Was bedeutet Lebenskraft?

Die Fähigkeit eines Organismus, sich seiner Umgebung anzupassen, wird Vitalität oder Lebenskraft genannt.

Menschen, Tiere und Pflanzen benötigen Nahrung und Atemluft, um zu leben. Einige Lebensmittel erfüllen die Funktion Energie zu schenken, gut. Andere reizen unsere Augen und Geschmacksnerven vorzüglich, haben aber auf die dauerhafte Funktion der Organe nur einen geringen Einfluss.

Für Menschen, die sich Sorgen darüber machen, ob ihre Lebensenergie für ein langes, gesundes Leben reicht, entsteht die Frage, woher Menschen ihre Lebensenergie in ausreichendem Maß beziehen können. Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) wurden vom europäischen Forschungsrat 3,9 Millionen Euro an Forschungsgeldern bewilligt, um offene Fragen zur zellulären Energiegewinnung zu untersuchen.

Demnach ist es der Stoffwechselprozess, ohne den auf der Erde kein Dasein möglich ist. Unter Stoffwechsel wird die Umwandlung im Körper von Lebensmitteln in Energie verstanden. Hilfreich sind dabei winzige Miniaggregate, deren wissenschaftlicher Name Mitochondrien ist.

Was sind Mitochondrien und wie wirken sie?

Der Name Mitochondrium stammt aus dem Altgriechisches und beschreibt in etwa die Form der winzig kleinen, meist länglichen Organe innerhalb unserer Zellen: Mitochondrien sind etwa 0,5 bis 1,5 Mikrometer groß. Sie sind so winzig, dass in jeder unserer Körperzellen Mitochondrien ununterbrochen Lebensmittel in Energie verwandeln."Dabei sind sie so leistungsfähig, dass sie den großen Energielieferanten die Sonne in den Schatten stellen", erklärt der international angesehenste österreichische Mitochondrienforscher, Gottfried Schatz.

Er schrieb 2010: "Meine Gehirnzellen atmen intensiver als alle anderen Zellen meines Körpers und erzeugen pro Gramm und Sekunde mehr Energie als ein Gramm unserer Sonne. All dies verdanke ich winzigen Verbrennungsmaschinen im Innern meiner Zellen – den Mitochondrien."

Die Wissenschaft erkennt erst seit gut 20 Jahren, wie wichtig Mitochondrien sind und dass Störfälle in den Zellkraftwerken uns krank machen. Demnach gehen Stoffwechseldefekte wie Diabetes, Sehkraftverlust, Krebs, Alzheimer, Parkinson ebenfalls auf das Konto geschädigter Mitochondrien.

Mitochondrien dirigieren unser System

Die Wirkung... der Brennnessel

BrennnesselFoto:Monika Hermeling

Brennnesseln enthalten besonders große Mengen der Vitamine A, E, B2, B5 und C. Zusätzlich Spurenelementen und Mineralstoffe. Neben Kalzium, Kalium, Phosphor und Mangan sind es besonders eisenhaltige Pflanzen. Insbesondere für Sportler sind Brennnesseln eine perfekte Quelle für hochwertiges pflanzliches Eiweiß. Sie enthalten etwa 30 Prozent davon.

Das enthaltene Histamin und Acetylcholin in Brennesseln sind nützliche Botenstoffe unseres Nervensystems.

Von der Brennnessel werden im Frühjahr die ersten Blätter und im Herbst die Wurzeln zur Stärkung der Haarstruktur, verwendet. Die Blätter enthalten Kalzium- und Kaliumsalze sowie reichlich Kieselsäure. Die proteinhaltigen Samen können von August bis Oktober an den Brennnesselpflanzen gefunden werden.Sie werden mit dem gesamten Kraut geerntet. Dieses wird sorgsam getrocknet. Anschließend können die getrockneten Samen herausgeschüttelt werden. Um sie zu verwenden, werden sie in einem Mörser zerstoßen und mit Honig vermengt. Sie regen die gesamte Blutzirkulation an, versorgen die Organe mit Nährstoffen und verleihen damit Kraft.

Liebstöck'l

Foto: Monika Hermeling

Liebstöckel verbreitet, wenn die Blätter zwischen den Fingern zerrieben werden, einen charakteristischen, aromatischen Geruch, der an Suppengewürz erinnert. Aus diesem Grund wird die Pflanze auch "Maggikraut" genannt. Der Geschmack von Liebstöckel ist zunächst würzig-süß und wird dann schwach bitter. Liebstöckel ist nach Erfahrung krampflösend, blähungslindernd und harntreibend, Die krampflösende Wirkung kann dem Ligustilid zugeschrieben werden. Generell stimulieren Phthalide die Absonderung von Speichel und Verdauungssäften, was zur Anregung der Verdauung führt.

Bohnenkraut

Foto:PixabayBohnenkraut

Das Bohnenkraut Satureja hortensis und das Winter-Bohnenkraut Satureja montana sind in Deutschland die bekanntesten Bohnensorten. Eine andere Bohnenkrautart, die gelegentlich im Handel anzutreffen ist, ist die indianische Minze Satureja douglasii. Das Winterbohnenkraut schmeckt intensiver als das Sommerbohnenkraut. Es enthält die ätherischen Öle, Thymol und Carvacrol reichlich. Schon im Mittelalter war Bohnenkraut ein bekanntes Heilkraut, bei Verdauungsbeschwerden, gegen Kopfschmerzen, gegen Schlaflosigkeit, Durchfall und Husten. Einige Quellen berichten, dass Sommer-Bohnenkraut bei der Behandlung von Krankheiten, die durch Candida albans und Aspergillus (Schimmelpilze) ausgelöst wurden, unterstützend eingesetzt werden kann.

Johanniskraut

JohanniskrautFoto: Pixabay

Das Johanniskraut Hypericum perforatum L zählt zur Familie der Hartheugewächse..

Ihren Namen erhielt die Pflanze, weil sie um den 24. Juni, dem Johannistag, blüht. Die wichtigste Art ist das Tüpfelhartheu oder das Tüpfeljohanniskraut. Die gelben Blüten enthalten den roten Farbstoff Hypericin. Dieser bewirkt, dass die Haut empfindlich gegen Sonnenlicht wird. Johanniskraut als Rotöl oder Tee eingenommen, hebt die Stimmung durch die Botenstoffe Dopamin, Serotonin und Noradrenalin. Es behebt äußerlich angewendet Nervenstörungen. Johanniskraut enthält Tannin, welches das gesamte Nervensystem und besonders das der Sexualorgane anregt. Zu beachten ist, dass Johanniskraut die Leber-und Darmfunktion anregt. Dadurch werden Medikamente schnell abgebaut. Insbesondere die Wirkung der Pille zur Schwangerschaftsverhütung kann gemindert werden.

 

Frauenmantel

FrauenmantelFoto: Pixabay

Frauenmantel, Alchemilla als Tee getrunken, entkrampft den Körper und stärkt besonders die Organe des Unterkörpers, auch bei Männern. Probleme mit dem Unterleib wirken sich meist auch auf die Liebeslust aus. Hier wirkt Frauenmantel heilend, zudem kräftigt er weibliche Organe und entspannt den Unterleib. Auf Männer hat er eine potenzsteigernde Wirkung.

Frauenmantel hat gerade bei Frauenleiden durch die pflanzlichen Hormone (sogenannte Phytohormone) eine gute Heilwirkung. Sie ähneln dem weiblichen Geschlechtshormon Progesteron. Meist wird Frauenmantel als Tee getrunken, seltener im Salat oder als Gemüse gegessen.

Beifuß

BeifußFoto Pixabay

Beifuß zählt ebenso zu den Heilkräutern für Frauenleiden. Wegen seiner Fähigkeit, den Unterleib zu entkrampfen, hilft Beifuß bei Frigidität sowie Impotenz und ist zudem empfängnisfördernd. Wegen seiner aphrodisierende Wirkung, wird er noch heute in Griechenland als lustanregender Tee getrunken. Bekannt ist der europäischer Beifuß (Artemisia vulgaris var. vulgaris), das Indische Moxakraut (Artemisia vulgaris var. indica) und der Ligurischer Beifuß (Artemisia vulgaris var. ligurica)/li> Der Gemeine Beifuß darf nicht mit dem Einjährigen Beifuß (Artemisia annua) oder dem Feldbeifuß (Artemisia campestris), der vorrangig in Asien und Südosteuropa vorkommt, verwechselt werden.

Lavendel

LavendelFoto:Pixabay

Schon Hildegard von Bingen empfahl diese stark duftende Pflanze, die romantische Gefühle und Leidenschaft im Körper erwecken kann, als Badezusatz oder Tee. Insgesamt beinhaltet eine Lavendelpflanze mehr als 2000 Wirkstoffe, von denen bisher nur rund 200 wissenschaftlich erforscht wurden. Zu den bedeutsamsten Inhaltsstoffen des ätherischen Lavendelöls zählt das Linalool und Linalylazetat. Das Linalylazetat verleiht dem Lavendel seinen typischen Duft und bewirkt eine heilende Wirkung. Lavendel enthält zusätzlich die entzündungshemmenden und desinfizierenden Gerbstoffe und Saponin, welches das Immunsystem stärkt und gegen Vergiftungen wirkt.

Krause und glatte Petersilie

Krause PetersilieGlatte Petersilie

Fotos: Pixabay

Petersilie wertet jedes Essen auf. Der Inhaltsstoff Apiin in Petersilie regt an und fördert die Sinnlichkeit. Frauen sollten während der Menstruation und Schwangerschaft keine Petersilie essen, da sie Blutungen fördert. Die Inhaltstoffe der beiden Petersilienarten gleichen sich.

Basilikum

BasilikumFoto:Pixabay

Die einjährige Basilikum Ocinum basilicum die in Europa und Ostasien als Gewürz geschätzt wird, gilt in Indien, wo sie dem Gott Vishnu geweiht ist, als heilige Pflanze. Der Name "Basilikum" stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "königlich", was auf den edlen würzigen Duft zurückzuführen ist. Vom Basilikum gibt es etwa 40 bekannte Sorten. Es wird auch Deutscher Pfeffer, Herrenkraut, Hirnkraut, Königsbisam oder Königskraut genannt. Grünes Basilikum ist bekannter als das blaue süß-pfeffrig schmeckende. Basilikum hat eine sanfte, lustbringende Wirkung und wurde früher in Salben zur "Förderung der ehelichen Werke” verarbeitet. In Speisen kann dieses Würzmittel durch Reizung der Harnröhre erigierend wirken. Die Inhaltsstoffe variieren nach Sorte, Erntezeit und Herkunft. Die Hauptbestandteile des Basilikums sind: Estragol (Methylchavicol), Linalooll und Eugenol. Basilikum wirkt gegen geistige Müdigkeit und ist eine Mahlzeit für das Gehirn.

Ringelblumen

RingelblumeFoto: Pixabay

Die intensiv gelb bis orange blühenden Ringelblumen gehört zur Familie der Korbblütler. Sie gelten, schon seit dem Mittelalter als bekannte Heilpflanze bei Entzündungen und Verdauungsbeschwerden. Ringelblumentee wirkt krampflösend und beruhigend. Zu den Hauptwirkstoffen der Ringelblumen zählen Vitamin C, Calcium und erhebliche Mengen an Silicium. Saponine, Flavonoide, Carotinoide – die Vorläufer von Vitamin A – und ätherisches Öl. Die Saponine haben eine lokale Wirkungen auf den Darmtrakt und können zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen. . Bei den enthaltenen Flavonoiden handelt es sich um Antioxidantien, die entzündungshemmende Eigenschaften haben, den Kreislauf anregen und Gewebe abbauen, das Schädigungen durch Krankheitserreger erlitten hat. Die Carotinoide zählen zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken und so den menschlichen Körper vor Schäden durch freie Radikale schützen. Der natürliche Farbstoff gilt als vorbeugender Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bringt antikanzerogene Effekte mit sich. Die ätherischen Öle sind stark antiseptisch, antibakteriell und entzündungshemmend. Gleichzeitig wirken sie krampflösend, harntreibend und stärken die Funktion von Magen, Darm, Leber und Galle. Die Zuckerverbindungen (Polysaccaride) in den Ringelblumenblüten bewirken eine Stimulierung des Immunsystems.

Hafer

HaferrispeFoto: Monika Hermeling

Hafer (Avena sativa) ist eine geläufige, nährstoffreich Getreideart. Er besitzt wenig Gluten und ist besonders für Allergiker eine gesunde Alternative zu Milch und anderen Getreiden. Hafer schmeckt als Getränk, als Frischkornmüsli oder Brei lecker. In der Volksmedizin werden Zubereitungen aus den entspelzten Körnern (Rollhafer) als Stärkungsmittel und bei Magen-Darm-Erkrankungen als heilender Brei eingesetzt. Pfarrer Kneipp empfahl grünen Hafertee zur Steigerung der Lebensfreude. Hafer hat viele Nähr- und Vitalstoffen aufzuweisen. 40 Gramm der Flocken beinhalten 7,8 Mikrogramm Biotin, das ist etwa ein Viertel der empfohlenen Tagesdosis. Biotin sorgt nicht nur für feste Fingernägel, sondern auch für eine gesunde Haut und rundum schönes Haar.

Die Bedeutung von Kräutern für die Liebe

Schon in der Antike waren bestimmte Kräuter begehrt, weil sie in Form von Säften, Tinkturen und Tees die Libido steigerten. Der französische "Kräuterpapst" Messegue empfiehlt zur Steigerung der Lebenslust einen "Liebestrank" aus Bohnenkraut, Bärenklau und Schöllkraut.
Manche Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Bohnenkraut regen die sexuellen Energien im Körper an und bringen sie zum Schwingen. Sie können manchmal erst in Alkohol angesetzt ihre aphrodisierenden Kräfte voll entfalten. Man sollte beim Genuss an das Shakespeare-Wort denken: "Alkohol, fördert das Verlangen und nimmt die Fähigkeit."!

Wer war Gottfried Schatz?

Der österreichische Biochemiker, Genforscher und Romanautor Gottfried Schatz, genannt Jeff", wurde 1936 in Strem (Bezirk Güssing) im Burgenland geboren. Er studierte Chemie und Biochemie an den Universitäten von Graz und Wien. In der Bundeshauptstadt arbeitete er bei Hans Tuppy, wo er an der Entdeckung der mitochondrialen DNA beteiligt war.

Es folgte ein mehrjähriger Aufenthalt in den USA. Von New York kam Schatz ins schweizerische Basel. Hier lehrte und forschte er von 1974 bis 1999 als ordentlicher Professor am Biozentrum der Uni Basel.

Nach seiner Emeritierung im Jahr 2000 wurde er vom Bundesrat zum Präsidenten des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats gewählt. Schatz war zudem Generalsekretär der European Molecular Biology Organization und Mitglied der US National Academy of Sciences. Er starb im Jahr 2015.

MonikaHermeling, am 03.01.2021
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