Schon Kurfürst August von Sachsen besaß angeblich eine Kuckucksuhr. Der Kurfürst lebte von 1526 bis 1586, wenngleich der Augsburger Kaufmann und Nachrichtenagent Philipp Hainhofer dieses Stück erst 1629 erwähnte.

Einen Vorläufer zur heutigen Kuckucksuhr beschrieb der Jesuitengelehrte Athanasius Kircher 1650. Es handelt sich bei diesem Objekt allerdings um eine Orgel, welche mit einer Kuckucksfigur ausgestattet war, die auch den Schnabel öffnen konnte, während der klassische Kuckucksruf ertönte.

Wann die ersten Kuckucksuhren im Schwarzwald hergestellt worden sind, lässt sich nicht mehr zweifelsfrei nachweisen. Die Geschichtsschreiber gehen von verschiedenen Jahreszahlen aus, sind sich aber weitgehend einig, dass das wohl in der ersten Hälfte bis Mitte des 18. Jahrhunderts gewesen sein dürfte.

Seit dieser Zeit machte die Kuckucksuhr einen Wandel im Design durch. Der Wandel ging von Lackschilduhren (die ebenfalls typisch für das schwarzwälder Uhrenhandwerk sind) über die Bahnhäusleuhr mit entsprechendem Ziffernblatt. Dieses Design bildet die Grundlage der Kuckucksuhr, wie wir sie heute kennen.

 

Das strenge Design der Bahnhäusleuhr wurde im Laufe der Zeit gelockert, die Gewichte bekamen das Aussehen von Tannenzapfen, Pflanzen- und Tierschnitzereien kamen hinzu und sorgten für eine dreidimensionale Optik.

So funktioniert eine Kuckucksuhr

Im Comic sehen wir es oft - eine Kuckucksfigur, die weit aus der Kuckucksuhr herausschnellt, wie an einem Storchenschnabel mit Gelenk befestigt.

Diese Darstellung ist natürlich übertrieben, denn tatsächlich befindet sich der Kuckuck auf einer Art Stange, die sich gerade nach vorne zum Türchen bewegt und manchmal auch etwas zum Türchen hinaus.

 

Eine Kuckucksuhr funktioniert in der Regel mit einem Schlaguhrwerk, welches die Schwenkvorrichtung mit dem Kuckuck darauf bei jedem Schlag Richtung Türchen schiebt.

Der Stundenanzeiger hält ein Stufenrad in einer bestimmten Position fest, nur wenn der Minutenzeiger auf zwölf steht, wird diese Sperre kurz unterbrochen und ein Auslöserhebel fällt auf das Stufenrad. Dadurch wird die Sperre blockiert und setzt ein Schlag-Kettenzug in Bewegung, welches wiederum ein Nockenrad antreibt. Dieses betätigt das Schlagwerk und zusätzlich einen Blasebalg, dessen Luft in kleine Pfeifen geführt wird, die wiederum für den Kuckucksruf verantwortlich sind.

 

Bei entsprechender Größe des Blasebalgs reicht die Luft auch noch aus, um andere Elemente in Gang zu setzen, zum Beispiel Tänzer, die sich drehen oder Vögel, die sich bewegen.

Zusatzfeatures

Einige Kuckucksuhren verfügen über ein zusätzliches Schlagwerk, das nach dem gleichen Prinzip funktioniert und dafür sorgt, dass zu einem anderen Türchen ein anderer Vogel herauspfeift und so die Viertelstunden angibt.

Manchmal kann es recht nervtötend sein, wenn am Abend 10 Mal der Kuckuck ruft, während gerade der Fernsehkrimi so spannend ist und man nun wegen diesem Vogelkonzert verpasst, wer der Mörder ist. Moderne Kuckucksuhren haben einen Schlagabsteller, mit dem man sich die Abend- und Nachtruhe sichern kann.

Sophie1975, am 08.10.2013
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