Punkten den Kopfschmerz bekämpfen. Das in Deutschland am häufigsten empfohlene Kombinationspräparat ist Thomapyrin.

2. Ist Migräne heilbar?

Nein, Migräne kann nicht geheilt werden. Die Ursachen der Migräne sind nicht vollends bekannt. Man geht heutzutage jedoch von einen angeborenen überempfindlichen Schmerzempfinden aus. Es gibt aber Möglichkeiten, die Auslösefaktoren von Migräne zu meiden, bzw. mit bestimmten Medikamenten die Attacken zu lindern oder auch zu vermeiden. In einigen Fällen kann die Migräne auch eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten sein, wie z.B. Depressionen oder Panikattacken (Was tun bei Panikattacken?)

 
3. Ist es wahr, dass Frauen häufiger unter Migräne leiden als Männer?

Ca. zwei- bis dreimal so viele Frauen wie Männer leiden unter Migräne. Dies liegt wahrscheinlich in den unterschiedlichen Hormonhaushalten (besonders Östrogene) begründet. Allerdings wird vermutet, daß viele Männer ihre Migräne verheimlichen.

4. Welcher Arzt hilft mir? 

In aller Regel Ihr Hausarzt. Er stellt eine konkrete Diagnose, um welche Kopfschmerzart es sich handelt. Je nach Diagnose, therapiert er selbst, bzw. schreibt eine Überweisung zum Spezialisten. Sollten Sie keinen Hausarzt haben, dann konsultieren Sie bitte einen Neurologen.

5. Ab wann spricht man von Schmerzmittel-Mißbrauch?

Es gibt hier keine allgemeingültige Regel und keine absoluten Mengenangaben für die Schmerzmittel. Bei der Einnahme höherer Dosen eines Schmerzmittels über einen längeren Zeitraum liegt Mißbrauch vor. Generell gilt, daß die Gebrauchsinformation in den Schmerzmittel-Packungen befolgt werden sollte, oder die Therapieanweisungen des Arztes beachtet werden müssen. Wenn Sie das Gefühl haben, daß Sie zuviele Schmerzmittel einnehmen, dann konsultieren Sie bitten Ihren Arzt oder Apotheker. Er hilft Ihnen gerne weiter. 

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