Gold dient(e) als Währungsreserve

Für die staatlichen Notenbanken der meisten Länder – in Deutschland ist das die Deutsche Bundesbank - stellt Gold traditionell einen wesentlichen Bestandteil der offiziellen Währungsreserven dar.

Gold dient als nationale finanzielle Reserve für Krisenzeiten und als Risikoausgleich für Schwankungen des US-Dollars, weil der Goldpreis sich bei steigendem oder fallenden Dollarkurs entsprechend verändert.

In den letzten Jahren haben viele staatliche Notenbanken ihren Fundus an Gold in Barrenform stark reduziert und in verzinsliche Anlagen umgeschichtet.

Goldmünzen sind Bullionmünzen

Anlagemünzen sind Münzen aus Edelmetall, die in hohen Auflagen geprägt werden und der Spekulation auf den Edelmetallwert oder als Geldanlageobjekt dienen. Die Anlagemünzen aus aller Herren Länder heißen im Fachjargon Bullionmünzen. Der fachliche Begriff Bullionmünze stammt aus dem Englischen und heißt übersetzt "Barren", denn die von den Staatsbanken herausgegebenen wertvollen Goldmünzen haben die selben Vorteile wie Goldbarren.

Viele Länder geben Goldmünzen aus

Goldmünzen gibt es mehr als 2500 Jahre. Vom sagenhaften Schatz der Azteken bis zu den heutigen Anlagemünzen war es ein weiter Weg.

Am bekanntesten sind heute das kanadische Maple Leaf, die Wiener Philharmoniker aus Österreich, Australian Nugget und Australian Kangaroo, der Panda aus China auf der chinesischen Yuan-Goldmünze, der Eagle und der Buffalo aus den USA, der Libertad aus Mexiko und wohl noch der Tscherwonez, der von der Sowjetunion in den 70er und 80er Jahren für den Verkauf ins Ausland geprägt wurde, und natürlich der Krügerrand aus Südafrika, der für den Sammler und Anleger eine steuerfreie Geldanlage bedeutet und zugleich in Südafrika offizielles Zahlungsmittel ist.

Zu den steuerlichen Vorteilen gehören der meist vollständige Wegfall der Mehrwertsteuer, die Befreiung von der Abgeltungssteuer sowie die Steuerfreiheit von erzielten Gewinnen beim Verkauf der Goldmünzen nach einer Behaltefrist von mindestens einem Jahr.

Das meistverkaufte Goldstück der Welt

Alle Münzen werden überragt von der Beliebtheit des Krügerrand aus Südafrika. Er ist die meistverkaufte Goldmünze der Welt. Seit seiner Erstausgabe am 3. Juli 1967 haben Sammler aus aller Welt mehr als 60 Millionen Krügerrand-Goldmünzen gekauft.

Die Münze mit ihren 3,2 Zentimetern Durchmesser zeigt auf der einen Seite den Springbock als Nationaltier Südafrikas und auf der anderen Seite das Bildnis von Paul Kruger. Der Nachkomme deutscher Zuwanderer war von 1882 bis 1902 Präsident der Republik Südafrika.

Die Münze besteht nur zu knapp 92 Prozent aus Gold. Das restliche Gewicht bis 100 Prozent stammt vom Kupfer in der Legierung. Damit erhält das Hartgeld mehr Widerstandsfähigkeit. Weil ein Krügerrand in dieser Legierung nicht verkratzt, läßt er sich stets gut verkaufen.

Ein "gebrauchter" Goldbarren hingegen kann nicht den Goldpreis erzielen wie ein Krügerrand.

Der Krügerrand hat deutsche Wurzeln

Ursprünglich hatte die Kaiserlichen Prägeanstalt in Berlin die Goldmünze entworfen. Deren Entwurf mit dem ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Paul Krüger hatte die südafrikanische Prägeanstalt übernommen.

Die südafrikanische Währung Rand ist die Kurzform für den Witwatersrand an den Abhängen eines Gebirges im früheren Transvaal mit steil abfallender Randzone, das seit 1961 Namensgeber für die südafrikanische Währung Rand ist. In diesem Grabenbruch wurden vor mehr als 130 Jahren die riesigen Goldvorkommen entdeckt und dann auch geschürft.

Noch heute gibt es in Südafrika 6.000 verlassene Gold- und Silberminen. Wenn die Konzerne diese ausgebeutet und freigegeben haben, suchen Männer in den verlassenen Schächten nach Gold. Oder sie waschen Gold aus den Bächen, die die Abraumhalden als Rest des Goldrausches vergangener Jahrzehnte durchfließen. 

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