Christmas Fair at Night, Nurnberg, Germany (Bild: David Ball / AllPosters)

Dresdner Christstollen

Die wohl mit bekannteste Weihnachtsspezialität aus Deutschland ist der Dresdener Christstollen. Ein Dresdener Christstollen ist nur dann ein Dresdener Christstollen, wenn er in der Stadt oder ihrer Umgebung hergestellt wurde und auch nur dann darf er diesen Namen tragen. Aber der Stollen wie wir ihn heute kennen hat schon eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich. Der erste Stollen taucht urkundlich erwähnt 1329 in Naumburg auf. Er war ein Geschenk für den Bischof Heinrich. Damals bestand ein Stollen nur aus Wasser, Hafer und Rüböl, da die Kirche damals in der Fastenzeit auf Butter, Milch und Eier verzichtet hat. Papst Innozenz VIII hob 1491 dieses Verbot jedoch auf. Laut einer Überlieferung kam Heinrich Drasdo in Torgau (Sachsen), welcher Hofbäcker war, auf die Idee den Stollen für Weihnachten mit reichhaltigeren Zutaten zu backen, sodass der Stollen entstand, den wir heute kennen.

Seine Form und der Puderzucker sollen zudem das Christkind symbolisieren, welches in ein weißes Tuch gehüllt ist.

Die Vorschriften die beachtet werden müssen, um einen gewerblich hergestellten Stollen zu backen sind in den "Leitsätzen für Feine Backwaren" aufgelistet:

"Stollen enthalten mindestens 30 kg Butter oder die entsprechende Menge Milchfetterzeugnisse oder Margarine oder praktisch wasserfreier Fette sowie 60 kg Trockenfrüchte – ausschließlich Rosinen, Sultaninen oder Korinthen –, auch Zitronat und Orangeat, bezogen auf 100 kg Getreideerzeugnisse und/oder Stärken, sofern sich aus den nachfolgenden Anforderungen nichts anderes ergibt. Eine Verwendung von Erdnüssen und anderen Leguminosen-Samen ist nicht üblich."

Bundesministerum für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz

Ein Dresdener Stollen besteht übrigens aus 500 g Butter auf ein Kilogramm Mehl. Und um ein bestmögliches Aroma zu erhalten, muss ein Stollen einige Wochen nach dem Backen an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort durchziehen. So viel Arbeit für so ein vorzügliches Gebäck. Aber jeder der schon einmal einen Christstollen probiert hat weiß, dass sie die Arbeit lohnt.

Für die Mutigen!
Zenker 3647 Stollenform

Nürnberger Lebkuchen

Der Lebkuchen ist ein Gebäck mit einer langen Tradition, denn schon die Römer und Ägypter haben Kuchen aus Mehl und Honig gebacken. Daher vermutet man auch, dass daher das Wort "Leb"  von lateinischen "Libum" für ein sakrales Gebäck kommt. Die eigentliche Lebküchnerei ist allerdings auf die fränkischen Klosterbrüder zurückzuführen, welche schon damals wohlschmeckende Honigkuchen gebacken haben. Auf die Idee mit den Oblaten-Lebkuchen kamen ebenfalls fromme Patres des Mittelalters. Sie benutzten die Oblaten, um zu verhindern, dass der Teig auf dem Backblech anklebt.

Die berühmten Nürnberger Lebkuchen wurden im 14. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Nürnberg lag damals an großen Handelsstraßen und war ein Zentrum des Gewürzhandels. Daher war es kein Problem für Bäcker an die Zutaten für Lebkuchen zu kommen. Heutzutage bestehen Lebkuchen aus Mehl, Nüssen, Mandeln, Honig, Weihnachtsgewürzen und manchmal auch kandierten Früchten. Nach dem Backen bekommt der Teig dann meist noch einen Überzug aus Schokolade oder einer Zuckerglasur.

Immer wieder eine gute Geschenkidee!
Truhe Winterimpressionen gefüllt mit Lebkuchen ...

Aachener Printe

Die Printe hat sich aus dem Honigkuchen entwickelt und stammt ursprünglich wahrscheinlich aus dem belgischen Dinant, der Backstätte für das sogenannte Gildenbrot. Der Zutaten bestehen aus Mehl, Rübensirup, unterschiedlichen Zuckerarten, Nüssen, Mandeln, Gewürzen und Orangeat. Zudem bekommt eine Printe noch einen Überzug aus Zucker, Schokolade oder Kartoffelstärke. Das heute Sortiment umfasst Kräuterprinten, Prinzessprinten und Schokoladenprinten. Ursprünglich wurden die Printen mit einem christlichen Motiv bedruckt. Etwa im 19. Jahrhundert jedoch wurde die Printe zur normalen Leckerei und bekam so ihre schlichte Form wie wir sie heute kennen.

Feinste Aachener Printen - Verschiedenste Variationen in einer silbernen Dose.
Rathaus zu Aachen - feinste Honig-Saft-Printen, Nuss-Saft...

Marzipan

Marzipan stammt ursprünglich vermutlich aus Persien. Zur Zeit der Kreuzritter kam Marzipan durch Handel nach Mitteleuropa. Damals wurden Hansestätte, wie zum Beispiel Lübeck oder Königsberg zu traditionellen Produktionsorten. Marzipanrohmasse besteht aus Mandeln und Zucker. Je höher der Zuckeranteil ist, desto niedriger ist die Qualität des Marzipans. Beim Lübecker Edelmarzipan sind es 10 % Zuckeranteil und bei anderem Marzipan einiges mehr. Der Name Lübecker Marzipan ist geschützt und darf auch nur in Lübeck hergestellt werden. Auch wenn Sie Marzipan nicht mögen, Marzipanscheine werden auch noch heute als Glücksbringer verschenkt und sehen zudem niedlich aus. 

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